Cap Anamur (Schiff, 1979)

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Dieser Artikel behandelt das Schiff Cap Anamur von 1979. Für das gleichnamige Nachfolgerschiff siehe Cap Anamur (Schiff, 1983).
Cap Anamur p1
Schiffsdaten
Schiffstyp Frachtschiff
Eigner Partenreederei M/S Cap Anamur
Reederei Bauer und Hauschildt, Hamburg
Bauwerft Watanabe Shipbuilding, Hakata, Japan
Baunummer 190
Stapellauf 19. April 1977
Indienststellung 26. Juli 1979
Verbleib Ab 31. Juli 1999 in Alang abgebrochen
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
118,70 m (Lüa)
108,00 m (Lpp)
Breite 17,00 m
Seitenhöhe 9,00 m
Tiefgang max. 7,13 m
Vermessung 5346,67 BRT
3090,71 NRT
Maschinenanlage
Maschine 1 × Mitsubishi/Kobe Diesel
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
4.560 kW (6.200 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
17,5 kn (32 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 6.600 tdw
Container 174 TEU
Anschlüsse Kühlcontainer 20
Rauminhalt 9.839 m³
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd
GL +100 A4 E, schwergutverstärkt, eingerichtet für Containertransport

Registrier-
nummern

IMO 7611717

Das Mehrzweck-Stückgutschiff Cap Anamur der Hamburger Reederei Bauer & Hauschildt wurde durch seine Reisen als Flüchtlingshilfsschiff bekannt. Aufgrund des großen medialen Widerhalls um das Schiff benannte sich die Hilfsorganisation Ein Schiff für Vietnam ab 1982 in Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte um.

Technische Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cap Anamur war ein herkömmlicher mittelgroßer Mehrzweck-Trockenfrachter mit achtern angeordnetem Deckshaus und eigenem Ladegeschirr. Es standen zwei für den Transport von ISO-Containern und Schwergut eingerichtete Laderäume mit Zwischendeck und einem Gesamtrauminhalt von 9839 m³ zur Verfügung. Die Tragfähigkeit betrug 6600 Tonnen.

Das Schiff wurde durch einen Mitsubishi/Kobe-UEC-52/105D-Dieselmotor mit 4560 kW bei 175 Umdrehungen pro Minute und einem Propeller angetrieben. Die elektrische Versorgung wurde von insgesamt drei Daihatsu-Hilfs- und Notdieseln gewährleistet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzetafel in Hamburg mit Danksagung der vietnamesischen Flüchtlinge

Das Schiff wurde zusammen mit dem Schwesterschiff Cap Andreas von der Hamburger Reederei Hamburg-Süd bei der japanischen Werft Watanabe Shipbuilding in Auftrag gegeben und am 19. April 1977 als Baunummer 1902 vom Stapel gelassen. Nach der Fertigstellung wurde der Ner Neubau aufgrund des Mißverhältnisses von Vermessung und Tragfähigkeit nicht abgenommen und nach fast zweijähriger Aufliegezeit ersteigerte die Reederei Seavoss Schiffahrt aus Elmshorn das Schiff 1979 für umgerechnet 4,15 Millionen DM[1] und gab es in Bereederung der Küstenschiffahrt Bauer & Hauschild aus Hamburg.

Das Hilfskomitee Ein Schiff für Vietnam charterte das Schiff 1979, ließ es zum Hospitalschiff umbauen und begann ab 13. August 1979 unter dem Kommando von Kapitän Klaus Buck mit der Rettung sogenannter Boatpeople im Chinesischen Meer. Im Laufe der folgenden Jahre wurden tausende vorwiegend vietnamesische Flüchtlinge gerettet und an Bord des Schiffes mit Medikamenten und Nahrung versorgt. Es entspann sich in der Folge ein politisches Tauziehen um die Aufnahme der Flüchtlinge in der Bundesrepublik.

1987 endete die Karriere des Schiffes als Hospitalschiff. Das nach dem Kap südlich von Anamur benannte Schiff wurde im Jahr 1991 umbenannt in Yakoyo Carrier, zwei Jahre darauf erfolgte eine Namensänderung in Yu Men. Nach einem weiteren Namenswechsel, 1998 in Sangeorge, erfolgte ab 31. Juli 1999 der Abbruch in Alang.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietrich Rath: The German Merchant Fleet : Die Deutsche Handelsflotte 1983/84. Hrsg.: Erik Blumenfeld. Seehafen Verlag, Hamburg 1983, ISBN 3-87743-402-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cap Anamur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sangeorge, In: Maritime Hotline 6+7 99, August 1999, S. 14.