Burchhard Garlichs

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Burchhard Garlichs (* 1969 in Oldenburg) ist ein deutscher Künstler mit den Schwerpunkten Installationen, Medien-, Objekt- und Konzeptkunst im städtischen Raum.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garlichs kommt aus einer Familie, die überwiegend im Oldenburgischen und dem Jeverland beheimatet ist. Er zeigte bereits als Schüler Interesse an der darstellenden Kunst. 1997 schrieb er sich zum Studium der freien Kunst an der Hochschule für Künste Bremen ein. Er war dort Schüler von Wolfgang Schmitz, Paco Knöller und Yuji Takeoka, wobei ihn besonders letzterer in die darstellende Kunst mit Objekten und Installationen einführte. 2000 wechselte er auf Empfehlung von Takeoka zum Studium der Bildhauerei an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er als Meisterschüler von Daniel Buren von dessen Konzeptkunst geprägt wurde. Im Februar 2004 erhielt er den Akademiebrief der Kunstakademie Düsseldorf. [1]

Preise und Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen und Projekte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998 „Rund um den Fallturm“: zeichnerische Positionen, Hochschule für Künste und OAS-Stiftung, Bremen
  • 1999 „made in“: Kunst im Laden, Lindenhofstraße, Bremen
  • 2000 „boomerang-art-project“: Austauschprojekt Hochschule für Künste, Künstlerhaus und Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen / Kyoto City University of Arts[3]
  • 2001 „saw you“: ein Austauschprojekt zwischen Bremen und Kyoto in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Künste mit einem Symposium über japanische zeitgenössische Kunst.[4]
  • 2003 „eingefügt“: temporärer Ausstellungsraum Hoffeldstrasse, Düsseldorf
  • 2003 „vier Raumpositionen“: workroom Aldenhoff Jewellers, Düsseldorf[5]
  • 2005 „artist in residence“: Abschlussausstellung an der Stiftung Bilbao Arte
  • 2005 „im Volumen glaube ich an Gegengewicht“: Kunstraum Düsseldorf[6]
  • 2007 Dozentenausstellung in der Freien Akademie für Malerei[7]
  • 2007 LADEN-GEDAN in der Rotunde des Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf[8]
  • 2007 Eröffnungs-Ausstellung in der eigenen Gründung Speicher U75, Düsseldorf
  • 2008 „moving architecture“: Lichtinstallation im öffentlichen Raum von Düsseldorf
  • 2009 „Sketch Matinée“: Zeichnungen von Bildhauern aus Düsseldorf und Rotterdam[9]
  • 2010 Artists Unlimited, Bielefeld[10]
  • 2010 „briller“: Lichtinstallation im Projekt Lokalisation, Nische, Raum im öffentlichen Stadtraum Düsseldorf-Eller und im Speicher U75, Düsseldorf[11]
  • 2012 „strong through diversity - Blickpunkt Bildhauerei“ in der Städtischen Galerie im Buntentor, Bremen[12]
  • 2012 „push“ im Institut für skulpturelle Peripherie[13]
  • 2012 „Estaciones - Collectión Fundacion BilbaoArte Fundazioa“ BilbaoArte, kuratiert von Petra Joos, Guggenheim Bilbao
  • 2013 „Burchhard Garlichs für adhoc“ adhocraum, Bochum
  • 2013 Biennale Regard Benin „PAVILLON VISIONNAIR/LES CASSES DE VOIX“, Porte-Novo, Benin, auf Einladung von Benno Hinkes, René Kanzler und Regina Weiss [17]
  • 2014 „Jason 2, schwimm zum Ufer (egal)“, Kunstverein 2025.ev Hamburg [18]
  • 2014 „Burchhard Garlichs für Galerie Herold“, Produzentengalerie Künstlerhaus am Güterbahnhof, Bremen [19]
  • 2014 „Burchhard Garlichs im Pavillon“, Gerhard-Marcks-Haus Bremen [20]
  • 2015 „angetrieben, KunstMaschinen - bewegte Objekte, poetische Automaten“, Stadthalle Detmold [21]

Gründungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 war Garlichs zusammen mit der Künstlerin Sonja Meyer Initiator der Gründung des Projekts Speicher U75, Raum für bildhauerische Positionen[14] in Düsseldorf und organisiert mit ihr seitdem dort zahlreiche Ausstellungen.[15]

Standpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werke von Garlichs haben mit der Konzeptkunst anderer Künstler gemein, dass sie sich dem Betrachter besser erschließen, wenn die Gedankenwelt des Künstlers bekannt ist. Garlichs versucht daher, den Zugang zu seinen Werken durch Texte in eigenen Worten vor Ort und auf seiner Website[16] zu erleichtern:

Zeitgenössische Architektur, kritisiert er, „ist eine Homage an die Gradlinigkeit, Symbol der physikatischen Gesetze. Sie ist Beweis der technischen Möglichkeiten, die sich der Mensch im Laufe der Zeit geschaffen hat und sie ist Ausdruck eines technoiden Weltbildes. Sie ist Ausdruck der Fähigkeit des Menschen auf unterstem Niveau logisch zu abstrahieren.[...] Die Architektur ist eine Hymne an das Rechteck. [....] Ohne es wirklich wahrzunehmen befinden wir uns in rechtwinkliger paralleler Realität. Die ständige Wahrnehung von geraden Linien, Parallelen und rechten Winkeln führt zu gradlinigen, parallelen, rechtwinkligen Denken.[...] Wir leben innerhalb mathematischer Prinzipien. Das vom Menschen gemachte Lebensumfeld ist Bühnenbild der Mathematik. Kein anderes Bild verdeutlicht das besser als Jesus, an das Kreuz genagelt.“

Gesellschaftlichen Systemen schreibt er diese Eigenart zu: „Damit eben diese Systeme bestens funktionieren, dürfen sie als solche nicht wahrgenommen werden. Dort, wo Systeme zum Funktionieren der Gesellschaft angewendet werden, müssen sie sich subtil verhalten. Subtilität wird geschaffen durch schleichende, kaum wahrnehmbare Bewegung.“ Zwar meint er: „Kunst kann subtile Systeme entlarven, indem sie sie ignoriert oder überspitzt.“ Aber „selbst subversive künstlerische Handlungen spielen sich im Rahmen der Gesetze ab. Die Diskussion um die Architektur mit ihrer symbolishen Dominanz findet nicht mehr statt. Das Angewante, das Design, dessen Erwähnung im Kontext einer künstlerischen Arbeit als schlimmste Beschimfung unter Künstlern gilt, spielt in der Diskussion um Architektur keine Rolle. Kunst, das Spiel mit der Wahrnehmung, ignoriert zu weiten Teilen urbane Realität. [...] Fortschritt ist die Visualisierung von Utopien. Utopiekontrolle liegt in der Hand des Kapitals [...] Durch staatlich geförderte Institutionen ist Politik und Gesellschaft in der Lage kulturelles Geschehen zu kontrollieren. Den Rest erledigt der Kunstmarkt, sprich das Kapital, das ohnehin die Motivationsquelle jeglicher demokratischer, kapitalistischer Gesellschaft ist.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Klasse Daniel Buren. In: Kunstakademie Düsseldorf (Hrsg.): Bouquet. Februar 2004 - Nr. 01, Eigenverlag.
  • Estaciones Ausstellungskatalog der Collection Fundación BilbaoArte Fundazioa (auch Hrsg.) 2012

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Video zur Installation „briller“ (Format QuickTime, 2,8 MB) [22] (MOV; 2,9 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf: Künstlerleben in Düsseldorf: Burchard Garlichs [1]
  2. Fundacion BilbaoArte [2]
  3. Künstlerhaus Bremen 2001: Katalog zum boomerang-art-project - Austauschprojekt Kyoto und Bremen [3]
  4. Gesellschaft für Aktuelle Kunst 2001: saw you - Austauschprojekt Kyoto und Bremen [4]
  5. Workroom Düsseldorf [5]
  6. Kunstaspekte 2005: Im Volumen glaube ich an Gegengewicht [6]
  7. Freie Akademie für Malerei, Bremen [7]
  8. LADEN Düsseldorf Off-Space 2007: Burchhard Garlichs und Friederike Mainka [8]
  9. Friederike Mainka 2009: Sketch Matinée - Burchhard Garlichs [9]
  10. Artists Unlimited, Bielefeld [10]
  11. Burchhard Garlichs und Sonja Meyer 2010: Projekt Lokalisation, Nische, Raum [11]
  12. Städtische Galerie im Buntentor, Bremen [12]
  13. Institut für skulpturelle Peripherie, Düsseldorf [13] [14]
  14. Ausstellungsplattform Speicher U75 [15]
  15. Webrepräsentanz „U75“ von Sonja Meyer und Burchhard Garlichs [16]
  16. Burchhard Garlichs: Website des Künstlers. Abgerufen am 6. April 2012.