Burg Stein (Enzkreis)

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Burg Stein
Alternativname(n): Schloss Stein, Storchenturm
Entstehungszeit: um 1350
Burgentyp: Ortslage
Erhaltungszustand: Erhalten
Ständische Stellung: Markgrafen, Adlige
Ort: Königsbach-Stein
Geographische Lage 48° 57′ 48,4″ N, 8° 38′ 43,1″ OKoordinaten: 48° 57′ 48,4″ N, 8° 38′ 43,1″ O
Burg Stein (Baden-Württemberg)
Burg Stein

Die Burg Stein, auch Schloss Stein und Storchenturm genannt, ist eine ehemalige Befestigung im Ortsteil Stein der Gemeinde Königsbach-Stein im Enzkreis, Baden-Württemberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1240 wurde erstmals eine Burg urkundlich (Erwähnung eines Heinrich von Stein) erwähnt, die um 900 von Angehörigen des deutschen Ritteradels am Fuße des Eichelbergs errichtet worden sein soll.

Die Markgrafen von Baden bauten den ihnen unterstehenden Ort Stein 1350 zu einer Befestigung mit vier Toren aus. Dabei wurde der ganze Ort mit einem Erdwall und Graben umgeben, und später kamen innerhalb des äußeren Festungsrings zwei weitere Bollwerke dazu.

Im 16. Jahrhundert erhielt die Feste einen Neubau, und ein Bergfried wurde als Zufluchtsort bei feindlichen Angriffen erbaut, der „Storchenturm“.

Nachdem die „Feste Stein“ ihre militärische Bedeutung verloren hatte, baute die markgräfliche Regierung den Burgturm zu einem Gefängnis um, das bis 1821 genutzt wurde. 2005 wurde der Storchenturm restauriert und kann besichtigt werden.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Burg handelt es sich um einen zweigeschossigen Bau mit Krüppelwalmdach und kreisförmigem Bering mit vier Toren. Über eine schmale hölzerne Wendeltreppe gelangt man in den Storchenturm, der über einen Kamin und sechs Zellen verfügt.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Januar 1760 brachte die „Schwarze Christine“, die Zigeunerin Christina Klein, geb. Walther, Frau des berüchtigten Räuberhauptmanns Johann Friedrich Schwan, genannt „Sonnenwirtle“ (hingerichtet am 30. Juni 1760), im Storchenturm einen Knaben zur Welt und starb später am geräderten Galgen.

Nach dem Friedrich Schiller von seinem Lehrer Jakob Friedrich von Abel auf der Karlsschule von der Geschichte gehört hatte, schrieb er nach ihr 1786 die Novelle Der Verbrecher aus verlorener Ehre, und Hermann Kurz, ein schwäbischer Erzähler, schrieb 1854 nach ihr seinen Roman Der Sonnenwirt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hartmut Riehl: Burgen und Schlösser im Kraichgau. 2. Auflage, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1998, ISBN 3-929366-51-7, S. 112–113.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]