David Stuart (Altamerikanist)

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David Stuart im Museum von Copán (2002)

David Stuart (* 7. August 1965) ist ein US-amerikanischer Altamerikanist, der die Kultur und Schrift der Maya erforscht. Stuart ist David und Linda Schele Professor Professor für die mittelamerikanische Kunst und Schrift an der University of Texas at Austin in der Fakultät für Kunst und Kunstgeschichte.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist der Sohn der Maya-Kulturwissenschaftler George Stuart und Gene Stuart und wuchs teilweise im Umkreis von Maya-Ruinen auf. Er begann im Alter von 8 Jahren unter Anleitung von Linda Schele die Maya-Hieroglyphen zu entschlüsseln. Im Jahre 1984, im Alter von 18 Jahren, wurde er der jüngste Empfänger des "Genius grant" der MacArthur-Gesellschaft. Er studierte an der Princeton University mit dem Bachelor-Abschluss und wurde 1995 an der Vanderbilt University in Anthropologie promoviert. Er lehrte ab 1993 elf Jahre an der Harvard University, bevor er 2004 Professor an der University of Texas at Austin wurde, wo er auch das Mesoamerica Center leitet. Er leitet auch das Forschungszentrum der Universität in Antigua, Guatemala (Casa Herrera).

Er hat wichtige Beiträge im Bereich der Epigraphik, insbesondere im Zusammenhang mit der Entschlüsselung der Maya-Schrift der präkolumbianischen Maya-Zivilisation Mittelamerikas, geleistet.[1] Insbesondere ist Stuart die wichtige Erkenntnis zu verdanken, dass in der Silbenschrift der Maya sehr viele verschiedene Zeichen für eine Silbe stehen können. Das führte zu einem Durchbruch in der Entzifferung.

Er forschte besonders in Copán (Honduras), Palenque (Mexiko), Piedras Negras (Guatemala), La Corona (Guatemala), and San Bartolo (Petén).

Er veröffentlichte ein Buch über Palenque und ein populärwissenschaftliches Buch über das Kalendersystem der Maya anlässlich der Behauptungen esoterischer Kreise um einen von den Maya für 2012 vorhergesagten Weltuntergang.

2011 wurde er Guggenheim Fellow.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Palenque, eternal city of the Maya, Thames and Hudson 2008
  • The order of days. Unlocking the secrets of the ancient Maya, Random House 2012
  • The Inscriptions from Temple XIX at Palenque, Pre-Columbian Art Research Center 2005
  • mit Stephen D. Houston: Classic Maya Place Names, Dumbarton Oaks Pre-Columbian Art and Archaeology Studies Series 1994
  • mit Stephen D. Houston: The Memory of Bones: Body, Being, and Experience among the Classic Maya, Joe R. & Teresa Lozano Long Series in Latin American & Latin, University of Texas Press 2011
  • mit Ian Graham: Corpus of Maya Hieroglyphic Inscriptions, Band 9, Teil 1: Piedras Negras, Peabody Museum Press 2005
  • als Herausgeber mit Stephen D. Houston, Oswaldo Chinchilla Mazariegos: The Decipherment of Ancient Maya Writing, University of Oklahoma Press, 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rob D'Amico: "Living Maya: Austin becomes a hotbed of past and future Maya knowledge ". The Austin Chronicle [1]

Dokufilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe Michael D. Coe: Breaking the Maya Code, London, Thames & Hudson 1992. ISBN 0-500-05061-9, S. 231 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]