Zungenförmiger Hörnling

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Zungenförmiger Hörnling
2010-10-27 Calocera glossoides (Pers.) Fr 115451 crop.jpg

Zungenförmiger Hörnling (Calocera glossoides)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Dacrymycetes
Ordnung: Gallerttränenartige (Dacrymycetales)
Familie: Gallerttränenverwandte (Dacrymycetaceae)
Gattung: Hörnlinge (Calocera)
Art: Zungenförmiger Hörnling
Wissenschaftlicher Name
Calocera glossoides
(Pers.: Fr.) Fr.

Der Zungenförmige Hörnling (Calocera glossoides) ist eine Pilzart aus der Familie der Gallerttränenverwandten. Wie alle Hörnlinge (Calocera) bildet er hornartige und büschelig wachsende Fruchtkörper aus, die gelblich gefärbt sind. Die Art ist aus verschiedenen europäischen Ländern bekannt, wächst saprobiontisch auf totem Laubholz und verursacht im Substrat eine Weißfäule[1].

Merkmale[Bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die Fruchtkörper des Zungenförmigen Hörnlings sind gelb bis goldbraun, lanzett- oder pfriemförmig und 10 × 1 µm groß. Häufig wachsen sie gesellig bis büschelig. Ihre Oberfläche ist klebrig und in Längsrichtung gerunzelt, wodurch sie an die von Morcheln erinnert. Sie verfügen über einen deutlich ausgebildeten sterilen Stiel, der Rest des Fruchtkörpers ist mit fertilem Hymenium bedeckt.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die Hyphenstruktur ist monomitisch, besteht also nur aus generativen Hyphen. Der innerste Fruchtkörper besteht aus einem kompakten Hyphengeflecht, umgeben von einer lockereren Struktur, die wiederum von einer kompakten Fruchtschicht überlagert wird. Die Sporen sind glatt und inamyloid und verfügen über ein bis drei Septen. Die Art verfügt wie alle Hörnlinge nicht über Zystiden, die Hyphen weisen keine Schnallen auf.

Verbreitung[Bearbeiten]

Calocera glossoides ist bislang nur aus Europa bekannt. Dort reicht die Verbreitung von Frankreich und Großbritannien bis nach Schweden und Südostpolen. Die Art gilt in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet als selten.

Ökologie[Bearbeiten]

Calocera glossoides ist ein Saprobiont auf abgestorbenen Laubbäumen, in deren Holz sie durch Abbau von Zellulose, Hemizellulose und Lignin eine Weißfäule hervorruft. Häufigste Substrate sind Ahorne ('Acer spp.), Buchen (Fagus spp.) und Eichen (Quercus spp.). Meist werden liegende Stämme besiedelt.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel- und Porenpilze. Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3528-0.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1.  Gunter B. Schlechte, Walter Keitel: Braun- und Weißfäulepilze: Erhebungen in nordrhein-westfälischen Naturwaldzellen auf der Basis von Stichproben zum Maximalaspekt. In: Forstarchiv. 78, 2007, S. 224–230 (PDF; 1,45 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zungenförmiger Hörnling (Calocera glossoides) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien