Dörnbergpark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dörnbergpark
Wappen Regensburg.svg
Park in Regensburg
Dörnbergpark
Dörnberg-Palais, Ansicht von Ost
Basisdaten
Ort Regensburg
Angelegt 1804
Neugestaltet 1867
Bauwerke Dörnberg-Palais
Nutzung
Parkgestaltung Englischer Landschaftspark
Technische Daten
Parkfläche 7,4 ha

Koordinaten: 49° 0′ 57,9″ N, 12° 5′ 8,4″ O

Ansicht von Südost

Der Dörnbergpark ist ein 7,4 Hektar großer Park. Der Park ist nur wenig westlich entfernt von Schloss St. Emmeram und dem Helenentor, dem Ausgang aus der Altstadt von Regensburg. Vom Bismarckplatz ist dieses bedeutende Denkmal der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts ebenfalls nur wenig südlich entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jüdische Bankier und Hoffaktor der Fürsten von Thurn und Taxis Philipp Reichenberger ließ von 1804 bis 1806 nach Plänen von Emanuel Herigoyen 500 m südlich vor der damals noch erhaltenen Stadtmauer, die am Bismarckplatz verlief, eine Vorstadtvilla, das heutige Dörnbergpalais, und einen ca. 1,9 Hektar großen Park errichten. 1832 wurde das Grundstück von Freiherr Ernst Friedrich von Dörnberg (1801–1878), Gesamtverwalter der Fürsten von Thurn und Taxis von 1828 bis 1871, erworben. Er war der Bruder von Wilhelmine von Dörnberg, die seit 1828 mit Maximilian Karl von Thurn und Taxis verheiratet war. Nach vier Geburten wurde sie 1832 kränklich, erkrankte 1834 schwer und starb. Ihr Bruder hatte das Dörnbergpalais mit Park in der Hoffnung gekauft, seiner Schwester mit einem passenden Umbau des Palais und einer Erweiterung des Parks einen Ort der Erholung gestalten zu können.

Parkansicht

Ernst Friedrich von Dörnberg erweiterte den Park beträchtlich auf seine heutige Größe südlich bis zur Augustenstraße und westlich bis zur Hoppestraße und ließ den Park in den Jahren von 1864 bis 1867 vom königlich bayerischen Hofgärtner Carl von Effner mit der Anpflanzung von 1400 Bäumen verschiedenster Art zu einem Englischen Landschaftspark ausgestalten. Heute finden sich davon nur noch ca. 250 Bäume im Park, davon die Hälfte Buchen. Aus der Zeit der Parkanlage stammen auch die heute noch vorhandenen Parkbauten (Schweizer Haus / Rosarium (1871), Gesellschaftshaus, Gärtner- und Gewächshaus) sowie die seitdem abgegangenen Gebäude (Maschinenhaus mit Wasserturm und Dampfmaschine zur Bewässerung, Pferdestall und Wagenremise, Rinden-Häuschen, Pavillon). Im Jahr 1947 wurden Palais, Bauten und Park unter Denkmalschutz gestellt.

Seit dem Tod des erbenlosen Sohnes Ernst von Dörnberg (1836–1897) im Jahr 1897 wird das Dörnbergpalais und der Park von der Gräflich von Dörnberg’schen Waisenfonds-Stiftung verwaltet. Wie testamentarisch verfügt blieb der Park anfänglich geschlossen, erst in den Jahren von 1921 bis 1926 und seit 1938 wurde er für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein Obhutsvertrag aus dem Jahr 1956 zwischen der Stiftung und der Stadt Regensburg regelt Öffnung und Unterhalt des Parks bis heute. [1]

Parkbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 7,4 Hektar große Park besitzt eine Ost-West-Ausdehnung von 375 m und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 270 m. Er befindet sich im Mittel auf einer Höhe von 340 m über NN. Von den ca. 1400 Bäumen sind rund 30 % älter als 100 Jahre und stammen damit aus dem Originalbestand des 19. Jahrhunderts. Charakteristisch für die 63 Baumarten (37 Laubbaumarten, 26 Nadelbaumarten) des Parks sind Rotbuche (Büschelbuchen), Spitzahorn-Haine und oft fremdländische Solitärbäume (Blutbuche, Schwarznuss, Rosskastanie). Rund 26 Vogelarten und die Fledermausart Abendsegler sind im Park heimisch.

Erhaltung und vorläufige Schließung des Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des Jahres 2018 musste der Park aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres geschlossen werden. Schon 2008 hatten Untersuchungen ergeben, dass die Wurzeln der Buchen, die nach gut 250 Jahren das Ende ihres natürlichen Lebensalters erreicht haben, vom pflanzenvernichtenden Pilz Phytophthora befallen waren. Ein mehrjähriger Rettungsversuch blieb erfolglos, denn als parasitärer Folgeschädling kam der Brandkrustenpilz hinzu, der Moderfäule in Wurzeln und bodennahen Regionen des Stammes verursacht. Der Pilzbefall kann die Standfestigkeit der Bäume so stark mindern, dass sogar äußerlich auf den ersten Blick symptomfreie Bäume ohne Vorwarnung umstürzen können. Deshalb gab es keine Alternative zur vorübergehenden Schließung des beliebten Parks. Die zum Jahresende 2018 geplante Wiedereröffnung des Parks musste im November 2018 auf einen noch nicht absehbaren Zeitpunkt verschoben werden.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Band 5, 1949. Seite 619.
  • Die Grafen von Dörnberg und ihre Stiftung. Regensburg : Mittelbayerische Dr.- und Verl.-Anst., 1991.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Bauer: Regensburg Kunst- Kultur- und Alltagsgeschichte. 6. Auflage. MZ-Buchverlag in H. Gietl Verlag & Publikationsservice GmbH, Regenstauf 2014, ISBN 978-3-86646-300-4, S. 595–597.
  2. Der Dörnbergpark bleibt geschlossen, Mittelbayerische Zeitung vom 29. März 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018.