Christian Peacemaker Teams

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Christian Peacemaker Teams (CPT) (auf Deutsch Christliche Friedensstifter Teams) ist eine von den historischen Friedenskirchen (Mennoniten, Church of the Brethren und Quäker) ausgehende Initiative, die ausgebildete Friedensfachkräfte in Konfliktregionen entsendet. Die Christian Peacemaker Teams wurden aus der Erkenntnis heraus gegründet, dass christliche Pazifisten auch bereit sein sollten, in Krisengebieten Verantwortung zu übernehmen. Neben dem Irak gibt es derzeit CPT-Teams in Barrancabermeja (in Kolumbien), Hebron und At-Tuwani (in Palästina), Kenora (in Ontario/Kanada) und an der Grenze von Mexiko und den USA.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Dokumentation und Veröffentlichung von Menschenrechtsverletzungen, die Schutzbegleitung von gefährdeten Personen, die Vermittlung von Kontakten zwischen lokalen sowie internationalen Menschenrechtsorganisationen und die Entwicklung gewaltfreier Alternativen zur Lösung von Konflikten. CPT hofft, ein Vollzeit-Corps von 65 Personen und ein Reserve-Corps von 250 Personen aufbauen zu können.

Derzeit hat CPT Büros in Chicago und Toronto. Ein weiteres ist in den letzten Jahren im London Mennonite Center eröffnet worden.

Projekte[Bearbeiten]

Das erste Vollzeitprojekt der CPT war in Haiti, wo das Team eine Gemeinde begleitete, die während des Putschregimes 1993/94, das Präsident Jean Bertrand Aristide gestürzt hatte, zur Zielscheibe von Paramilitärs geworden war. In Washington und Richmond unterstützten Teams zu gleicher Zeut humanitäre Projekte im Umfeld hoher Kriminalität. Im Mexiko begleitete ein Team Mayas, die gewaltfrei gegen die Vertreibung aus ihren angestammten Dörfern durch Paramilitärs protestierten.

Irak[Bearbeiten]

Seit Oktober 2002 ist ein Team von CPT im Irak präsent. Hier haben die Christian Peacemaker Teams auch als erste über den Folterskandal im Gefängnis Abu Graib berichtet [1]. Am 26. November 2005 wurden dort vier Aktivisten entführt. Am 10. März 2006 wurde die Leiche eines der Entführten gefunden und identifiziert. Der 54-jährige US-Amerikaner Tom Fox war laut irakischer Polizei durch einen Kopfschuss getötet worden.

Am 23. März 2006 wurden die drei übrigen Mitglieder der Gruppe Norman Kember, James Loney, und Harmeet Singh Sooden aus der Geiselhaft befreit.[2]

Palästinensische Autonomiegebiete[Bearbeiten]

CPT hat 2 Teams in Palästina, eins in Hebron und eins in At-Tuwani. Ihre tägliche Arbeit beinhaltet die Begleitung von palästinensischen Schulkindern zum Schutz vor Schikanen seitens jüdischer Siedler sowie Soldaten, das Dokumentieren von Siedler-Gewalt sowie Führungen durch Hebron, die sich hauptsächlich an Friedensaktivisten und Kirchenmitglieder richten. Laut dem CPT ist die israelische Besatzung "gewalttätig" und Versöhnung zwischen Palästinensern und Israels könne erst dann stattfinden wenn die Besatzung endet.[3] Bei der Begleitung von Schulkindern in 2005 zusammen mit Amnesty International und Operation Dove wurde ein Mitglied von einem extremistischen jüdischen Siedler schwer verletzt.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Abgerufen am 27. Dezember 2009 (PDF; 12 kB).
  2. BBC Meldung
  3. In pictures: Christian Peacemakers, Hebron
  4. HEBRON/AT-TUWANI URGENT ACTION: Stop Extremist Violence