Stoker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Dieser Artikel behandelt die Feuerungseinrichtung für Dampflokomotiven. Für weitere Bedeutungen siehe Stoker (Begriffsklärung).

Als Stoker, von engl. to stoke (schüren), wird eine mechanische Vorrichtung zur Beschickung der Rostfeuerung einer Dampflokomotive mit Festbrennstoff (Kohle) bezeichnet. Der Heizer wird von einem Stoker wesentlich entlastet; bei sehr großen Lokomotiven wäre eine manuelle Feuerung ohne Stoker nicht mehr möglich. So hatten die „Big Boy“ in den USA eine Rostfläche von fast 14 m² und einen Kohleverbrauch von bis zu 25 Tonnen pro Stunde; eine Menge, die manuell von einem Heizer nicht zu bewältigen ist.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stoker besteht aus einer Förderschnecke, die die Kohle vom Tender mit Hilfe von Rohrleitungen zur Feuerbüchse befördert. Die Förderschnecke wird mit Hilfe einer kleinen Dampfmaschine angetrieben. Um die Förderschnecke von eingeklemmten Kohlestücken oder Fremdkörpern freizubekommen, ist die Dampfmaschine umsteuerbar ausgelegt.

Es gibt zwei Arten, die Kohle in den Feuerraum zu bekommen. Eine Möglichkeit ist die Unterschubfeuerung. Mit ihr wird die Kohle auf Höhe des Rostes einfach dazugeschoben. Die andere Möglichkeit ist, eine Platte in Höhe des Feuerlochs anzubringen. Auf diese wird die Kohle von der Förderschnecke geschoben und mit Hilfe von Dampfstrahlen von oben auf das Feuerbett aufgeworfen. Da in jedem Fall die Kohle durch den Stoker in kleinere Stücke gebrochen wird, als dies bei Handfeuerung der Fall ist, benötigt man eine spezielle Rostbauart, die trotz kleinerer Rostspalten genügend Verbrennungsluft durchtreten lässt.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stoker-Dampfmaschine einer GMAM Garratt in der Tender-Nische

Während Stoker bei großen Lokomotiven in den USA zur Standardausstattung gehörten, waren sie in Mitteleuropa wenig verbreitet. In Deutschland waren nur einige Güterzuglokomotiven der Baureihen 44 und 45 vorübergehend damit ausgerüstet. Der etwas höhere Kohleverbrauch dieser Einrichtung verhinderte neben der Einführung der Ölfeuerung eine weitere Verbreitung. Ein weiterer Nachteil war der reduzierte Wasserinhalt des Schlepptenders bei nachträglichem Einbau der Vorrichtungen für die Stokerfeuerung.

Verschiedene große französische Dampflokomotiven hatten ebenfalls Stoker-Befeuerung, so die 2’D1’ h3-Lokomotivreihe 241 der Compagnie des chemins de fer de l'État und die aus einer dieser Maschinen durch Umbau geschaffene SNCF 242 A 1. Weiter waren mehrere nach 1945 von Škoda gelieferte Baureihen der Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD serienmäßig mit Stokern ausgerüstet.

Eine große Verbreitung fand der Stoker im südlichen Afrika. Besonders bei moderneren südafrikanischen Dampflokomotiven, z. B. bei den Baureihen GMAM und 25 mit Rostflächen von ca. 6 bis 6,5 m², hat sich der Stoker sehr gut bewährt.