Brustbein

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Lage des Brustbeins und seine Komponenten
Brustbein mit Ansatzbereichen der Muskulatur
Gray115.png
Ansicht von vorne
Gray116.png
Ansicht von hinten


Das Brustbein oder lateinisch Sternum (latinisiert von altgr. στέρνον sternon, ‚Brust‘, ‚Herz‘, ‚Gemüt‘) ist ein platter, schwertförmiger Knochen in der vorderen Mitte des Brustkorbs, an dem die Rippen bzw. deren knorpelige Verlängerungen ansetzen. Das Brustbein des Mannes ist dabei schlanker als das der Frau.

Für hinter dem Brustbein gelegene Strukturen und Empfindungen verwendet man die Lagebezeichnung retrosternal, für seitlich des Brustbeins gelegene parasternal; die einzelnen Abschnitte des Sternums werden (von oben nach unten) wie folgt benannt:

  • Manubrium sterni (Handgriff)
  • Corpus sterni (Körper)
  • Processus xiphoideus (Schwertfortsatz)

Anatomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manubrium sterni (Handgriff)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am kopfnahen (kranialen) Ende des Manubrium sterni ist eine Einkerbung, die Incisura jugularis (von lat. jugulum „kleines Joch“), gut tastbar und markiert das untere Ende des Halses, die Drosselgrube. Zu beiden Seiten dieser Einkerbung befinden sich Gelenkflächen, die der Verbindung mit den Schlüsselbeinen im Sternoklavikulargelenk dienen. Knapp unterhalb dieser Gelenkflächen markiert jeweils die Incisura costalis prima den Ort der knorpeligen Verbindung mit der ersten Rippe.

Die Verbindung zum Brustbeinkörper ist in der Regel als faserknorpelige Symphyse, als Symphysis manubriosternalis angelegt.

Corpus sterni (Körper)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Rippe setzt beidseits im Winkel zwischen dem Handgriff und dem Körper des Brustbeins (Angulus sterni oder Ludovici), die Rippen 3 bis 7 an Einkerbungen des Brustbeinkörpers an.

Processus xiphoideus (Schwertfortsatz)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Processus xiphoideus (das Xiphoid oder Schwertfortsatz, manchmal auch Schwertknorpel, von altgr. ξίφος „Schwert“) stellt das knöchern-knorpelige untere Ende des Brustbeins dar. Manchmal ist es mit diesem über eine Knorpelbrücke (Synchondrosis xiphosternalis) verbunden.

Das Xiphoid ist von unterschiedlicher Form: Es kann als kompaktes oder zweistrahliges Gebilde ausgebildet sowie nach vorne oder hinten abgebogen sein. Am Xiphoid setzen keine Rippen mehr an.

Im knorpelig vorgebildeten Xiphoid können im 5. bis 10. Lebensjahr ein bis zwei Knochenkerne auftreten.

Fehlbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Fehlbildungen des Brustbeins siehe Trichterbrust, Kielbrust, Harrenstein-Deformität.

Infektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Infektion des Brustbeins kommt es zur Sternumosteitis (siehe dazu Osteomyelitis), die mit Antibiotika behandelt wird.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marianne Abele-Horn: Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten. Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 167 (Sternumosteitis).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brustbein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Brustbein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Sternum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen