Burg Kutin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burg Kutin
p1
Alternativname(n): Burg Quetzin
Entstehungszeit: um 1000
Burgentyp: (slawische) Inselburg
Erhaltungszustand: Burgstall
Ort: Quetzin bei Plau
Geographische Lage 53° 29′ 17″ N, 12° 17′ 6″ O53.48805555555612.28560Koordinaten: 53° 29′ 17″ N, 12° 17′ 6″ O
Höhe: 60 m ü. NN
Burg Kutin (Mecklenburg-Vorpommern)
Burg Kutin

Die Burg Kutin oder Burg Quetzin ist eine abgegangene spätslawische Inselburg auf der Kohlinsel im Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird als eine zum Stamm der Warnower gehörende slawische Hauptburg (Gauburg) betrachtet. Ihr dendrochronologischer Nachweis reicht bis ins späte 10. Jahrhundert zurück. In deutschen Quellen wird sie erstmals im 12. Jahrhundert als „Castrum Custin“ erwähnt.

Die Anlage liegt heute größtenteils unter Wasser, da der Wasserstand seit der Slawenzeit bis 2 Meter über dem damaligen Stand liegt. Die Erhöhung ist bedingt durch die Einwanderung deutscher Siedler nach Mecklenburg im 12. Jahrhundert, die Wassermühlen bauten und so den Wasserspiegel erhöhten. Ihren Namen verdankt die Insel dem Anbau von Kohl im 19. Jahrhundert innerhalb des Burgwalls.[1] Vor dem Jahre 2006 erfolgten auf der Insel dreijährige interdisziplinäre Untersuchungen an der Burgstelle, die unter anderem durch Ausgrabungen, mit dem Magnometer, dem Sedimentsonar und mittels Bohrungen durchgeführt worden sind. Sie ergaben eine Abfolge von unterschiedlichen Bauphasen ab dem Jahr 1024. Der Wall bestand aus mit Erde gefüllten Holzkästen. Der Wall brannte ab und wurde 1132 erneuert. Zu den geborgenen Fundstücken zählen Münzen aus der Zeit um 1080, Glasperlen und Keramikreste sowie Knochen. [2]

Nach der 1164 erfolgten Zerstörung der Burg und der Eroberung und Christianisierung durch Heinrich den Löwen war das zur Burg gehörende Land Kuissin im Besitz der Herren von Werle. Das eher versteckt liegende Quetzin verlor nach der Gründung der für den Handelsverkehr weitaus günstiger gelegenen Siedlung Plau zunehmend seine Bedeutung.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Bleile: Quetzin - Eine spätslawische Burg auf der Kohlinsel im Plauer See. Befunde und Funde zur Problematik slawischer Inselnutzungen in Mecklenburg-Vorpommern (Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns Band 48), Schwerin 2008, ISBN 978-3-935770-21-7

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. http://slawenburgen.npage.de/mecklenburg-vorpommern/mecklenburg-vorpommern-n-z.html
  2. Forschungen auf der Kohlinsel in Plauener Zeitung vom 15. Februar 2006 (pdf)
  3. Georg Christian Friedrich Lisch: Das Land Kutsin oder Kutin. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. - Bd. 10 (1845), S. 36–41, digitalisiert auf mvdok.lbmv.de