Burg Okayama

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Okayama-jō
Burg von Okayama

Burg von Okayama

Alternativname(n): Krähenburg
Entstehungszeit: 1346
Burgentyp: Hirayamajiro (Hügelburg)
Erhaltungszustand: Erhalten
Ort: Okayama
Geographische Lage 34° 39′ 54,7″ N, 133° 56′ 9,8″ OKoordinaten: 34° 39′ 54,7″ N, 133° 56′ 9,8″ O
Burg Okayama (Japan)
Burg Okayama

Die Burg Okayama (jap. 岡山城, Okayama-jō) ist eine Burg in der Stadt Okayama in Japan. Wegen ihrer schwarzen Farbe ist sie als Krähenburg (鳥城, Ujō) bekannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der Burg Okayama gehen bis zum Jahr 1346 zurück. Ukita Hideie (宇喜多秀家; 1573–1655), Sohn des Naoie (宇喜多直家; 1529–1581) und enger Vasall des Toyotomi Hideyoshi verlegte auf dessen Geheiß die Burg des Vaters 1590 an den Ostrand von Okayama. Nach Jahren großer Bautätigkeit war die Burg 1597 fertiggestellt. Das Lehen war mit 574.000 Koku groß ausgestattet, aber dann gehörte Hideie zu den Verlierern der Schlacht von Sekigahara.

  • 1600 fiel das Lehen (500.000 Koku) und damit die Burg an Kobayakawa Hideaki (小早川秀秋; 1577–1602), der allerdings schon nach zwei Jahren starb.
  • 1602 übernahm Ikeda Tadatsugu (池田忠継; 1599–1615) aus der Himeji-Linie das Lehen mit 280.000 Koku. Später kam es im Zuge eines Lehentausches während der Kan’ei-Ära dazu, dass Ikeda Terumasa aus der Tottori-Linie mit 315.000 Koku Burgherr wurde. Die Ikeda blieben Herren bis zur Meiji-Restauration.

Die Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plan der alten Burg (s. Text) Dunkelblau: Asafluss und erhaltener Burggraben.

Die Burg wurde in einer Biegung des Flusses Asagawa (旭川) angelegt. Im innersten geschützten Bereich, dem Burgturmbereich (天守曲輪, Tenshu-kuruwa; 1), stand der Burgturm (天守閣, Tenshukaku; 2, rot). Der Burgturm hat sechs Stockwerke, die in der Außenansicht zu fünf zusammengefasst sind. Er soll eine Nachbildung des Burgturms der Burg Azuchi sein. Dieser Burgturmbereich war Teil des umgebenden inneren Bereiches (本丸, Hommaru), der im Norden durch den Tsukimi-Wachturm (月見櫓; 3; erhalten) geschützt wurde. Dort stand die Residenz (表書院, Omoto shoin; 4). Darum herum war die Vorburg Shita-no-dambi kuruwa (下の段帯曲輪, 5), die ihrerseits durch einen breiten Graben (erhalten) geschützt war. Durch das „Unbestimmte Tor“ (不明門, Fumei-mon; orange) gelangt man nach außen.

Der innere Berich wurde im Norden und Osten durch den Fluss, im Süden und Westen durch den zweiten Burgbereich, das Ni-no-maru (二の丸) geschützt. Im südlichen Teil des Ni-no-maru schützte die Südost-Vorburg (東南曲輪, Tōnan kuruwa; 6), von der aus ein kleines Tor (下水の手門, Gesui no temon; 7) über den Fluss nach außen führte. Im Norden dieses Burgbereiches gab es einen Platz mit Kirschbäumen für die Pferde (桜の馬場, Sakura no baba; 8) und eine Gedächtnisstätte für die Ahnen (祖廟, Sobyō; 9). Vor einer Schutzmauer war weiter westlich der West-Vorbereich (Nishi-no-kuruwa; B) und das Nishi-no-maru (西の丸; A) angelegt. Den Abschluss bildete der Nishite-Wachturm (西手櫓, Nishite-yagura; 10) an der Westmauer.

Weiter gehörte zur Burg im Südwesten, durch einen Graben getrennt, ein Burgbezirk (C) für die engsten Gefolgsleute. – Auf der anderen Seite des Flusses befand (und befindet) sich große bekannte Wandelgarten Kōraku-en, der zur Burg gehörte.

Die Burg heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im West-Vorbereich sind Teile der Anlage gut erhalten. Der originale Burgturm wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, als die Stadt in der Nacht vom 28. auf den 29. Juni 1945 von 138 B-29 bombardiert wurde[1]. Der Burgturm wurde jedoch im Jahre 1966 mit einem Beton-Kern wieder aufgebaut.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ikeda, Koichi.: Okayama-jo in: Miura, Masayuki (Hrsg.): Shiro to jinya. Saikoku-hen. Gakken, 2006. ISBN 978-4-05-604379-2.
  • Nishigaya, Yasuhiro (Hrsg.): Okayama-jo In: Nihon meijo zukan, Rikogaku-sha, 1993. ISBN 4-8445-3017-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Okayama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. United States Army Air Forces: Combat Chronology of the US Army Air Forces June 1945, abgerufen 25. Mai 2012