Dünnschichtzytologie

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Die Dünnschichtzytologie, auch Flüssigkeitszytologie oder flüssigkeitsbasierte Zytologie genannt, ist eine spezielle Methode zur Abstrichentnahme und Abstrichaufbereitung, insbesondere bei der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses.

Die Methode ist eine technische Weiterentwicklung des bisherigen Pap-Tests, bei dem der Zellabstrich direkt auf ein Glasplättchen ausgestrichen wird. Bei der Dünnschichtzytologie werden die Abstriche in ein kleines Gefäß mit Flüssigkeit ausgeschüttelt und somit eine Zelllösung hergestellt. Dabei werden Verunreinigungen wie Blut, Schleim und Entzündungszellen entfernt und erst im Anschluss die Zellen in einer dünnen Schicht auf einem Objektträger verteilt. Es ergibt sich durch diese Verfahrensweise ein für den Untersucher gut zu beurteilendes Abstrichpräparat, das herkömmlich manuell, aber auch computerassistiert ausgewertet werden kann. Dadurch soll der Anteil nicht oder schlecht zu beurteilender Präparate sowie unklarer oder falscher Befunde gesenkt werden.[1] Jedoch konnte die Überlegenheit nicht in allen Studien bestätigt werden.[2][3]

In vielen Ländern ist die Dünnschichtzytologie mittlerweile die Methode der Wahl beim Screening auf ein Zervixkarzinom. In den USA werden nach Anerkennung durch die Food and Drug Administration und die Kostenträger mehr als 70 Prozent aller Abstriche mit Hilfe der Dünnschichtzytologie gemacht. Auch in England, Schottland, Irland und der Schweiz ist die Dünnschichtzytologie mittlerweile weit verbreitet.

Bislang ist dieses Verfahren in Deutschland noch nicht Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms und steht daher nur als sogenannte Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) zur Verfügung, da der Gemeinsame Bundesausschuss 2007 die Einführung der Dünnschichtzytologie zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkassen aufgrund unzureichender Beweise für die Überlegenheit ablehnte.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. G. Siebers, P. J. Klinkhamer, M. Arbyn, A. O. Raifu, L. F. Massuger, J. Bulten: Cytologic detection of cervical abnormalities using liquid-based compared with conventional cytology: a randomized controlled trial. In: Obstet Gynecol. 112, 2008, S. 1327–1334. PMID 19037043
  2. E. Davey, A. Barratt, L. Irwig, S. F. Chan, P. Macaskill, P. Mannes, A. Marion Saville: Effect of study design and quality on unsatisfactory rates, cytology classifications, and accuracy in liquid-based versus conventional cervical cytology: a systematic review. In: Lancet. 367, 2006, S. 122–132 doi:10.1016/S0140-6736(06)67961-0
  3. Albertus G. Siebers, Paul J. J. M. Klinkhamer, Johanna M. M. Grefte, Leon F. A. G. Massuger, Judith E. M. Vedder, Angelique Beijers-Broos, Johan Bulten: Comparison of Liquid-Based Cytology With Conventional Cytology for Detection of Cervical Cancer Precursors. A Randomized Controlled Trial. In: JAMA. 302, 2009, S. 1757–1764.
  4. Gemeinsamer Bundesausschuss: Früherkennung des Zervixkarzinoms. 2007. (PDF; 4,5 MB)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]