Caesiumaurid

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Kristallstruktur
Struktur von Caesiumchlorid
__ Cs+     __ Au
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

Pm3m (Nr. 221)Vorlage:Raumgruppe/221

Allgemeines
Name Caesiumaurid
Verhältnisformel CsAu
Kurzbeschreibung

gelbe bis rote Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12256-37-0
Wikidata Q368965
Eigenschaften
Molare Masse 329,87 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,065 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

590 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Caesiumaurid (CsAu) ist eine ionische Verbindung, die das ungewöhnliche Au -Ion enthält. Sie wurde 1978 im Labor Joseph Lagowski[3] entdeckt. Die Verbindung bildet sich beim Erhitzen einer stöchiometrischen Mischung aus Caesium und Gold; die beiden gelben Metalle ergeben ein klares Produkt. Die Lösung in flüssigem Ammoniak ist braun, während der Feststoff gelb aussieht; das Ammoniakaddukt ist dunkelblau. Obwohl die Verbindung aus zwei Metallen gebildet wird, hat sie keine metallischen Eigenschaften[4][5] und ist stattdessen ionisch aufgebaut. Aus polaren Lösungsmitteln kann das Gold an der Anode abgeschieden werden.
Die Verbindung reagiert heftig mit Wasser unter Bildung von Caesiumhydroxid, metallischem Gold und Wasserstoff. In flüssigem Ammoniak kann das Caesiumion durch Ionentauscher gegen das Tetramethylammonium-Ion ausgetauscht werden.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c W. Freyland, A. Goltzene, P. Grosse, G. Harbeke, H. Lehmann, O. Madelung, W. Richter, C. Schwab, G. Weiser, H. Werheit, W. Zdanowicz: Physics of Non-Tetrahedrally Bonded Elements and Binary Compounds I / Physik Der Nicht-tetraedrisch Gebundenen Elemente und Binären Verbindungen I:. Springer Science & Business Media, 1983, ISBN 3-540-11780-6, S. 123 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. W.J. Peer and J.J. Lagowski (1978), Metal-Ammonia Solutions. 11. Au, a Solvated Transition Metal Anion In: J. Am. Chem. Soc. 100, 6260-6261.
  4. B. Busse, K. Weil: Existenz und Bindungsenergie des Caesiumaurid-Moleküls. In: Angewandte Chemie, (1979), doi:10.1002/ange.19790910825
  5. James E. Huheey, Ellen A. Keiter, Richard L. Keiter: Anorganische Chemie: Prinzipien von Struktur und Reaktivität, 4. Auflage, Walter de Gruyter 2012, S. 599f
  6. Martin Jansen: Effects of relativistic motion of electrons on the chemistry of gold and platinum. In: Solid State Sciences. 7, Nr. 12, 30. November 2005, S. 1464–1474. doi:10.1016/j.solidstatesciences.2005.06.015.