CR-Baureihe QJ

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

QJ
Drei QJ-Lokomotiven vor einem Ausflugszug in den USA
Drei QJ-Lokomotiven vor einem Ausflugszug in den USA
Anzahl: 4756
Hersteller: Datong
Baujahr(e): 1956–1960 (Prototypen)
1964–1988 (Serie)
Ausmusterung: bis 2006
Achsformel: 1′E1′
Bauart: Santa Fé
Spurweite: 1435 mm; einzelne Lokomotiven 1520 mm
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Treibraddurchmesser: 1 500 mm

Die Baureihe QJ ist mit fast 5.000 zwischen 1956 und 1988 gefertigten Exemplaren eine der am häufigsten in China hergestellten Dampflokomotiven.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leistung dieser 1′E1′-Maschinen liegt zwischen 3000 und 3500 PS. Mit ihren Kesseln können jedoch auch kurzzeitig 4000 PS Leistung erreicht werden. Die meisten Maschinen waren für Normalspur ausgelegt, einige Lokomotiven wurden allerdings auch auf Strecken mit russischer Breitspur (Spurweite 1520 mm) eingesetzt. Die bis 1979 gefertigten Loks waren mit einem vierachsigen Tender ausgerüstet, der 14,5 Tonnen Kohle und 39,5 m³ Wasser fasste. Die ab 1980 gebauten Maschinen wurden mit einem sechsachsigen Tender ausgestattet, der 21,5 t Kohle und 50 m³ Wasser fasste. Die Sechsachser hatten auch eine Stokereinrichtung mit Förderschnecke, um den Brennstoff weniger aufwendig in die große Feuerbüchse befördern zu können. Die Höchstgeschwindigkeit dieser schweren Güterzuglok lag bei 80 km/h, die gezogenen Zuggewichte zwischen 2300 und über 3000 Tonnen. Ein Großteil des Gesamtbestandes war für den Linksverkehr ausgerichtet. Die QJ ist die größte Dampflok, die China beschafft hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konstruktion und das Design der QJ basiert auf der sowjetischen Dampflokbaureihe FD und deren Weiterentwicklung LW. Von 1956 bis 1960 bauten sechs chinesische Dampflokfabriken mithilfe sowjetischer Konstrukteure und Techniker 42 QJ-Prototypen. Da sich der Bau der QJ bis 1964 verzögerte, importierte China von 1958 bis 1960 1054 gekaufte Lokomotiven der sowjetischen Baureihe FD, die bis 1993 in China eingesetzt wurden. Von 1964 bis 1988 wurden schließlich 4714 Serienloks in Datong hergestellt. Diese Stückzahl ermöglichte erst eine Ausweitung des chinesischen Eisenbahnnetzes ab 1966 von 22000 Kilometer auf 55000 Kilometer Strecke bis 1988. Manche Quellen sagen aber auch eine Stückzahl von über 5.000 Exemplaren aus. Die höchste Angabe liegt bei 5.048 Loks. Bis zur Einführung neuer Diesellokomotiven wie der DF4 bildete die QJ das Rückgrat des chinesischen Güterverkehrs. Vereinzelt kamen sie auch im Personenverkehr zum Einsatz, zum Beispiel auf der Jitongbahn. Von Jahresbeginn 1993 bis zum Sommer 2003 wurden alle Loks ausgemustert. Zum Jahreswechsel 1997/98 waren noch 1893 Maschinen im Betrieb. Im Jahr 2003 war ihr letztes Einsatzgebiet bei der Staatsbahn der Rangierdienst. Nach dem Ende der QJ bei der chinesischen Staatsbahn und bei der Jitongbahn konnten wenige Exemplare sich noch bis 2016 in Industriebahnen halten.

Einsatz auf der Jitongbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

China Railways QJ 6200(2).JPG

Das letzte, große Einsatzgebiet der Baureihe QJ war von Dezember 1995 bis März 2006 die 945 Kilometer lange eigenständig betriebene Jitongbahn in der inneren Mongolei. Da die chinesische Staatsbahn zu diesem Zeitpunkt einen Dampfloküberschuss zu verzeichnen hatte, konnte die Jitongbahn 130 QJ-Lokomotiven gebraucht kaufen. Alle 130 Loks waren in den 80er Jahren gebaut und mit der sechsachsigen Tendervariante ausgerüstet worden. Der dortige Betrieb wurde bis zum Beginn der Verdieselung im Jahr 2004 ausschließlich mit Dampftraktion durchgeführt. Am 24. November 2005 waren nur noch die acht Loks mit den Nummern 6988, 6998, 7038, 7081, 7104, 7119, 7159 und 7163 im Einsatz.

QJ 2655[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 veranstaltete das Schweizer Verkehrshaus Luzern eine Ausstellung über China mit dem Thema „Die Wiege des Wissens“, und bekamen dafür von der chinesischen Staatsbahn die Breitspurlok QJ 2655 geschenkt. Sie verließ 1978 Datong und wurde 1994 nach gerade 16 Jahren Dienstzeit ausgemustert. Wegen Platzmangels musste das Schweizer Verkehrshaus die QJ an das Technikmuseum Speyer abgeben, wo die Lok seither ausgestellt ist.

Museumsloks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der letzten QJ-Lokomotiven der Jitongbahn mit den Nummern 7081 und 6988 wurden 2006 in die USA an die Iowa Interstate Railroad verkauft, wo sie lange als betriebsfähige Museumsloks eingesetzt wurden.[1] Bis Februar 2006 waren sie in Daban stationiert und im Einsatz. Auch die Jitongbahn-Lok Nummer 7040 wurde als Denkmal nach Nordamerika überführt.

Nach dem Ende der Dampflokzeit auf der Jitongbahn wurden im Bahnbetriebswerk Daban zehn QJ gemeinsam als großes Dampflok-Denkmal aufgestellt. Zu den zehn ausgestellten Loks gehören die Nummern: 7105, 7030, 7049, 6580 und 6301. Auf einem isolierten Denkmal im Bahnbetriebswerk Daban ist auch noch die QJ 6911 ausgestellt. Als zwölfte verbliebene QJ der Jitongbahn steht die Lok QJ 6020 in Bahnbetriebswerk von Jining.

Sieben weitere QJ sind als Museumsloks oder Denkmäler verteilt auf Shenyang, Tangshan und das chinesische Eisenbahnmuseum in China erhalten geblieben.

Lok QJ 6200 steht als Denkmal in Japan.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: CR-Baureihe QJ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lokomotiven-Das ultimative Handbuch. GeraMond.