Brauerei Eisenach

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Werkstor der Brauerei Eisenach (1989)
Bierdeckel der Petersberger Brauerei Eisenach 1875

Die Brauerei Eisenach ist eine frühere Brauerei und ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex in Eisenach in Thüringen.

Geschichte der Brauerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im Mittelalter wurde im Großraum Eisenach Hopfen angebaut. Das seit dem 13. Jahrhundert bestehende Stiftsbrauhaus am Frauenplan wurde 1525 zum fürstlichen Brauhaus umgewandelt, ging 1610 in das Eigentum der Stadt Eisenach über und war, mit Unterbrechungen, bis 1839 in Betrieb.[1] 1828 gab es in Eisenach 244 Brauberechtigte, die gemeinsam einen Felsenkeller zur Bierlagerung errichteten und damit die Eisenacher Brauerei begründeten. Nachdem die Privilegien der Brauhöfer weggefallen waren, wurde eine Braugenossenschaft gegründet. 1840 begann die Genossenschaft mit der Errichtung eines Malzhauses und zentraler Brauereigebäude neben dem alten Felsenkeller.

Im März 1874 wurde auf einer Generalversammlung der Brauerschaft beschlossen, die Brauerschaft in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Am 15. Juli 1874 wurde die Vereinsbrauerei gegründet, welche 1886 in die Aktienbrauerei Eisenach umgewandelt wurde. Ab 1914 wurde das Bier der Aktienbrauerei unter dem Namen Wartburg-Bier als geschützte Marke vertrieben.

1923 erwarb die Aktienbrauerei die Vereinigten Eisenacher Brauereien, Petersberger und Schlossbrauerei, welche 1873 als Petersberger Brauerei Eisenach von dem Unternehmer Albert Erbslöh gegründet worden war und im Osten der Stadt nahe dem namensgebenden Petersberg produzierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus der Aktienbrauerei durch Enteignung ein Volkseigener Betrieb. Dieser wurde 1969 Teil des Getränkekombinates Erfurt und nach der Wende 1990 als Wartburg Brauerei Eisenach GmbH privatisiert. Diese war von 1995 bis 2011 Teil der Riebeck-Gruppe.

Bis heute wird Bier unter der Bezeichnung Eisenacher bzw. Wartburg von der Wartburg Brauerei Eisenach vertrieben, es wird allerdings seit 2006 nicht mehr in Eisenach gebraut.

Brauereigebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwischen 1825 und 1914 errichteten Brauereigebäude befinden sich im Südviertel von Eisenach unterhalb des Stadtparks an der Wartburgallee gegenüber dem Ernst-Abbe-Gymnasium. Älteste Gebäude sind der 1828 errichtete Eiskeller und das dreistöckige Fachwerkgebäude der Mälzerei, die vor 1850, wohl im Jahr 1839, errichtet wurde. Die übrigen, den Brauereihof umgebenden Bauwerke entstanden als Massivbauten in Ziegelbauweise. Das 1908 errichtete Sudhaus mit seinen markanten Kupferkesseln aus dem Jahr 1911 gilt als Wahrzeichen der Brauerei. Der Gär- und Lagerkeller wurde 1962 rekonstruiert. Jüngstes Bauwerk ist eine Lagerhalle am südlichen Hofende aus der Zeit 1993/94.

Das als Kulturdenkmal ausgewiesene Brauereigelände dient heute in erster Linie als Veranstaltungsort. So finden hier unter anderem seit 1993 jährlich das Hopfenfest[2] und ein Nutzfahrzeugtreffen[3] statt. Das Sudhaus war 2006 Kulisse einer Episode der Fernsehserie Familie Dr. Kleist.[4]

Im März 2015 wurde der östliche Teil der historischen Bebauung entlang der Mauer zum Stadtpark abgerissen, um Platz für Parkmöglichkeiten zu schaffen. Das Malz- und Sudhaus an der Wartburgallee sowie das Bürogebäude sollen erhalten bleiben.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eisenacher Brauerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karlheinz Büttner, Das Eisenach unserer Urgroßväter, Verlag ideenteufel.de, 2011, Seite 83
  2. 21. Eisenacher Hopfenfest, aufgerufen am 19. Juli 2013
  3. Nutzfahrzeug-Treffen Nummer zehn, aufgerufen am 19. Juli 2013
  4. EisenachOnline: Familie Dr. Kleist: 14. „Familienglück“, aufgerufen am 19. Juli 2013
  5. Brauerei in Eisenach wird zum Teil abgerissen, Thüringer Allgemeine, 12. März 2015

Koordinaten: 50° 58′ 23,4″ N, 10° 19′ 31″ O