Mallnitz

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Mallnitz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Mallnitz
Mallnitz (Österreich)
Mallnitz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 111,73 km²
Koordinaten: 46° 59′ N, 13° 10′ OKoordinaten: 46° 59′ 23″ N, 13° 10′ 12″ O
Höhe: 1191 m ü. A.
Einwohner: 820 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 9822
Vorwahl: 04784
Gemeindekennziffer: 2 06 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mallnitz 11
9822 Mallnitz
Website: https://www.mallnitz.gv.at/
Politik
Bürgermeister: Günther Novak (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(11 Mitglieder)

6 GFM, 5 SPÖ

Lage der Gemeinde Mallnitz im Bezirk Spittal an der Drau
Bad Kleinkirchheim Baldramsdorf Berg im Drautal Dellach im Drautal Flattach Gmünd in Kärnten Greifenburg Großkirchheim Heiligenblut am Großglockner Irschen Kleblach-Lind Krems in Kärnten Lendorf Lurnfeld Mallnitz Malta Millstatt am See Mörtschach Mühldorf Oberdrauburg Obervellach Radenthein Rangersdorf Reißeck Rennweg am Katschberg Sachsenburg Seeboden am Millstätter See Spittal an der Drau Stall Steinfeld (Kärnten) Trebesing Weißensee Winklern KärntenLage der Gemeinde Mallnitz im Bezirk Spittal an der Drau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Blick auf Ortskern von Mallnitz und Tauerntal von 2130 m Höhe
Wasserfälle im Seebachtal

Mallnitz ist eine Gemeinde mit 820 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten in Österreich.

Mallnitz ist Heilklimatischer Kurort.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt in einem Seitental links der Möll und wird vom Mallnitzbach und dem Seebach durchflossen. Es ist eingebettet im Gebirgsstock der Goldberg- und der Ankogelgruppe, die zum Nationalpark Hohe Tauern gehören. Die Gemeinde grenzt im Norden an das Bundesland Salzburg, bei Mallnitz liegt der südliche Eingang des Tauerntunnels der Tauernbahn.

An Mallnitz grenzen die Gemeinden Flattach im Westen, Malta im Osten und Obervellach im Süden. Eine direkte Verkehrsverbindung besteht allerdings lediglich über die Mallnitzer Straße B 105 nach Obervellach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist in die Katastralgemeinden Mallnitz und Dösen gegliedert, zu denen folgende vier Ortschaften gehören (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[2]):

  • Dösen (23)
  • Mallnitz (445)
  • Rabisch (34)
  • Stappitz (302)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner Lage in einem hochgelegenen Seitental in den Zentralalpen wurde die Region um das heutige Mallnitz wohl frühestens zur Bronzezeit erstmals besiedelt, als sich ein Metallhandel aus dem Salzburger Raum über die Tauernübergänge in den Süden entwickelte. Wahrscheinlich führte eine der Handelsrouten auch über Übergänge auf Mallnitzer Boden, wie der Fund eines Bronzeschwertfragments in Obervellach nahelegt. Der Fund einer keltischen Silbermünze am Mallnitzer Tauern belegt die Anwesenheit von Kelten, die sich ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. in der Region niederließen. Aus keltischer Zeit stammt auch der Flussname Möll (von molina, Bergbach). Eine dauerhafte Besiedlung ist jedoch auch für die Zeit der Römer, die bedeutende befahrbare Straßen über den Korntauern und den Mallnitzer Tauern anlegten, und deren Reste noch heute deutlich im Gelände ablesbar sind, noch nicht nachweisbar.

Um 600 wanderten von Südosten kommend Slawen entlang der alten Römerstraßen in den Kärntner Raum ein und siedelten sich an. Der heutige Ortsname Mallnitz leitet sich vom frühslawischen Malinica (als „kleine Möll“ zu deuten) ab. Hatte das gesamte Mölltal auch im frühen Mittelalter noch wenige kleinere Ortsflecken aufzuweisen, so begann man ab dem 10. Jahrhundert durch Rodungen auch höher gelegene Gebirgsregionen urbar zu machen. Im Mölltal wie auch im Mallnitztal wurden Schwaigen zur Viehzucht angelegt, so dass man von dieser Zeit an von einer kontinuierlichen Ansiedlung sprechen kann. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mallnitz 1299 im Urbar der vorderen Grafschaft Görz; zu diesem Zeitpunkt gehörte das heutige Gemeindegebiet zum Landgericht Falkenstein, was sich bis zur Bildung der Ortsgemeinde nicht ändern sollte.

