Dôle (Wein)

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Der Dôle [doːl] ist die bekannteste Rotwein-Cuvée aus der Schweiz. Er ist ein Walliser AOC-zertifizierter Wein, der aus reinem Pinot noir, der im Wallis geerntet, gewogen, sondiert und vinifiziert wurde, oder einer Mischung von ebenfalls im Wallis erlaubten und kultivierten roten Rebsorten stammt, wobei diese Mischung mindestens 85 % aus den Rebsorten Pinot noir und Gamay bestehen muss. In diesen 85 % muss der Pinot noir überwiegen. Jegliche Zugabe ist verboten.[1] Der Pinot noir und der Gamay sind im Wallis traditionelle rote Rebsorten, denen die Bezeichnung Grand Cru vorbehalten ist.[2]

Ursprung und Namenskunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Namen «Dôle» benannte im Jahr 1820 der Genfer Botaniker und Naturwissenschaftler Augustin Pyramus de Candolle die Rotweinrebsorte Gamay aus der französischen Stadt Dole. Die ersten diesbezüglichen Rebstöcke kamen 1850 ins Wallis. Der ursprünglich mit der Rebsorte Gamay verbundene Name «Dôle» bezeichnete später eher den Pinot noir, bevor sich der Name endgültig auf einen Walliser Mischsatz beider Gewächse bezog (roter Cuvée- bzw. Assemblage-Wein).[3] Aus dem Burgund wurde der Pinot noir durch den Staatsrat ebenfalls Mitte des 19. Jahrhunderts im Wallis eingeführt.[4]

Beschreibung Mischung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dôle besteht zu mindestens 85 % aus Pinot noir und Gamay, sowie maximal 15 % anderen Sorten wie Syrah, Humagne Rouge und Cornalin, die alle ebenfalls im Wallis zugelassen sein müssen. Auch der Syrah und Humagne rouge sind im Wallis traditionelle rote Rebsorten sowie der Cornalin eine einheimische rote Rebsorte, denen ebenfalls die Bezeichnung Grand Cru vorbehalten ist. Der Anteil an Pinot noir muss mindestens 51 % betragen. Als Mindestmostgewicht sind 83 Grad Oechsle vorgeschrieben. Für die Klassifizierung als Dôle gelten Höchstertragsgrenzen für die einzelnen Sorten, die vom Kanton festgelegt werden.

Degustation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pinot noir verleiht dem Dôle seine kräftige Struktur, während der Gamay ihm intensive Aromakomponenten verschafft, wie auch einen frischen und anschmiegsamen Charakter.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weisse Dôle (französisch La Dôle blanche) ist ein weissgekelterter Walliser AOC-Rosé aus den gleichen Rebsorten wie der Dôle, der als Sommerwein gilt. Er kann zudem bis zu 10 % mit Walliser AOC-Weissweinen verschnitten werden.[5]

Falls das geforderte Mindestmostgewicht nicht erreicht wird, kann der Dôle unter dem Namen Goron vermarktet werden, wobei auch diese Trauben ausschliesslich im Wallis geerntet, gewogen, sondiert und vinifiziert wurden. Der Goron wird vor allem lokal in der Schweiz selbst konsumiert.[6][7] Auch der weissgekelterte Rosé de Goron stammt ausschliesslich aus Trauben, die im Wallis geerntet, gewogen, sondiert und vinifiziert worden sind. Dabei handelt es sich um Walliser Landweine, wobei die traditionellen Bezeichnungen "Goron" und "Rosé de Goron" nicht mit einer geographischen Referenz begleitet werden. Stammt der diesbezügliche Wein einzig aus der Rebsorte Pinot noir oder Gamay, so kann er ebenfalls als Rebsortenbezeichnung verbunden mit einer geographischen Herkunftsbezeichnung wie "Schweizer Pinot noir", "Schweizer Rosé de Gamay" usw. und dem Vermerk "Landwein" ("LW", französisch Vin de pays) in den Handel gebracht werden.[8]

Den roten Walliser Landwein Goron gilt es nicht zu verwechseln mit der kurz ebenso genannten Walliser Rebsorte Goron de Bovernier.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel 55 der (PDF) Verordnung über den Rebbau und den Wein (VRW, 916.142), Sitten 17. März 2004.
  2. Artikel 32 und 88 der (PDF) Verordnung über den Rebbau und den Wein (VRW, 916.142), Sitten 17. März 2004.
  3. Dôle, der erste Assemblagewein auf museeduvin-valais.ch, abgerufen am 16. November 2017.
  4. Pinot Noir auf lesvinsduvalais.ch, abgerufen am 18. November 2017.
  5. Artikel 57bis der Verordnung über den Rebbau und den Wein (916.142), Sitten 17. März 2004.
  6. Goron. weinkenner.de, abgerufen am 20. November 2015.
  7. Goron. wein-plus.eu, abgerufen am 20. November 2015.
  8. Artikel 40 und 61 der (PDF) Verordnung über den Rebbau und den Wein (VRW, 916.142), Sitten 17. März 2004.