Charlotte Schellhorn
Elisabeth Charlotte Johanna Schellhorn (* 23. Januar 1922 in Bad Aibling; † 18. November 1945 in Millstatt am See) war eine deutsche Schauspielerin bei Bühne und Film.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Tochter des Bankdirektors Friedrich Schellhorn und dessen Frau Paula, geb. Stuhlmüller,[1] besuchte bis zum 17. Lebensjahr die Schule der Englischen Fräulein in ihrer Heimatstadt Bad Aibling und ließ sich anschließend in Berlin von Rudolf Klein-Rogge zur Schauspielerin ausbilden.[2]
Bereits zuvor, im Alter von gerade einmal 15 Jahren, wurde sie von Luis Trenker für die deutsch-italienische Co-Produktion Condottieri vor die Kamera geholt. Von 1937 bis 1945 war sie in mindestens 16 Filmen zu sehen. Waren es zuerst noch Nebenrollen wie z. B. Toinette in Wer küßt Madeleine?, so konnte sich Charlotte Schellhorn gegen Ende des Krieges, dem Höhepunkt ihrer Karriere, auch in Hauptrollen wie der Titelfigur in Das Mädchen Juanita bewähren. Ab 1942 nahm sie außerdem ein Engagement an den Wiener Kammerspielen wahr.[3] Sie stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.[4]
1941 heiratete Charlotte Schellhorn ihren Berufskollegen Hans Schott-Schöbinger. Im Jahr darauf kam die gemeinsame Tochter zur Welt. Seit 1944 wieder geschieden,[5] hielt sich Charlotte Schellhorn nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs am Millstätter See in Kärnten auf, wo sie im November 1945 Suizid durch eine Überdosis Luminal beging.[6] Ihr Leichnam wurde nach Graz überführt.[7][8]
Filmografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1937: Condottieri
- 1937: Der Lachdoktor
- 1938: Der Tiger von Eschnapur
- 1938: Das indische Grabmal
- 1938: Der Maulkorb
- 1938: Was tun, Sibylle?
- 1939: Mariquilla Terremoto
- 1939: Zwischen Strom und Steppe
- 1939: Wer küßt Madeleine?
- 1939: Der singende Tor
- 1939: Eine kleine Nachtmusik
- 1940: Liebesschule
- 1940: Links der Isar – rechts der Spree
- 1941: Die schwedische Nachtigall
- 1944/50: Die Kreuzlschreiber
- 1944/52: Das Mädchen Juanita
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Künstler-Almanach für Bühne und Film. Band 13. Wilhelm Ritter Verlag, Berlin 1943, DNB 013006460, S. 307.
- Piet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100001. Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. Showbiz-Data-Verlag, Villingen-Schwenningen 1992, ISBN 3-929009-01-5, S. 840.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Charlotte Schellhorn bei filmportal.de
- Charlotte Schellhorn bei IMDb
- Charlotte Schellhorn In: Virtual History (englisch)
Anmerkungen und Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Stadt Bad Aibling, Geburtsregister Standesamt Bad Aibling, Nr. 11/1922.
- ↑ Bundesarchiv, Akten der Reichstheaterkammer, Personalakte Charlotte Schellhorn, R 9361-V/61924 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).
- ↑ Die Kinder. In: Die Bühne, Heft 112/1942, S. 24 f. (online bei ANNO).
- ↑ Schellhorn, Charlotte. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten. Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Arndt-Verlag, Kiel 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 408.
- ↑ Magistrat der Stadt Wien, Familienbuch Standesamt 1/2 Wien-Innere Stadt-Mariahilf, Nr. 1009/1941.
- ↑ Marktgemeinde Millstatt am See, Sterbebuch Standesamt Millstatt, Nr. 62/1945.
- ↑ Todesfälle. In: Neue Steirische Zeitung, 21. November 1945, S. 3 (online bei ANNO).
- ↑ Charlotte Schöbinger-Schellhorn. In: Neue Steirische Zeitung, 25. November 1945, S. 8 (online bei ANNO). Da die Traueranzeige von Hans Schott-Schöbinger unterzeichnet wurde, ist anzunehmen, dass es nach der Scheidung zu einer Aussöhnung der Eheleute gekommen war.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schellhorn, Charlotte |
| ALTERNATIVNAMEN | Schellhorn, Elisabeth Charlotte Johanna (Geburtsname); Schöbinger, Charlotte (Ehename) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 23. Januar 1922 |
| GEBURTSORT | Bad Aibling, Bayern, Deutsches Reich |
| STERBEDATUM | 18. November 1945 |
| STERBEORT | Millstatt am See, Kärnten, Österreich |