Im 12. und 13. Jahrhundert stieg der Saumhandel über die Tauern sprunghaft an, wovon auch die Bevölkerung profitierte. Eine große Rolle spielte dabei der Transport von Salz, später von so genanntem Welschwein und von dem in den Tauern gewonnenen Gold.

Im August 1825 besuchte der Wiener Alpinist und Hofkammerbeamte Josef Kyselak (1798–1831) bei seiner Österreichwanderung auch Mallnitz.[3] Er staunte, dass Menschen auf dieser Seehöhe dauerhaft leben: Klee hing zur Dörre auf Harfen geschlichtet, Roggen und Weizen war mit Ende August noch unreif am Felde! Mais bildete kleine Einfassungen an diesen; doch von Heidekorn, Bohnen oder Erdäpfel hatte ich nichts bemerkt. Wie viele Schicksale mußte der Mensch erleben, wie so manches versuchen, bis ihn die Not zwang, aus lachenden Fluren in die riesigen Winkel der Alpen zu ziehen, und Samen, in Asienes Zonen nur heimisch, zu seinem Unterhalt in Sibirien's Klima zu bauen! Hier ist sieben Monate Winter, und die anderen fünf teilen sich in Tauwetter und drückende Hitze. Man zeigte mir drei Klafter hoch am Kirchturme einen Strich, so hoch war vor einigen Jahren der Schnee; es mußte dann notwendigerweise das ganze Örtchen unsichtbar, und die Bewohner dem Ersticken, Erfrieren oder Erhungern nahe sein.

Bei der Bildung von Ortsgemeinden im Jahr 1850 war Mallnitz zunächst ein Teil der Großgemeinde Obervellach, die aber per Landesgesetz vom 5. Juni 1895 verkleinert werden sollte. So verselbständigten sich die drei neuen Ortsgemeinden Penk, Flattach und Mallnitz. Am 30. März 1896 wurden die ersten Gemeinderatswahlen durchgeführt, ein Datum, welches als die eigentliche Geburtsstunde der selbstständigen Gemeinde Mallnitz gelten darf.

Mit dem Bau des Tauerntunnels der Tauernbahn (1901–1907) nahm die Gemeinde einen großen Aufschwung. Die Inbetriebnahme ist auch als Initialzündung für den Aufschwung des Tourismus im Mallnitztal zu sehen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Dösener See (2270 m) vom Buderusweg

Laut Volkszählung 2001 hatte Mallnitz 1027 Einwohner, davon waren 88,7 % österreichische und 7,2 % deutsche Staatsbürger. 76,9 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen und 11,5 % zur evangelischen Kirche, 1,6 % zum Islam. 6,7 % der Bevölkerung waren ohne religiöses Bekenntnis.[4]

