Burgruine Straufhain

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Burgruine Straufhain
Burgruine Straufhain

Burgruine Straufhain

Alternativname(n): Strauf
Burgentyp: Höhenburg, Gipfellage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Straufhain
Geographische Lage 50° 20′ 23″ N, 10° 42′ 55″ OKoordinaten: 50° 20′ 23″ N, 10° 42′ 55″ O
Höhe: 449 m ü. NN
Burgruine Straufhain (Thüringen)
Burgruine Straufhain

Die Burg Straufhain ist eine mittelalterliche Burgruine auf dem Berg Straufhain bei Streufdorf im Landkreis Hildburghausen in Thüringen, Deutschland.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straufhain aus Ost-Süd-Ost, im Vordergrund Rudelsdorf

Die Ruine der Höhenburg liegt auf dem Gipfel des Straufhain, der mit 449 m ü. NN die höchste Erhebung des Heldburger Landes ist.

Die alte Bezeichnung für die Burg war „Struphe“ und später „Strauf“. Die spätere Bezeichnung „Straufhain“ für den die Burg umgebenden Wald (ein Weißbuchen- und Eichenwald) wird heute für den Wald, den Berg und für die Burgruine gleichermaßen benutzt. Die Ruine Straufhain war bis vor Kurzem weitgehend von dichtem Laubwald verdeckt und nur im Winterhalbjahr vom Tal aus zu erkennen. Nach Freischneiden der Blickachsen ist die Ruine wieder während des ganzen Jahres weithin sichtbar.[1]

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute sind nur noch Reste des einstigen Palas erhalten, die dicken Mauern sind dennoch recht eindrucksvoll. Da schriftliche Zeugnisse über die Burg sehr rar sind, hat es mehrere Versuche gegeben, die ursprüngliche Burg zu rekonstruieren, oft von Spekulationen überlagert. Sicher ist, dass sie aus mehreren Gebäuden bestand, die den gesamten Gipfel einnahmen, durch Unterbauung musste wegen der beengten Platzverhältnisse die Fläche künstlich erweitert werden. Eine mannshohe Schildmauer umgab auf dem Gipfel die Burg, die Außenmauern der Gebäude einbeziehend. Etwas unterhalb versperrte eine weitere Deckungsmauer den Zugang, der nur über Zugbrücken möglich war. Noch weiter unterhalb folgte auf einen Wallgraben eine den gesamten Berg umgebende Ringmauer. Problematisch war die Wasserversorgung der Burg, die im Notfall aus Zisternen notdürftig möglich war, eine Quelle außerhalb der Ringmauer war nicht verlässlich, am Fuße des Berges lieferte eine weitere das frische Wasser, das mit Eseln hinaufgeschafft werden musste. Das Wasserproblem war sicherlich einer der Hauptgründe für die spätere Aufgabe der Burg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die benachbarten Siedlungen „strufedorp“ (heute Streufdorf) und „siduchestat“ (heute Seidingstadt), beide gehören heute zur Gemeinde Straufhain, werden 800 gemeinsam in einer Urkunde genannt, die Burg könnte zu dieser Zeit schon existiert haben. Damals beherrschte das Grafengeschlecht von Wildberg die Gegend. 1156 ist durch eine Urkunde Bischof Gebhards von Würzburg ein "Helbold de Strufe" als Lehnsmann Markgraf Albrechts des Bären in dessen Eigenschaft als Graf von Weimar-Orlamünde bezeugt (Lutz Partenheimer: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt. Köln/Weimar/Wien, 2. Aufl. 2003, S. 130). Später besaßen die Grafen von Henneberg, die so genannten „Popponen“ die Burg. Unter Poppo VI., er heiratete 1136 Pfalzgräfin Bertha von Sachsen, erlebte Burg Struphe eine Blütezeit, Minnesänger unterhielten die Gesellschaften und in siduchestat fanden Turniere statt. Unter Poppo VII.(er nannte sich Poppo comes de Struphe und regierte 1190 bis 1245) und seiner Gemahlin Jutta von Thüringen war Burg Struphe ein reichsbedeutendes kulturelles Zentrum. Einer seiner Söhne, Hermann I. von Henneberg und Graf von Strauf heiratete 1245 am königlichen Hof zu Mainz Margarethe, die Schwester des römisch-deutschen Königs Wilhelm von Holland. Ihren Sohn nannten sie wieder Poppo. Auch zu ihrer Zeit war die Burg ein kulturelles Zentrum, der Machtbereich umfasste ab 1247 auch die Pflege Coburg. Damit war Burg Struphe das größte Machtzentrum der Region südlich des Thüringer Waldes. Um 1525 ist die Burg während des Bauernkriegs von aufständischen Bauern zerstört worden. Die Nachbarburgen Veste Coburg und Veste Heldburg übernahmen die Rolle des verlassenen Straufhain. Die Herzöge von Sachsen-Hildburghausen liebten den stillen Ort mit der Ruine, mit ihr als Kulisse fanden auf dem Berg Theateraufführungen und vaterländische Zeremonien statt. In Seidingstadt errichteten die Herzöge ein Jagdschloss (das die DDR-Behörden verfallen und abreißen ließen). Die Wälder um den Straufhain waren immer ein beliebtes Jagdrevier. Um 1780 standen noch vier Etagen des Palas als Ruine. Heimatfreunde haben sich immer wieder bemüht, die Ruine zu erhalten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Bienert: «Straufhain-Seidingstadt» - Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 115–118.
  • Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. 2. erweiterte und überarb. Auflage, Jenzig-Verlag, Jena 2003, ISBN 3-910141-56-0, S. 271–272.
  • Norbert Klaus Fuchs: Das Heldburger Land–ein historischer Reiseführer; Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2013, ISBN 978-3-86777-349-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burgruine Straufhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue Attraktion auf dem Straufhain. Abgerufen am 23. Januar 2017.