Bowen-Knoten

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Bowen-Knoten in einem englischen Werk von 1827[1]

Der Bowen-Knoten (engl. Bowen knot, nach dem Wappen der Familie des Walisers James Bowen († 1629),[2][3] auch true lover’s knot,[2][4] die letztgenannte Bezeichnung wird heute aber auch für andere Knotenformen verwendet), auch Tristramsknoten (engl. Tristram knot),[4] ist ein Ornament, das speziell in der englischen Heraldik als gemeine Figur (Wappenfigur) verwendet wird. Er wird dargestellt als ein Seilring (Endlosknoten), der über die vier Ecken eines Quadrates ausgelegt wird, wobei an jeder Ecke in einheitlichem Drehsinn eine jeweils gleichgeformte Schleife nach außen gelegt wird.[5] Dieser Vierpassknoten ist ein trivialer Knoten, da er zu einem einfachen Seilring ohne Verknotungen auseinandergezogen werden könnte. Die Form ähnelt dem Schleifenquadrat, jedoch muss im Unterschied zu dessen Form das Seil nicht auf den Kanten des Quadrats gerade gelegt werden, sondern kann auch in Fortsetzung der Krümmung der äußeren Schleifen nach innen gekrümmt sein. Auch kann die Krümmung an den äußeren Stellen der Eckschleifen stärker sein, sodass letztere schmal statt kreisartig erscheinen können.

Auf dem Bowen-Knoten sind komplexere Figuren aufgebaut, beispielsweise der Dacre knot (Badge der Barone Dacre) oder die Shakespeare-Badge, in die auch das Monogramm William Shakespeares einbezogen ist.

Eine Variante ist das Bowen cross, auch bendwise Bowen knot, bei der die Grundform um 45° gedreht ist (sodass die senkrechte und waagerechte Achse durch die Quadrat-Eckpunkte und damit durch die Schleifen laufen).

Eine andere Variante ist der angular Bowen knot, der ohne Rundungen gelegt ist, sodass er aus fünf Quadraten bestehend erscheint: die äußeren vier gleich groß, das innere kann auch deutlich größer oder kleiner sein. Diese Figur ähnelt dem Würfelknotenkreuz (verflochtenes Fensterrautenkreuz), einer Variante des Rautenkreuzes.

Eine Kombination zweier Bowen-Knoten mit einer Ringschnur ist der Lacy knot (Badge der Familie de Lacy).[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hugh Clark: A Short and Easy Introduction to Heraldry. Part 2. 10th edition, with considerable improvements. Printed for H. Washbourn, London 1827, Table 3: Bordures Counterchangings & Lines. fig. 7.
  2. a b Francis Jones: Bowen of Pentre Ifan and Llwyngwair. In: The Pembrokeshire historian. Journal of the Pembrokeshire Local History Society. Nr. 6, 1979, S. 25–57, hier S. 40: “James Bowen … died at Llwyngwair on 22 October 1629 … The main escutcheon borne on the melancholy occasion showed in the first and fourth quarters, azure a lion rampant or within an orle of roses or, in the second quarter gules a chevron or between three true-love knots or, and in the third quarter, azure a bird standing argent.” (Hervorhebung hinzugefügt; „Der wichtigste bei diesem traurigen Anlass gezeigte Wappenschild zeigte im ersten und vierten Viertel in Blau einen goldenen steigenden Löwen in bordweise gestellten goldenen Rosen, im zweiten Viertel in rot einen goldenen Sparren zwischen drei goldenen true-love knots, und im dritten Viertel in Blau einen stehenden silbernen Falken.“).
  3. Ein dem zweiten Viertel der Wappenbeschreibung aus dem vorigen Einzelnachweis ähnlicher Schild mit ähnlicher Herkunftsangabe Bowen (of Pentre Ifan, Pembrokeshire) ist hier (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) auf einer kommerziellen Website abgebildet.
  4. a b Bo… – Entry: Bowen’s Knot. In: Lord Kyl's Heraldry. Lord Padraig MacKay of Kyle, archiviert vom Original am 15. Oktober 2008, abgerufen am 15. Februar 2013 (englisch).
  5. Julian Franklyn, John Tanner: An Encyclopaedic Dictionary of Heraldry. Pergamon Press, Oxford u. a. 1970, ISBN 0-08-013297-9, S. 47: “a grummet laid out square and turned over at the corners forming external loops.”
  6. Charles Boutell: English heraldry. Cassell, Petter, and Galpin, London u. a. 1867, S. 135.