Mit dem Bau der Tauernbahn und dem Bahnhof in Mallnitz entstanden viele neue Arbeitsplätze und der Tourismus wurde gefördert. Dadurch stieg die Einwohnerzahl von 461 im Jahr 1900 auf 1126 im Jahr 1951 an, ist jedoch seither wieder leicht rückläufig, betrug am 31. Dezember 2005 noch 951 Einwohner, und am 1. Jänner 2013 nur noch 814 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mallnitz
Nationalparkmuseum BIOS in Mallnitz
Die Ankogelbahn führt in zwei Teilstrecken bis in eine Höhe von 2637 m. Als Alternative bietet sich der landschaftlich reizvolle Anstieg von der Talstation (ca. 1300 m) an, der bis zur Bergstation in 3 bis 3½ Stunden zu bewältigen ist. Ab dort führt ein markierter hochalpiner Steig mit teilweise sehr anspruchsvollen, steilen Abschnitten hinauf zum Gipfel des Ankogels. Eine Möglichkeit für den Abstieg bietet die ebenfalls markierte Route über die Kleinhapscharte, den Pleschischg und das Seebachtal, die allerdings deutlich länger ist und mehrere Stunden in Anspruch nimmt.
  • Säuleck, relativ leicht zu besteigender Gipfel mit einer Höhe von 3086 m.
Skigebiet Ankogelbahnen Mallnitz mit Seilbahn
  • Nationalparkzentrum BIOS: Besucherinformationsstelle für den Nationalpark Hohe Tauern, Dauerausstellung „Was ist Leben?“ und wechselnden Sonderausstellungen (2015 z.B. „Hautnah und Mittendrin. Tiere und Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern“).
  • Heilklimatischer Höhenluftkurort: Mallnitz darf das (in Österreich) staatlich geprüfte Prädikat Heilklimatischer Höhenluftkurort führen. Er ist damit einer der wenigen Orte in Österreich. Das alpine Reizklima hilft bei vielen Erkrankungen der Atemwege. Dafür existieren markierte Wanderwege auf beinahe 25 Kilometer Länge von ebenen Talwegen bis zu Bergrouten um die Dreitausender-Gipfel. Zudem trägt Mallnitz den Titel Bergsteigerdorf des ÖAV.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südportal des Tauerntunnels, um 1911

Mallnitz ist die höchstgelegene Bahnhof der Tauernstrecke. Alle InterCity-Züge (IC) halten hier. Mallnitz ist auch Verladebahnhof der Autoschleuse der ÖBB durch den 8,37 km langen Tauerntunnel. Bereits seit über 90 Jahren besteht hier die Möglichkeit der Autoverladung zwischen Böckstein im Gasteinertal und Mallnitz-Obervellach im Mölltal.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs war hier der „Führerzug“, der Sonderzug Adolf Hitlers abgestellt. Die Wehrmacht sprengte und verbrannte hier am 7. Mai 1945 dessen Salonwagen, damit er den Kriegsgegnern nicht in die Hände fiel.

Durch das Mallnitztal führt die Mallnitzer Straße B 105 nach Obervellach. Um Mallnitz wird von den Herbert Peitler Verkehrsbetrieben ein Wander- und Schibus sowie eine Buslinie nach Obervellach angeboten.

Mallnitz ist Mitglied der Alpine Pearls, die sich für umweltfreundliche Mobilität im Alpenraum einsetzen.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Mallnitz wurde bei der Gemeinderatswahl 2015 von 15 auf 11 Mitglieder reduziert und setzt sich wie folgt zusammen: 6 Gemeinsam für Mallnitz, 5 SPÖ.

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2009 Günther Novak (SPÖ).

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wappen von Mallnitz, das der Gemeinde am 26. Jänner 1981 verliehen wurde, symbolisiert der gestufte Felsen den Hauptkamm der Hohen Tauern mit dem Ankogel, in dem unten der Tauerntunnel angedeutet ist. Die frühere Goldgewinnung in den Tauern ist durch die Tingierung angedeutet, der Bergkristall spielt auf dessen reiches örtliches Vorkommen an.

Das Wappen hat folgende Blasonierung:

„In Blau ein goldener, zweimal gestufter Felsen, im Schildfuß von einem schwarz-blau geöffneten ummauerten Tunnelmund durchbrochen, rechts oben von einem silbernen dreifachen Bergkristall beseitet.“[6]

Die Fahne ist Blau-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regina Stampfl/Roland Kals/Peter Haßlacher: Mallnitz. Perle im Nationalpark Hohe Tauern, Österreichischer Alpenverein, Innsbruck 2013, (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mallnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetzlich anerkannte Heilklimatischen Kurorte in Österreich, auf www.oehkv.at, abgerufen am 7. Juni 2015
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  3. "Dorfe Malnitz" in: Joseph Kyselak: Skizzen einer Fußreise durch Oesterreich, Steiermark, Kärnthen, Berchtesgaden, Tirol und Baiern nach Wien Wien 1829, S. 102.
  4. Statistische Angaben laut Gemeindedaten, Stand Volkszählung 2001 der Statistik Austria
  5. https://www.alpine-pearls.com/die-urlaubsorte/ort/oesterreich/mallnitz/
  6. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 180