Calymenina

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Calymenina
Flexicalymene ouzregui aus Erfoud, Marokko (Länge: 7 cm)

Flexicalymene ouzregui aus Erfoud, Marokko (Länge: 7 cm)

Zeitliches Auftreten
Ordovizium bis Mittleres Devon (Givetium)
485,4 bis 382,7 Mio. Jahre
Fundorte

weltweit

Systematik
Urmünder (Protostomia)
Häutungstiere (Ecdysozoa)
Gliederfüßer (Arthropoda)
Trilobiten (Trilobita)
Phacopida
Calymenina
Wissenschaftlicher Name
Calymenina
Swinnerton, 1915[1]

Die Calymenina bilden eine Unterordnung der Trilobiten-Ordnung Phacopida. Angehörige der Calymenina lassen sich zumindest vom Beginn des Ordovizium bis ins Mittlere Devon (von vor ca. 485,4 bis etwa 382,7 Millionen Jahren) nachweisen und erreichten weltweite Verbreitung.[2]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Cephalon ist halbkreisförmig bis subtriangular mit zumeist gonatoparen, in wenigen Fällen auch opisthoparen (z. B. Bathycheilidae, einige primitive Vertreter der Homalonotidae) Gesichtsnähten und hat in der Regel kleine, holochroale Facettenaugen. Eine Rostral-Platte an der Unterseite des Cephalons ist vorhanden. Das Hypostom ist konterminant und in den meisten Fällen (Calymenidae, Homalonotidae) am hinteren Ende flach gegabelt.[3] Die Glabella weist vier bis fünf laterale Loben auf und ist nach vorne verengt. Im Vergleich zu anderen Vertretern der Phacopida ist damit vor allem der vordere Bereich der Glabella nur wenig ausgeprägt.[4] Der Thorax hat typischerweise dreizehn Segmente mit abgerundeten Pleurenenden; manchmal sind es auch elf oder zwölf Segmente. Das Pygidium ist halbrund bis dreieckig ohne Stacheln an den Rändern.

Äußere und innere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(nach Adrain, 2013[2])

Die Calymenina stellen, neben den Phacopina und den Cheirurina, eine der drei Unterordnungen der Ordnung Phacopida. Sie werden in drei bis fünf Familien unterteilt.

  • Bathycheilidae Přibyl, 1953: (Unteres bis Mittleres Ordovizium) Eine kleine Gruppe mit nur acht bekannten Arten, die sich auf vier Gattungen verteilen. Die systematische Stellung innerhalb der Calymenina ist umstritten. Einige Autoren sehen darin eine eigenständige Familie,[2] andere werten die Gruppe dagegen als Unterfamilie der Calymenidae[5] oder integrieren die Pharostomatidae als Unterfamilie in die Bathycheilidae. Die Bathycheilidae unterscheiden sich von anderen Vertretern der Calymenina insbesondere durch die Anzahl ihrer Thoraxsegmente (12 anstatt der üblichen 13) und stark verlängerte Wangenstacheln.
  • Bavarillidae Sdzuy, 1957: (Oberstes Kambrium bis Unteres Ordovizium) Eine kleine monotypische Gruppe mit nur einer Gattung (Bavarilla) und drei bekannten Arten. Die Familie ist nur wenig erforscht und die Zuordnung zu den Calymenina ist unsicher. Ihr zeitliches Auftreten wird hier in Bezug auf das zeitliche Auftreten der Calymenina nicht weiter berücksichtigt. Für den Fall, dass sich die systematische Zuordnung der Bavarillidae zu den Calymenina bestätigen sollte, würde sich das zeitliche Auftreten Letzterer bis in das Oberste Kambrium zurück ausdehnen.
  • Calymenidae Swinnerton, 1915: (Unteres Ordovizium (Floium) bis Mittleres Devon (Eifelium)) Die Hauptgruppe der Calymenina ist mit 33 Gattungen und 316 gültigen bekannten Spezies überaus artenreich. Vertreter der Familie treten weltweit in Erscheinung.
  • Homalonotidae Chapman, 1890: (Unteres Ordovizium (Floium) bis Mittleres Devon (Givetium)) Die Familie umfasst 22 Gattungen mit insgesamt 171 gültigen Arten und scheint während des Großteils des Ordoviziums auf Gondwana beschränkt gewesen zu sein. Etwa ab dem Katium tritt sie dann weltweit in Erscheinung. Die Homalonotidae waren, neben den Calymenidae, die einzige Familie die Swinnerton 1915 ursprünglich in der Unterordnung der Calymenina vereinigt hatte.[1]
  • Pharostomatidae Hupé, 1953: (Ordovizium) Diese Familie aus 8 Gattungen und insgesamt 49 bekannten Arten tritt nur im Ordovizium auf. Die Pharostomatidae unterscheiden sich von anderen Vertretern der Calymenina insbesondere durch den ventral stacheligen Rand des Cephalons. Die Verortung innerhalb der Calymenina scheint jedoch auf robusten Grundlagen zu basieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b H. H. Swinnerton: Suggestions for a revised classification of trilobites. In: Geological Magazine, Vol. 2, S. 487–496 & 538–545, 1915. (Digitalisat)
  2. a b c J. M. Adrain: A synopsis of Ordovician trilobite distribution and diversity. In: D. A. T. Harper & T. Servais (Hrsg.): Early Palaeozoic Biogeography and Palaeogeography. - The Geological Society of London – Memoirs, Vol. 38, S. 297–336, 2013. (Digitalisat)
  3. R. A. Fortey & R. M. Owens: Feeding Habits in Trilobites. In: Palaeontology, Vol. 42, Part 3, S. 429–465, 1999. (Digitalisat)
  4. R. Lerosey-Aubril, Th. A. Hegna & S. Olive: Inferring internal anatomy from the trilobite exoskeleton: the relationship between frontal auxiliary impressions and the digestive system. In: Lethaia, Vol. 44, Issue 2, S. 166–184, 2011. doi:10.1111/j.1502-3931.2010.00233.x
  5. J.-L. Henry: Trilobites ordoviciens du Massif Armoricain. In: Mémoires de la Société Géologique et Minéralogique de Bretagne, Vol. 22, S. 1–250, 1980.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Calymenina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien