Clipeus

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Clipeus.

Clipeus oder Clipeum ist der lateinische Begriff für einen großen, metallenen Rund- oder Ovalschild.

Etymologie[Bearbeiten]

Der ursprüngliche griechische Name für diesen Schild ist aspis (Altgriechisch: ἀσπίς), im Lateinischen nannte man ihn dann Clipeus.

Beschreibung[Bearbeiten]

Eine imago clipeata auf einem Sarkophag

Der Clipeus wurde im römischen Heer in der Frühzeit von den Soldaten der beiden ersten Glieder der Phalanx geführt. Er war der Standardschild der schweren, römischen Infanterie. Später wurde er vom ovalen Scutum abgelöst.[1]

In einer zweiten Bedeutung steht der Begriff für ein rundes Porträt eines Verstorbenen an dessen Sarkophag. Eine solche imago clipeata kann auch in Stein gehauen sein. Im weiteren Sinne wird der Begriff allgemein auf runde, schildförmige Dekorationsmotive angewandt.

Im Mittelalter und in der Renaissance wurde er als Brustbild in Form eines Medaillons aufgegriffen und häufig am Rahmen eines Bildes angebracht oder als architektonisches Ornament benutzt.

Clipeus virtutis[Bearbeiten]

Das Clipeus virtutis (lat: Schild der Tapferkeit) war eine Auszeichnung eines römischen Legionärs, wenn er sich in einer Schlacht durch Tapferkeit auszeichnete.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auguste Demmin, Die Kriegswaffen in ihrer historischen Entwickelung von der Steinzeit bis zur Erfindung des Zündnadelgewehrs: ein Handbuch der Waffenkunde, Verlag Seemann, 1869, Seite 309.

Literatur[Bearbeiten]

  • August Demmin: Die Kriegswaffen und ihre geschichtliche Entwickelungen. Friesenhahn, Leipzig 1993, S. 46, 189, 213, 225, 227, 251, 261, 262, 263, 309, 552, 553 (Enzyklopädie, Scanversion/Vollversion, deutsch).
  • Margarete Weidemann: Kulturgeschichte der Merowingerzeit nach den Werken Gregors von Tours. Band 2. Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Mainz 1982, ISBN 3-88467-003-4 (Römisch-Germanisches Zentralmuseum zu Mainz Monographien 3, 2).