Brauerei zum Kuchlbauer

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Brauerei zum Kuchlbauer GmbH & Co. KG

Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1300
Sitz Abensberg, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Leonhard Salleck
  • Jacob Horsch
Mitarbeiterzahl ca. 80
Branche Brauerei
Website www.kuchlbauer.de

Die Brauerei zum Kuchlbauer ist eine mittelständische, vorwiegend auf Weißbier spezialisierte Brauerei in der Hallertau mit Sitz in Abensberg im Landkreis Kelheim (Niederbayern).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gasthof Kuchlbauer
Brauerei Kuchlbauer
Weissbier-Stadel

Das Brauereiwesen nahm in der Stadt Abensberg seit jeher eine bedeutende wirtschaftliche Stellung ein. So existierten in der Vergangenheit im Stadtgebiet bis zu sieben Brauereien, von denen drei bis in die Gegenwart überdauert haben. Die Brauerei Kuchlbauer dürfte die urkundlich älteste Braustätte der Stadt Abensberg sein.[2] Bereits eine Urkunde vom 29. Juni 1499 erwähnt ein Brauhaus, damals „Mathus-Bräu-Haus“ dem Rathaus gegenüber, dessen Besitzer die Familie Stanglmair war.[2] Zu Beginn des 18. Jahrhunderts befand sich die Brauerei im Besitz der Gebrüder Franz und Christian Münsterer, welche sie im Jahre 1751 an Josef Amann, den „Kuchlpaur“, beim Hochstift Regensburg verkauften.[2] Seitdem führt die Brauerei, zu der ein Gasthof gehört, den Namen Zum Kuchlbauer.

1811 heiratete der spätere Abgeordnete Anton Hörhammer die Kuchlbauerwirtin.[2] Von 1814 bis 1902 war die Brauerei im Besitz der Familie Mayer.[2] Am 1. Juli 1902 erwarb Joseph Krieger aus Riedenburg die Brauerei,[2][3] die er im Februar 1904 an seine Tochter und deren Bräutigam Michael Salleck aus Abensberg übergab.[2][3] Mit deren Hochzeit am 5. April 1904[3] gingen die Brauerei, der Brauereigasthof, der Gutshof und die zugehörige Landwirtschaft in den Besitz der Familie Salleck über.

Im gleichen Jahr brannte das Kuchlbaueranwesen am Stadtplatz vollständig ab und wurde in der jetzigen Form von dem Regensburger Architekten Joseph Koch neu erbaut.[2][4]

Um 1920 wurde der Brauereibetrieb aus Platzgründen um wenige hundert Meter in die Römerstraße vor den Toren der Altstadt verlegt, wo sich der zur Brauerei gehörige Gutshof befand.[5] Am Stadtplatz blieb der Brauereigasthof zum Kuchlbauer weiter in Betrieb.

Etwas südlich der Altstadt, am Rand der Gillamooswiese, steht der Kuchlbauer Weissbier-Stadel, der 1982 unter Verwendung von Teilen eines historischen Stadels aus Oberbayern errichtet wurde. Von 1980 bis 1985 besaß die Brauerei Kuchlbauer außerdem ein Restaurant an Bord eines historischen Raddampfers, der unweit der Eisernen Brücke in Regensburg vertäut war.

1969 übernahm Leonhard Salleck die Geschäftsführung der Brauerei zum Kuchlbauer.[5] Im Jahr 2014 trat Sallecks Sohn Jacob Horsch in die Geschäftsführung der Brauerei zum Kuchlbauer ein, der das Unternehmen inzwischen in neunter Familiengeneration leitet.[5]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weissbierbrauer Kuchlbauer ist eine der größten Landbrauereien Bayerns. Das Unternehmen wird in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG betrieben und beschäftigt ca. 80 Mitarbeiter. Kuchlbauer hält seit 1997 100 % der Anteile an der mit einem Ergebnisabführungsvertrag verbundenen Spezial-Brauerei Schierling. Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 übernahm Kuchlbauer außerdem die De Bassus Schlossbrauerei.[6]

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Betriebsgelände der Brauerei ließ Leonhard Salleck 2009 den von Friedensreich Hundertwasser geplanten Kuchlbauer-Turm errichten.[7][8][9] Die Grundsteinlegung fand am 23. April 2007 statt. Im Januar 2010 wurde der Turm erstmals für Besucher geöffnet. Weitere Teile der Brauerei sind mit der typischen Kachelkunst Hundertwassers verziert. Im Jahr 2014 wurde Kuchlbauer's Bierwelt um das KunstHausAbensberg erweitert. Das KunstHaus beherbergt eine umfangreiche Ausstellung der Werke Hundertwassers.[10]

Im Keller der Brauerei wird eine Kopie des Abendmahls von Leonardo da Vinci in Originalgröße ausgestellt. Hierzu veröffentlichte Leonhard Salleck das Buch Der Schlüssel zu Leonardo da Vincis Abendmahl.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brauerei ist Mitglied im Brauring, einer Kooperationsgesellschaft privater Brauereien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brauerei Kuchlbauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Lechner: Lechner's Liste. Traditionelle Brauereien in Deutschland. 1. Auflage. Oelde 2008, S. 15.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Dennstedt: Kuchlbauer rüstet sich für die Zukunft. In: mittelbayerische.de. 16. Februar 2016, abgerufen am 13. November 2016.
  2. a b c d e f g h Adam Rottler: Abensberg im Wandel der Zeiten. Eigenverlag, Abensberg 1972, S. 273–276.
  3. a b c Nikolaus Stark sen.: Der Gasthof Kuchlbauer in Abensberg und dessen Besitzer. Archivalische Reminiszenzen aus vier Jahrhunderten. Hrsg.: Nikolaus Stark sen. 2. Auflage. Abensberg 1910, S. 14.
  4. Der Kuchlbauer-Brand. In: abensberger-impressionen.de. Abgerufen am 13. November 2016.
  5. a b c Chronik. Brauerei zum Kuchlbauer GmbH & Co KG, 14. März 2022, abgerufen am 15. März 2022.
  6. Kuchlbauer schluckt Schlossbrauerei Sandersdorf, auf www.donaukurier.de, abgerufen am 8. Dezember 2018
  7. Dankwart Guratzsch: Erlebniswelt Bier. In: DIE WELT. 7. Januar 2010, abgerufen am 13. November 2016.
  8. Rolf Thym: Hundertwasser-Turm in Niederbayern: Rund und bunt - aber nicht zu hoch. (Nicht mehr online verfügbar.) In: sueddeutsche.de. 10. Mai 2010, archiviert vom Original am 15. Juni 2009; abgerufen am 13. November 2016.
  9. Hundertwasser-Turm ist vollendet. In: tagesspiegel.de. 8. August 2008, abgerufen am 13. November 2016.
  10. Kunsthaus – Brauerei zum Kuchlbauer. Abgerufen am 21. April 2021 (deutsch).
  11. Goldene BierIdee – Preisträger 1999–2017 Bayerischer Brauerbund.
  12. Mitgliedsbrauereien. Brauring, abgerufen am 20. Februar 2020.

Koordinaten: 48° 49′ 0,7″ N, 11° 50′ 33,9″ O