Christa Agnes Tuczay

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Christa Agnes Tuczay (* 7. Februar 1952 in Eisenstadt) ist eine österreichische Altgermanistin und Kulturwissenschaftlerin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuczay maturierte am musisch-pädagogischen Realgymnasium des Theresianums Eisenstadt. Ab dem Sommersemester 1971 studierte sie Deutsche Philologie und Pädagogik, Philosophie und Psychologie, zusätzlich Ethnologie, Indologie und Finno-Ugristik an der Universität Wien und schloss mit dem Magistertitel ab. Sie promovierte 1981 in Wien mit der Arbeit über das Märchenmotiv Der Unhold ohne Seele. Von 1981 bis 2006 war sie Mitarbeiterin des Projektes der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Motiv-Index der deutschsprachigen weltlichen Erzählliteratur von den Anfängen bis 1400. Seit 1991 ist sie Lehrbeauftragte und seit 2008 Dozentin am Institut für Germanistik in Wien, war auch Gastprofessorin in Chiang Mai (Thailand), Innsbruck und Klagenfurt.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind Erzählforschung, Kulturkunde, Mentalitätsgeschichte, Magiegeschichte und Psychohistorie des Mittelalters.

Während Ihres Studiums begann sie in Wiener Rock ‘n‘ Roll und Blues Bands Keyboard und Saxophon zu spielen. Das brachte sie ins neu gegründete Kulturzentrum Gassergasse, wo sie sich bald auch für den Verein als Schriftführerin engagierte und diese Stellung bis zur Schließung des Zentrums innehatte.

Sie ist Mitglied des P.E.N.-Clubs und Vizepräsidentin der Wiener Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geister, Dämonen Phantasmen – eine Kulturgeschichte. Wiesbaden (Marix) 2015. ISBN 978-3-7374-0972-8
  • Kulturgeschichte der mittelalterlichen Wahrsagerei, Berlin (De Gruyter) 2012, ISBN 3110240408
  • Ekstase im Kontext. Mittelalterliche und neuere Diskurse einer Entgrenzungserfahrung. Peter Lang, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3-63157-194-1
  • Die Herzesser. Dämonische Verbrechen in der Donaumonarchie, Seifert Verlag, Wien 2007. ISBN 3-90240-628-3
  • Die aventiurehafte Dietrichepik: Laurin und Walberan, jüngerer Sigenot, Eckenlied, Wunderer, Mittelhochdeutscher Text mit neuhochdeutscher Übersetzung (GAG 599), Göppingen (Kümmerle Verlag) 1999. ISBN 3-87452-841-3
  • Magie und Magier im Mittelalter, München (Diederichs) 1992 und 2. Aufl. München (DTV) 2003. ISBN 3-89996-852-2
  • Der Unhold ohne Seele, Wien (Verlag Karl Halosar) 1981 (=WAGAPH 18) ISBN 3-900269-18-1
  • Mitherausgeberin und Mitautorin der Sammelbände Vater Ötzi und das Krokodil im Donaukanal, Moderne Sagen aus Österreich, Der poetische Wiedergänger, Faszination des Okkulten und Tierverwandlungen, Jenseits.
  • Ir sult sprechen willekomen. Grenzenlose Mediävistik, Festschrift für Helmut Birkhan zum 60. Geburtstag, hg. v. Ulrike Hirhager, Karin Lichtblau, Christa Agnes Tuczay. Bern (Peter Lang) 1998. ISBN 978-3-906759-24-1
  • Poetische Wiedergänger – Deutschsprachige Vampirismus-Diskurse vom Mittelalter bis zur Gegenwart, hg. v. Christa Agnes Tuczay und Julia Bertschik, Tübingen (Francke Verlag) 2004. ISBN 3-77208-080-4
  • Motif-Index of German Secular Narratives from the Beginning to 1400. Hg. v. Karin Lichtblau und Christa Agnes Tuczay vols. 1-6 vols. Berlin (Walter de Gruyter) 2006. Vol. 7 Rainer Sigl und Christa Agnes Tuczay. Berlin (Walter de Gruyter) 2010. ISBN 978-3-11-019320-6
  • Faszination des Okkulten. Diskurse zum Übersinnlichen. Hg. v. Christa Agnes Tuczay und Wolfgang Müller-Funk: Tübingen (Francke Verlag) 2008. ISBN 3-77208-259-9
  • Tierverwandlungen. Codierungen und Diskurse. Hg. v. Christa Agnes Tuczay und Willem de Blécourt. Tübingen (Francke Verlag) 2011. ISBN 3-77208-406-0
  • Jenseits - Eine mittelalterliche und mediävistische Imagination: Interdisziplinäre Ansätze zur Analyse des Unerklärlichen. (=Beihefte zur Mediävistik, hg.v. Peter Dinzelbacher und Romedio Schmitz-Esser Bd. 21). Frankfurt (Peter Lang) 2015. ISBN 978-3-631-66836-8
  • Traumnarrative. Motivische Muster - Erzählerische Traditionen - Medienübergreifende Perspektiven. Hg. v. Christa Agnes Tuczay und Thomas Ballhausen. Wien (Praesens Verlag) 2018. (=Wissenschaftliche Veröffentlichung der Internationalen kulturwissenschaftlichen Gesellschaft 2) ISBN 978-3-7069-0998-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]