Briquetage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter einer Briquetage verstand man lange ein Ziegelwerk oder den ziegelartigen Anstrich einer Mauer.[1] Der Begriff "Briquetage" wurde von de la Sauvagère geprägt. Die ziegelartigen, stangenförmigen Fundgegenstände wurden haufenweise am Oberlauf der Seille in Lothringen vorgefunden und bereits 1740 wissenschaftlich beschrieben. Diese Bezeichnung erhielten die Funde aufgrund ihrer zum Teil prismatischen Form und ihres ziegelartigen Aussehens, und wurden als Backsteinreste von "Unterbauten für Ansiedlungen oder Wege" gedeutet. In der Archäologie wurden jedoch bald auch Salzsiedeinstrumente aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit mit diesem Begriff bezeichnet.

Briquetagen bestehen aus gebranntem Ton und wurden vor allem bei alten Salinen gefunden. Man unterscheidet drei verschiedene Typen:

  • große pfannenartige Gefäße
  • Formen zum Trocknen und Transportieren des Salzes
  • kleine zylindrische Sockel

Variationen dieser Geräte fand man in Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Holland, Japan, Niger, Russland, und Thailand.

Die Salzgewinnung erfolgte mit Hilfe der verschieden geformten Gefäße in mehreren Schritten. Bei den zweiteiligen Briquetages wurden zunächst die Sockel in regelmäßigen Abständen auf einen vorbereiteten Tonboden gestellt. Die pfannenartigen Gefäße wurden dann auf den Sockeln platziert und mit Salzwasser gefüllt. Zwischen den Sockeln entzündete man nun ein Feuer, um das Wasser zu verdampfen. Das zurückbleibende kristallisierte Salz wurde ausgeschabt und zum Trocknen in kleine konische Becher gefüllt. In diesen Augets genannten Behältern wurde das Salz anschließend transportiert. Dies ist auch einer der vermuteten Gründe, weshalb man diese Art Gefäß nur selten nahe den historischen Salzproduktionsstätten findet. Oftmals waren sie auch genormt, da sie in einigen Regionen auch als Maß- und Zahlungsmittel fungierten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus Kleines Konversations-Lexikon (5. Auflage), Bd.1, Berlin 1911, S. 268.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jacques A. E. Nenquin: Salt - A study in economic prehistory, Brügge 1961. (= Dissertationes Archaeologicae Gandenses, Bd. VI)
  • Petra Taieb: Salz, Sieder, Siedlungen - Am Salzigen und Süßen See im Mansfelder Land des Mitteldeutschen Trockengebietes, Hamburg 2004. (= Schriftenreihe Antiquitates, Bd. 28) ISBN 3-8300-1348-5