Chronstau

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Chronstau
Chrząstowice
Wappen von Chrząstowice
ChronstauChrząstowice (Polen)
ChronstauChrząstowice
Chronstau
Chrząstowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Opole
Fläche: 8,68 km²
Geographische Lage: 50° 39′ N, 18° 4′ OKoordinaten: 50° 39′ 0″ N, 18° 4′ 0″ O
Einwohner: 1281 (31. Dez. 2010[1])
Postleitzahl: 46-053
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: CzęstochowaOpole
Schienenweg: Zawadzkie–Opole
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 9 Schulzenämter
Fläche: 82,31 km²
Einwohner: 6778
(30. Jun. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 82 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1609012
Verwaltung (Stand: 2015)
Gemeindevorsteher: Florian Ciecior[3]
Adresse: ul. Dworcowa 38
46-053 Chrząstowice
Webpräsenz: www.chrzastowice.pl



Chronstau (poln. Chrząstowice, 1936–1945 Kranst) ist ein Ort in Oberschlesien im Powiat Opolski der Woiwodschaft Opole in Polen, östlich von Opole (Oppeln) und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chronstau liegt zwölf Kilometer östlich von der Kreisstadt und Woiwodschaftshauptstadt Opole (Oppeln). Im Ort münden die beiden Bäche Ptaszkówka und Jemielnica in die Himmelwitzer Wasser[4]. Nördlich von Chronstau verläuft die Landesstraße Droga krajowa 46 sowie im Süden die Bahnlinie zwischen Oppeln und Ozimek. Im Norden und Osten befindet sich ein großes Waldgebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Chronstau sind im Osten Dembiohammer (Dębska Kuźnia), im Süden Dembio (Dębie) und im Südwesten Derschau (Suchy Bór) und im Westen Lendzin (Lędziny).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Försterei in Chronstau um 1930 – Fotograf Max Glauer
Kirche der Unbefleckten Empfängnis

Die Ortschaft wurde 1259 das erste Mal als Chranstouiz erwähnt. Der Name leitet sich vom polnischen Wort Chrosty ab und bedeutet so viel wie dichte Sträucher. 1532 wird der Ort ein weiteres Mal als Chrzanstowitz erwähnt[5].

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1921 in Oberschlesien eine Volksabstimmung über die weitere staatliche Zugehörigkeit abgehalten. In Chronstau wurden 248 Stimmen (54,0 %) für den Verbleib bei Deutschland und 211 (46 %) für den Anschluss an Polen abgegeben, worauf Chronstau in Deutschland verblieb.[6] Vor dem Zweiten Weltkrieg war Chronstau Teil des Landkreises Oppeln.

1945 fiel der Ort an Polen und erhielt die Bezeichnung Chrąsty bzw. Chrząsty; 1947 wurde schließlich der Ortsname Chrząstowice festgelegt. Nach dem Krieg ist nur eine geringe Zahl der einheimischen Bevölkerung vertrieben worden. Bis heute leben drei Bevölkerungsgruppen in der Gemeinde: Polen, Deutsche (26,7 %) und Schlesier (6,5 %).

Seit 2006 ist die Gemeinde Chronstau offiziell zweisprachig und 2008 wurden deutschsprachige Ortsbezeichnungen eingeführt.

Am 11. Dezember 2008 wurden in der Gemeinde feierlich die zweisprachigen Ortsschilder enthüllt. Chronstau ist die dritte Gemeinde mit deutschsprachigen Ortsschildern in der Woiwodschaft Opole.[7]

Am 30. Oktober 2012 wurden an allen Bahnhöfen, die in der Gemeinde liegen, zweisprachige Bahnhofsschilder aufgestellt. Diese tragen unter der polnischen Bezeichnung die deutsche. Es handelt sich dabei um die ersten zweisprachigen Bahnhofsschilder in Polen. Es gibt drei Bahnhöfe im Gemeindegebiet: Chronstau, Derschau und Dembiohammer.[8] Als nach kurzer Zeit die Bahnhöfe renoviert wurden, wurden die Tafeln wieder abgenommen. Nachdem nun neue polnische Tafeln angebracht worden waren, entbrannte ein Streit um die Zweisprachigkeit der Bahnhaltestellen.[9]

2015 eröffnete die Deutsche Fußballschule Chronstau.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • röm.kath. Kirche der Unbefleckten Empfängnis - 1896–1897 im neugotischen Stil erbaut[11].
  • Gefallenendenkmal
  • Empfangsgebäude des Bahnhofs Chrząstowice/Chronstau

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1997 arbeitet die Gemeinde Chronstau mit der deutschen Gemeinde Reinhardtsgrimma in Sachsen partnerschaftlich zusammen.

Landgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Chronstau umfasst ein Gebiet von 82 km² mit rund 6.500 Einwohnern. Zur Gemeinde gehören folgende Orte:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chronstau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Chrząstowice (powiat opolski, województwo opolskie) w 2010 r. Online (xls-Datei)
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  3. Website der Gemeinde, Wójt Gminy Chrząstowice, abgerufen am 23. Januar 2015
  4. http://chrzastowice.pl/1.7/index.php/solectwa/chrzastowice
  5. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch- topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845. S. 78
  6. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung; abger. am 15. Oktober 2009
  7. NTO.pl: W Chrząstowicach stanęły znaki z dwujęzycznymi nazwami miejscowości
  8. Zweisprachige Bahnhofsschilder in Chronstau
  9. NTO: W gminie Chrząstowice dwujęzyczne tablice mogą zawisnąć na stacjach PKP
  10. VDG: Fußballschule in Schlesien schon in Deutschlands Munde
  11. Kirchen im Gemeindegebiet Chrząstowice