CR-Baureihe QJ

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QJ
Drei QJ-Lokomotiven vor einem Ausflugszug in den USA
Drei QJ-Lokomotiven vor einem Ausflugszug in den USA
Anzahl: 4756
Hersteller: Datong
Baujahr(e): 1956–1960 (Prototypen)
1964–1988 (Serie)
Ausmusterung: bis 2006
Achsformel: 1′E1′
Bauart: Santa Fé
Spurweite: 1435 mm; einzelne Lokomotiven 1520 mm
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Treibraddurchmesser: 1 500 mm

Die Baureihe QJ ist mit über 4700 zwischen 1964 und 1988 gefertigten Exemplaren eine der am häufigsten in China hergestellten Dampflokomotiven.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leistung dieser 1′E1′-Maschinen liegt zwischen 3000 und 3500 PS. Mit ihren Kesseln können jedoch auch kurzzeitig 4000 PS Leistung erreicht werden. Die meisten Maschinen waren für Normalspur ausgelegt, einige Lokomotiven wurden allerdings auch auf Strecken mit russischer Breitspur (Spurweite 1520 mm) eingesetzt. Die bis 1979 gefertigten Loks waren mit einem vierachsigen Tender ausgerüstet, der 14,5 Tonnen Kohle und 39,5 m³ Wasser fasste. Die ab 1980 gebauten Maschinen wurden mit einem sechsachsigen Tender ausgestattet, der 21,5 t Kohle und 50 m³ Wasser fasste. Die Sechsachser hatten auch eine Stokereinrichtung mit Förderschnecke, um den Brennstoff weniger aufwendig in die große Feuerbüchse befördern zu können. Die Höchstgeschwindigkeit dieser schweren Güterzuglok lag bei 80 km/h, die gezogenen Zuggewichte zwischen 2300 und über 3000 Tonnen. Ein Großteil des Gesamtbestandes war für den Linksverkehr ausgerichtet. Die QJ ist die größte Dampflok, die China beschafft hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konstruktion und das Design der QJ basiert auf der russischen Dampflokbaureihe FD und deren Weiterentwicklung LW. Von 1956 bis 1960 bauten sechs chinesische Dampflokfabriken mithilfe sowjetischer Konstrukteure und Techniker 42 QJ-Prototypen. Da sich der Bau der QJ bis 1964 verzögerte, importierte China von 1958 bis 1960 1000 Lokomotiven der russischen Baureihe FD. Von 1964 bis 1988 wurden schließlich 4714 Serienloks in Datong hergestellt. Diese Stückzahl ermöglichte erst eine Ausweitung des chinesischen Eisenbahnnetzes ab 1966 von 22000 Kilometer auf 55000 Kilometer Strecke bis 1988. Bis zur Einführung neuer Diesellokomotiven wie der DF4 bildete die QJ das Rückgrat des chinesischen Güterverkehrs. Von Jahresbeginn 1993 bis zum Sommer 2003 wurden alle Loks ausgemustert. Nach dem Ende der QJ bei der Jitongbahn konnten wenige Exemplare sich noch bis 2016 in Industriebahnen halten.

Einsatz auf der Jitongbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

China Railways QJ 6200(2).JPG

Das letzte, große Einsatzgebiet der Baureihe QJ war von Dezember 1995 bis März 2006 die 945 Kilometer lange eigenständig betriebene Jitongbahn in der inneren Mongolei. Da die chinesische Staatsbahn zu diesem Zeitpunkt einen Dampfloküberschuss zu verzeichnen hatte, konnte die Jitongbahn 130 QJ-Lokomotiven gebraucht kaufen. Der dortige Betrieb wurde bis zum Beginn der Verdieselung im Jahr 2004 ausschließlich mit Dampftraktion durchgeführt.

QJ 2655[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 veranstaltete das Schweizer Verkehrshaus ein Ausstellung über China mit dem Thema „Die Wiege des Wissens“, und bekamen dafür von der chinesischen Staatsbahn die Breitspurlok QJ 2655 geschenkt. Sie verließ 1978 Datong und wurde 1994 nach gerade 16 Jahren Dienstzeit ausgemustert. Wegen Platzmangels musste das Schweizer Verkehrshaus die QJ an das Technikmuseum Speyer abgeben, wo die Lok seither ausgestellt ist.

Amerikanische Museumsloks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der letzten QJ-Lokomotiven der Jitongbahn mit den Nummern 7081 und 6988 wurden 2006 in die USA an die Iowa Interstate Railroad verkauft, wo sie lange als betriebsfähige Museumsloks eingesetzt wurden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lokomotiven-Das ultimative Handbuch. GeraMond.