Cluster (Epidemiologie)

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In der Infektionsepidemiologie ist ein Cluster (deutsch Ballung, Anhäufung) bzw. Fall-Cluster einer Krankheit (wie z. B. Krebs; in diesem Fall spricht man von einem Krebscluster) eine Anhäufung einzelner unerwarteter bzw. ungewöhnlicher Erkrankungsfälle (Inzidenzen), die zur einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort beobachtet werden und bei denen (noch) keine gemeinsame Ursache bestätigt wurde. Bei Krankheiten von besonderer Bedeutung müssen Cluster genauestens untersucht werden. Steht die Häufung von Fällen in einem epidemischen Zusammenhang, dann spricht man von einem Ausbruch.[1] Bei Clustern liegt eine Zunahme der Inzidenzen von viel geringerem Ausmaß vor als bei einem Ausbruch oder bei einer Epidemie. Handelt es sich um eine Infektionskrankheit, so spricht man von einem Infektionscluster.

Das statistische Instrumentarium um zu überprüfen, ob die Anzahl der Fälle die erwartete Anzahl überschreitet oder nicht wird Clusteranalyse genannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kiehl: Infektionsschutz und Infektionsepidemiologie. Fachwörter – Definitionen – Interpretationen. Hrsg.: Robert Koch-Institut, Berlin 2015, ISBN 978-3-89606-258-1, S. 26, Stichwort Cluster