Das Schwarze Korps

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Das Schwarze Korps (1937)

Das Schwarze Korps mit den Untertiteln Zeitung der Schutzstaffeln der NSDAP – Organ der Reichsführung SS galt als das Kampf- und Werbeblatt der SS. Das SS-Blatt erschien im Franz-Eher-Verlag, der auch den Völkischen Beobachter herausgab.

Diese Zeitung erschien jeden Mittwoch im freien Verkauf und jeder SS-Mann war verpflichtet, sie zu lesen und für deren Verbreitung zu sorgen. Schriftleiter war der SS-Führer Gunter d’Alquen.

Das Blatt war kirchenfeindlich, in zahlreichen Artikeln wurde auch gegen Freimaurer und Juden gehetzt.

Hauptsächlich wurde aber die SS verherrlicht und es gab zahlreiche Artikel, die stolz über die Arbeit der SS-Totenkopfstandarten in den Konzentrationslagern berichteten; so berichtet zum Beispiel der Artikel K.Z. und seine Insassen (Heft 7 vom 13. Februar 1936, S. 10) über das Konzentrationslager Esterwegen.[1]

Die erste Ausgabe des Schwarzen Korps erschien am 6. März 1935 mit einer Auflage von 70.000 Exemplaren. Im November des gleichen Jahres waren bereits 200.000 und Ende 1944 rund 750.000 Stück aufgelegt. Die letzte Ausgabe erschien im April 1945.

Die Zeitung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem SS-eigenen Geheimdienst, dem Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (SD), herausgegeben. Alle Meldungen und Nachrichten waren mit diesem abgesprochen, so versorgte der SD die Zeitung regelmäßig mit neuen Artikeln.

Die Zuschriften der Rubrik „Leserzuschriften mit der Bitte um Stellungnahme/Kenntnisnahme“[2] gingen unverzüglich an den Sicherheitsdienst und konnten u. U. die direkte Verhaftung eines Beschuldigten nach sich ziehen, da diese Meldungen bzw. Leserbriefe der Gestapo übergeben wurden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Brandt: Unter strengster Wahrung der Form. Die Führung der SS-Zeitschrift „Das Schwarze Korps“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 105, 7. Mai 2005, (HTML; 25 kB (Memento vom 8. Juli 2008 im Internet Archive)).
  • Helmut Heiber, Hildegard von Kotze (Hrsg.): Facsimile-Querschnitt durch das Schwarze Korps (= Facsimile-Querschnitte durch Zeitungen und Zeitschriften. 12, ZDB-ID 532164-5). Scherz, München 1968.
  • Hilde Kammer, Elisabet Bartsch: Jugendlexikon Nationalsozialismus. Begriffe aus der Zeit der Gewaltherrschaft 1933–1945 (= rororo-Handbuch. Rororo. 6288). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1982, ISBN 3-499-16288-1.
  • Christian Kositza: ‚Das Schwarze Korps. Die Zeitung der Schutzstaffeln der NSDAP. Organ der Reichsführung SS‘ über den Judeozid. Books on Demand, Norderstedt 2013, ISBN 978-3-8482-2882-9.
  • Philip Kovačević: Der Balkan aus der Sicht der SS. Rezeption und Konstruktion des Balkanraumes in der SS-Zeitschrift „Das Schwarze Korps“. AVM, München 2009, ISBN 978-3-86924-843-1.
  • Patrick Merziger: Humour in Nazi Germany: Resistance and Propaganda? The Popular Desire for an All-Embracing Laughter. In: International Review of Social History. Band 52, Nr. S15, 2007, S. 275–290, doi:10.1017/S0020859007003240.
  • Sebastian Winter: Geschlechter- und Sexualitätsentwürfe in der SS-Zeitung Das Schwarze Korps. Eine psychoanalytisch-sozialpsychologische Studie. Psychosozial-Verlag, Gießen 2013, ISBN 978-3-8379-2289-9 (Zugleich: Hannover, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität, Dissertation, 2011).
  • Mario Zeck: Das schwarze Korps. Geschichte und Gestalt des Organs der Reichsführung SS (= Medien in Forschung + Unterricht. Ser. A, 51). Max Niemeyer, Tübingen 2002, ISBN 3-484-34051-7 (Zugleich: Tübingen, Universität, Dissertation, 2000).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Das Schwarze Korps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Abbildung in Günter Morsch: Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten (= Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. 19). Metropol, Berlin 2007, ISBN 978-3-938690-36-9, S. 245.
  2. Das Schwarze Korps. In: Hilde Kammer, Elisabet Bartsch: Jugendlexikon Nationalsozialismus. (= rororo-Handbuch. Rororo. 6288). 1982, S. 43–44.