Burg Imabari

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Burg Imabari
Burg Imabari

Burg Imabari

Entstehungszeit: 1602–1604
Burgentyp: Umijiro (Wasserburg)
Erhaltungszustand: Teilweise rekonstruiert
Geographische Lage 34° 3′ 48″ N, 133° 0′ 24,5″ OKoordinaten: 34° 3′ 48″ N, 133° 0′ 24,5″ O
Burg Imabari (Japan)
Burg Imabari
Plan der Burg Hellblau: Der existierende Graben

Die Burg Imabari (jap. 今治城, Imabari-jō) befindet sich in der Stadt Imabari, Präfektur Ehime. In der Edo-Zeit residierte dort zuletzt ein kleinerer Zweig der Hisamatsu-Matsudaira mit einem Einkommen von 30.000 Koku.

Sie zählt neben der Burg Takamatsu und der Burg Nakatsu zu den „Drei großen Wasserburgen Japans“ (日本三大海城, Nihon sandai umijiro).

Burgherren in der Edo-Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ab 1602 Tōdō Takatora mit einem Einkommen von 220.000 Koku.
  • Ab 1635 ein Zweig der Matsudaira (Hisamatsu) mit 30.000 Koku.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg von Imabari liegt auf Meereshöhe am Rande der Inlandsee. Tōdō Takatora, der nach der Schlacht von Sekigahara ein Viertel der Provinz Iyo erhalten hatte, begann ihren Bau im Jahr 1602, dem im folgenden Jahr die Anlage des Samurai-Viertels folgte. 1604 war die Arbeit beendet, aber bereits 1608 erhielt Takatora die Provinz Iga und zwei Landkreise der Provinz Ise. Dabei wurde der Burgturm abgebaut und im Jahr 1610 für die Burg in Kameyama in der Provinz Tamba genutzt. Es war eine Schenkung an Tokugawa Ieyasu und soll dort bis zur Meiji-Restauration 1868 existiert haben. Nachdem Takatora nach Ise umgezogen war, behielt er in der Provinz Iyo zwei Landkreise als Außengebiet (飛地, tobichi) und setzte dort seinen Adoptivsohn Takayoshi ein, wodurch die Burg Iwabari erhalten blieb.

Im Jahr 1635 wurden die Tōdō in Iwabari abgelöst durch einen Zweig der Hisamatsu-Matsudaira, die dann dort bis zur Meiji-Restauration mit einem Einkommen von 30.000 Koku residierten.

Die Burganlage bestand aus dem zentralen Bereich, dem von einem Wassergraben umgebenen Hommaru, der zur Landseite im Norden auf drei Seiten durch den zweiten Bezirk, das Ni-no-maru, ebenfalls von einem Wassergraben umgeben, geschützt wurde. Im Norden schloss sich der dritte Bezirk, San-no-maru an, das von einem dritten Wassergraben umgeben war. Dieser Graben war über einen Stichkanal mit der Inlandsee verbunden, womit die Burg eine der wenigen Wasserburgen Japans ist.

Erhalten geblieben ist das Hommaru samt breitem Wassergraben. Wieder aufgebaut wurden der Burgturm und ein Wachturm. Auch ein Teil der Wallbekrönung mit langgestreckten, niedrigen Bauwerken zur Verteidigung, ein tamon (多聞), ist zu sehen. Auf dem Gelände befindet sich der große Fukiake-Schrein (吹揚神社, Fukiage-jinja) und der kleinere Sarutahiko-Schrein (猿田彦神社, Sarutahiko-jinja).

Rekonstruktionszustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wiederaufbau betrifft nur den inneren Burghof und den dazugehörigen Wassergraben. Der Burgturm, genannt Tenshu, ist eine Betonkonstruktion aus dem Jahre 1980, die nur von Außen dem ursprünglichen Bauwerk entspricht. Im Inneren gibt es in jedem Stockwerk des fünfstöckigen Turms verschiedene Ausstellungen, bzgl. Waffen und Rüstungen, Schriftstücken und Fotos verschiedener japanischer Burgen. Ebenso im Turm untergebracht ist das Naturkundemuseum der Stadt Imabari. Die Stockwerke selbst entsprechen dabei nicht dem ursprünglichen Zustand oder ihrer Aufteilung. Das oberste Stockwerk dient als Aussichtspunkt. Das erste Haupttor zur Burg ist nicht rekonstruiert worden, lediglich das darauffolgende Kurogane-gomon wurde wieder aufgebaut und ebenso der Bugu-yagura Turm. Beide sind mit Innenleben rekonstruiert in dem mit einem Modell und verschiedenen japanischen Filmen die Geschichte der Burg erläutert wird. Zwei Ecktürme, Yamazato-yagura und Okane-yagura wurden ebenfalls rekonstruiert und beherbergen ein Antiquitätenmuseum in dem Gebrauchsgegenstände, z.B. Bügeleisen und Reiskocher aus verschiedenen Epochen bis zur Moderne gezeigt werden, bzw. ein Museum für lokale Kunst.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ikeda, Kōichi: Imabari-jo in: Miura, Masayuki (Hrsg.): Shiro to jinya. Saikoku-hen. Gakken, 2006. ISBN 978-4-05-604379-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Imabari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien