Calciumhydrid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Calciumhydrid
__ Ca2+     __ H
Allgemeines
Name Calciumhydrid
Andere Namen
  • Calciumdihydrid
  • Calcium-(II)-hydrid
  • Hydrolith
Verhältnisformel CaH2
CAS-Nummer 7789-78-8
PubChem 105052
Kurzbeschreibung

farblose hexagonale Prismen[1]

Eigenschaften
Molare Masse 42,1 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,9 g·cm−3[1][2]

Schmelzpunkt

1000 °C [1][3]

Siedepunkt

Zersetzung > 600 °C[2]

Löslichkeit

zersetzt sich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP)[5], ggf. erweitert[4]
02 – Leicht-/Hochentzündlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 260
P: 223​‐​231+232​‐​370+378​‐​422 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [6] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [7]
Leichtentzündlich
Leicht-
entzündlich
(F)
R- und S-Sätze R: 15
S: (2)​‐​7/8​‐​24/25​‐​43
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Calciumhydrid ist das Metallhydrid des Calciums.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calciumhydrid wird durch das Überleiten von Wasserstoff über Calcium bei 400 °C hergestellt:

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calciumhydrid tritt in zwei polymorphen Kristallformen auf. Die Tieftemperaturform A mit orthorhombischen Kristallstruktur wandelt sich bei 780 °C in die Hochtemperaturform B um. Diese schmilzt dann bei 1000 °C.[3]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da es sich bei Kontakt mit Wasser unter heftiger Wasserstoffentwicklung zersetzt, dient Calciumhydrid als Speichersubstanz, um ortsunabhängig Wasserstoff produzieren zu können:

Je Kilogramm Calciumhydrid entsteht rund 1 m3 Wasserstoff.

Daneben wird Calciumhydrid im so genannten Hydrimet-Verfahren eingesetzt, um Metalloxide (beispielsweise Vanadiumpentoxid, Zirkoniumdioxid, Titandioxid oder Natriumperoxid) zu elementarem Metall zu reduzieren. Mit Verarbeitungstemperaturen zwischen 600 und 1.000 °C geschieht dies bei relativ schonenden Bedingungen. Die sich bei der Reaktion bildende Wasserstoffatmosphäre schützt darüber hinaus das entstehende Metall:

Wegen seiner wasserziehenden Eigenschaft findet Calciumhydrid auch als Trocknungsmittel Anwendung.

Es wird auch dazu genutzt, die Restfeuchte in Kunststoffen zu messen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Eintrag zu Calciumhydrid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 23. September 2014.
  2. a b c Datenblatt Calciumhydrid (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  3. a b I. Barin: Thermochemical Data of Pure Substances, Wiley-VCH, 3. Auflage 1997, ISBN 978-3527287451, S. 296.
  4. a b Eintrag zu Calciumhydrid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  5. Eintrag zu Calcium hydride im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  6. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  7. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 7789-78-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).