Cicada 3301

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Cicada 3301 ist der Name, mit dem eine unbekannte Organisation, die seit 2012 mehrfach komplexe Rätselserien veröffentlichte, in den Medien benannt wird. Der Name wird auch für die Rätselwettbewerbe selbst verwendet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Januar 2012 wurde auf dem „Random“-Board „/b/“ des Imageboards 4chan eine Nachricht in englischer Sprache gepostet, in der angekündigt wurde, dass hochintelligente Individuen gesucht würden. Dazu sei ein Test entworfen worden. Im Bild, das die Nachricht zeigte, sei eine weitere Nachricht versteckt. Diese versteckte Nachricht führe zu dem geheimnisvollen Urheber. Man erwarte die wenigen, die das Rätsel lösen könnten. Unterschrieben war die Botschaft mit „3301“.[1][2]

Am 5. Januar 2013, genau ein Jahr nach dem ersten Auftauchen, meldete sich Cicada 3301 erneut, wieder auf 4chan. Eine zweite Rätselrunde wurde gestartet: „Hello again. Our search for intelligent individuals now continues.“[3]

Am 6. Januar 2014 begann Runde 3, diesmal jedoch auf Twitter. Ein Tweet, der in der Rätselfolge von 2013 benutzt worden war, wurde wiederbelebt. Der Text lautete: „Hello. Epiphany is upon you. Your pilgrimage has begun. Enlightenment awaits.“[1][4]

Am 6. Januar 2016 meldete sich Cicada 3301 mit einem Tweet zurück. Die Thematik von 2013 und 2014 wurde wieder aufgegriffen, in dem auf das – offenbar immer noch nicht entschlüsselte – Manuskript „Liber Primus“, das in Runenschrift verfasst wurde, verwiesen wurde.[5]

Im April 2017 wurde eine weitere überprüfbare Nachricht der Gruppe gefunden.[6]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cicada-3301-Botschaften verwenden als Logo das Bild einer Zikade (englisch: „Cicada“) und sind mit „3301“ unterzeichnet. Es gibt eine Verbindung zwischen Zikaden und der Zahl 3301: Manche Zikadenarten haben einen Paarungszyklus von 13 oder 17 Jahren, beides Primzahlen, und 3301 ist selbst eine Primzahl.[1]

Rätsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Lösung der Rätsel sind Kenntnisse in den unterschiedlichsten Bereichen erforderlich, darunter Verschlüsselungsverfahren und Steganografie, der Okkultismus des Aleister Crowley, Cyberpunk-Literatur, angelsächsische Runen oder Darknets wie Tor. Die Lösung eines Rätselschritts führt zum nächsten Rätsel.[1][7][8]

In der ersten Rätselserie 2012 war der Endpunkt eine Seite im Tor-Netzwerk. Nachdem eine unbekannte Anzahl von Teilnehmern diese Seite erreicht hatte, zeigte sie schließlich die Nachricht: „We want the best, not the followers.“ In einer weiteren Nachricht einige Wochen später hieß es: „Hello, we have now found the individuals we sought. Thus our month-long journey ends. For now. Thank you for your dedication and effort. If you were unable to complete the test, or did not receive an email, do not despair. There will be more opportunities like this one.“[1][2]

2012 erforderte die Teilnahme an Cicada 3301 auch das Aufsuchen bestimmter Orte. An verschiedenen weltweit verstreuten Orten waren Poster an Straßenlaternen angebracht worden, auf denen ein QR-Code zu sehen war, der zum nächsten Rätselschritt führte.[7][2]

Der schwedische Computerexperte Joel Eriksson dokumentierte Cicada 3301, nachdem er es bis zum Ende der Rätselserie 2012 geschafft hatte, jedoch zu spät: die Seite war bereits geschlossen. Es hatten sich in kürzester Zeit Teilnehmerforen im Internet gebildet, auf denen die Rätsel diskutiert und Lösungen veröffentlicht wurden.[2][9][8] Detaillierte Informationen wurden in einem Cicada-3301-Wiki gesammelt.[10]

Urheber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urheber und Zweck der Cicada-3301-Rätsel sind nicht bekannt. Die Spekulationen reichen von einem Alternate Reality Game über eine Marketingkampagne bis hin zu Einstellungstests privater, staatlicher oder krimineller Organisationen. Vielfach genannt werden Geheimdienste wie MI6 und CIA.[1]

Einige Jahre vor Cicada 3301 hatte der britische Nachrichtendienst GCHQ ein ähnliches Verfahren zur Suche nach geeigneten Mitarbeitern benutzt. Auch Google setzte Rätsel zur Personalsuche im Internet ein.[4][2]

Zur Unterscheidung von Nachahmern und Trittbrettfahrern sind die Cicada-3301-Nachrichten mit einer PGP-Unterschrift versehen.[4][7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f James Vincent: Masonic conspiracy or MI6 recruitment tool? Internet mystery Cicada 3301 starts up again. The Independent, 7. Januar 2014 (englisch)
  2. a b c d e Chris Bell: The internet mystery that hast he world baffled. The Telegraph, 25. November 2013 (englisch)
  3. Alex Hern: Cicada 3301: I tried the hardest puzzle on the internet and failed spectacularly. The Guardian, 10. Januar 2014 (englisch)
  4. a b c Chris Williams: Cicada 3301: The web’s toughest and most creepy crypto-puzzle is BACK. The A Register, 11. Januar 2014 (englisch)
  5. Cicada Puzzle 2016 https://twitter.com/1231507051321/status/684596461628223488
  6. Nachricht von April 2017 https://pastebin.com/yEiTHhvF
  7. a b c Jane Wakefield: Cicada 3301: The dark net treasure trail reopens. BBC, 9. Januar 2014 (englisch)
  8. a b Uli Ries: Cicada 3301: Die geheimnisvollste Schnitzeljagd des Internet. Heise Security, 27. November 2013
  9. Joel Eriksson: //3301. Dokumentation der Cicada-3301-Rätselserie von 2012 (englisch)
  10. Uncovering Cicada Wiki (englisch)