Burg Gmünd

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Burg Gmünd
Die Burg in Gmünd (2018)

Die Burg in Gmünd (2018)

Alternativname(n): Alte Burg
Entstehungszeit: 1320–1360[1]
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Gmünd in Kärnten
Geographische Lage 46° 54′ 31,1″ N, 13° 32′ 9,5″ OKoordinaten: 46° 54′ 31,1″ N, 13° 32′ 9,5″ O
Burg Gmünd (Kärnten)
Burg Gmünd
Torbögen im Innenhof (2006)

Die Burg Gmünd, auch Alte Burg genannt, ist die Ruine einer spätmittelalterlichen Höhenburg oberhalb von Gmünd in Kärnten, Österreich.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgruine befindet sich im Liesertal auf einem nach Süden steil abfallenden Geländesporn nördlich oberhalb der Stadt Gmünd in Kärnten.[2] Von dieser führen sowohl westlich als auch östlich Wege zur Burg. Weiter westlich führt ein unbefestigter Fahrweg auf den Hügel zur Burg. Auch von Norden kann die Burg über ein Privatgrundstück mittels Fahrzeug erreicht werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung der ersten Burg (castrum) Gmünd ist für den 29. Februar 1292 nachweisbar. Sie war Verwaltungsmittelpunkt einer Grundherrschaft mit erbuntertänigen Bauern und Stadtbewohnern. Im Kärntner Bauernaufstand 1478 entlud sich die Wut der Bevölkerung mit der Obrigkeit.

Die Anlage dieser mittelalterlichen Burg Gmünd nördlich von Spittal an der Drau war gefährdet, als 1252 nach der Schlacht von Greifenburg, von Philipp von Spanheim, Elekt zum Erzbischof von Salzburg, dem unterlegenen Graf von Görz ein Gewaltfrieden diktiert wurde. Der nachfolgende, wankelmütige Salzburger Erzbischof Bernhard von Rohr, räumte, entgegen einer Absprache mit dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Friedrich III. (HRR), dem König in Ungarn Matthias Corvinus in der Burg Gmünd und der Stadt Gmünd in Kärnten das Besatzungsrecht ein. Daher plünderten sieben Jahre von Gmünd aus ungarische Truppen zusammen mit türkischen Hilfstruppen, "Renner und Brenner" genannt, ganz Oberkärnten, bis die Burg mit schweren Geschützen – Kartaunen von St. Veit – zum Teil in Trümmer geschossen wurde, die Besatzung am 21. Mai 1487 kapitulierte und Burg und Stadt Gmünd in Kärnten kaiserlich wurde, bevor sie wieder unter salzburgischer Verwaltung stand.

Von 1502 bis 1506 wurden in einer zweiten Bauepoche die erhaltenen Teile der Burg im Auftrag des Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach wieder aufgebaut, erweitert und zu einem eindrucksvollen Renaissanceschloss umgestaltet. Die Bauern und Bergknappen in Erbuntertänigkeit belagerten 1525 wiederum die Burg, die jedoch standhielt. Der Aufstand wurde niedergeschlagen.

Graf Rudolf von Raitenau, ein Bruder von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, ließ 1607 und 1615 in einer dritten Bauepoche den umfangreichen Westtrakt erbauen. 1690 zerstörte ein Erdbeben Teile der Stadt Gmünd. Die heutige Ruine der Burg oberhalb der Stadt entstand, als die romanisch-gotische Renaissance- und Barockanlage, bereits durch das Erdbeben von 1690 schwer beschädigt, 1886 völlig ausbrannte. Sie wurde dem Verfall preisgegeben.

Die Stadtgemeinde Gmünd in Kärnten kaufte 1950 das Gelände mit der Ruine. Etwa ab 1980 wurde ein bürgerlicher Stadtverein aktiv, der Verschüttetes freischaufelte und mit Renovierungen begann. Die Familie Strasser pachtete einen Teil der Burg und richtete 1992 ein Restaurant ein.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Burg befindet sich seit 1992[3] ein Burgrestaurant mit Terrasse. Der Turm wird als Aussichtsturm genutzt und es gibt Führungen als Teil von Stadtführungen. Es finden diverse Veranstaltungen wie Konzert (Veranstaltung)e, Kabarett, Lesungen oder schauspielerische Aufführungen in den Räumlichkeiten statt. Es gibt auch Kunstausstellungen. Das Burgtheater Gmünd führt jedes Jahr im Sommer ein Theaterstück in der Burg auf.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördliches Tor mit Würfelfeldern

Aus einer Sage unbekannter Deutung und Überlieferung geht hervor, dass drei Landsknechte unermessliche Schätze erbeutet haben sollen. Sie beschlossen, um den ganzen Gewinn zu würfeln. Der Gewinner kaufte Land und Leute und erbaute die Burg, verlor aber alles wieder so, wie er es gewonnen hatte.[4] Am Eingangsportal der Burg finden sich in die Mauer eingelassene Steinkugeln, die wie Würfelfelder angeordnet sind.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Henckel-Donnersmarck: Burgen und Schlösser in Kärnten. Leon, Klagenfurt 1964. (2 Bände)
  1. Die Bezirke Spittal, Villach, Hermagor.
  2. Die Bezirke Klagenfurt mit Feldkirchen, St. Veit, Völkermarkt und Wolfsberg.
  • Franz-Xaver Kohla, Gustav Adolf von Metnitz, Gothbert Moro: Kärntens Burgen, Schlösser Ansitze und wehrhafte Stätten. Ein Beitrag zur Siedlungstopografie. (Kärntner Burgenkunde; Bd. 1). Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1973, DNB 750274018.
  • Gerhard Stenzel (Text), Lothar Beckel (Luftbildaufnahmen): Von Burg zu Burg in Österreich. Kremayr & Scheriau, Wien 1973, ISBN 3-218-00229-X, Seite 177 und 178
  • Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon. Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais. 2. Auflage. Landesverlag, Linz 1992, ISBN 3-85214-559-7.
  • Michael Leischner, Alois Brandstetter: Burgen und Schlösser in Kärnten. Carinthia, Klagenfurt 2000, ISBN 3-85378-520-4.
  • Hermann Wiessner, Margareta Vyoral-Tschapka: Burgen und Schlösser in Kärnten. Hermagor, Spittal/Drau, Villach. 2. erweiterte Auflage. Birken-Verlag, Wien 1986, ISBN 3-85030-044-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alte Burg Gmünd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ronald Woldron und Christiane Wolfgang: Gmünd: Burg und Stadtbefestigung. Bauhistorische Untersuchung. 2011, S. 18.
  2. Ronald Woldron und Christiane Wolfgang: Gmünd: Burg und Stadtbefestigung. Bauhistorische Untersuchung. 2011, S. 5.
  3. Aktuelle Infos. In: Alte Burg Gmünd. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  4. Georg Graber: Sagen aus Kärnten. 5. Auflage. Graz 1941 (sagen.at [abgerufen am 28. Dezember 2019] Digitaler Reprint).