De Sede

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de Sede AG

Rechtsform AG
Gründung 1965
Sitz Klingnau, Schweiz
Leitung Monika Walser, CEO
Mitarbeiterzahl 109 (7. Februar 2018)
Branche Möbel
Website www.desede.ch

de Sede ist ein Schweizer Möbel- und Lederaccessoireshersteller mit Sitz in Klingnau, Schweiz. Jährlich produziert das Unternehmen ca. 11'000 überwiegend von Hand gefertigte Möbelstücke.[1][2] 70 % der Produkte werden in 48 Länder exportiert, wobei sich die Produktion vollständig in der Schweiz befindet.[3]

Monika Walser, ehemalige Chefin des Taschen-Labels Freitag, leitet die de Sede AG seit 2014. Hauptinvestor ist die Oel Pool AG, mit Hauptaktionär Daniel Sieber.[2]

Die Möbelstücke werden über Händler weltweit sowie im Ausstellungsraum in Klingnau und im 2017 eröffneten Ausstellungsraum in Los Angeles[4] vertrieben.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsitz von de Sede in Klingnau

Die Kollektion von de Sede besteht aus Sofas, Sesseln, Liegen, Hockern, Bänken, Tischen, Betten und Outdoor-Möbeln. Ferner produziert die de Sede AG seit September 2017 eine eigene Taschenkollektion aus Leder, welche vollständig im Werk in Klingnau gefertigt wird.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

de Sede hat seinen Ursprung in einem Sattlerbetrieb, welcher 1962 von dem Sattlermeister Ernst Lüthy in Klingnau gegründet wurde. Sein Team war spezialisiert auf Ledermöbel, gefertigt in Handarbeit. 1965 wurde der Familienbetrieb in eine Aktiengesellschaft, die de Sede AG, umgewandelt. Designer mit internationalem Format wurden zur Kreation der Sitzmöbel beigezogen und weitere Produktionsstätten eröffnet, ein internationales Vertriebsnetz wurde aufgebaut. Durch Akquise und innovative Ideen wurde die Marke weltbekannt.

1984 erfolgte die Übernahme durch die PCW-Gruppe, 1993 übernahm Hans-Peter Fässler die Firma zusammen mit einem Partner durch einen Management-Buyout. Im Jahr 2000 wurde unter Hans-Peter Fässler die Firma FSM Frank Sitzmöbel hinzugekauft, welche bis heute Teil der de Sede AG ist. Im Jahr 2007 verkaufte Hans-Peter Fässler das Unternehmen an das Private-Equity-Haus Capvis, welches es gemeinsam mit den Möbelfirmen Machalke (Deutschland) und Wellis AG (Schweiz) in die de Sede Group aufgehen liess. 2013 gründeten sieben private Schweizer Investoren die DESEMA Holding AG und integrierten darin die de Sede AG und die Machalke Polsterwerkstätten GmbH, mit jeweils einer eigenen Geschäftsführung. 2014 übernahm Monika Walser die Geschäftsführung der de Sede AG mit den Marken de Sede und FSM. 2015 wurde Oel-Pool Investor und trägt bis heute 90 Prozent von de Sede, 10 Prozent gehören Monika Walser.[5]

Design Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurt Thut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

de Sede Sessel KT-221 designt von Kurt Thut

Im Jahr 1956 entwarf Kurt Thut das Sofa KT-221, welches das Klingnauer Unternehmen für sein 50-Jahr-Jubiläum anno 2015 einer behutsamen Auffrischung unterzog und wieder auflegte.[6]

Alfredo Häberli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Argentinien geborene Schweizer Designer Alfredo Häberli entwarf die Modellserie DS-373 für de Sede. Seine Inspiration fand er in einem kleinen Lederelefanten, den er auf einem Flohmarkt entdeckte. Er war fasziniert von dem dreidimensionalen Spielzeug, das aus einem zweidimensionalen Stoffstück gefaltet war. So nahm er es zu einem Treffen mit der Firma mit, stellte es auf den Tisch und sagte: "Ich möchte ein Sofa wie dieses machen."[7]

Stephan Hürlemann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

de Sede Sofa DS-21 designt von Stephan Hürlemann

Der Schweizer Architekt Stephan Hürlemann entwarf 2016 das Modell DS-21 für de Sede. Der Entwurf basiert auf einer modularen Struktur mit einem strikten Fussgestell und Polsterkuben, die sich austauschen lassen, so dass sich sowohl Form wie Aussehen des Möbels flexibel verändern lassen.[8]

Ueli Berger, Eleonore Peduzzi Riva, Heinz Ulrich, Klaus Vogt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

de Sede Sofa DS-600 designt von U. Berger, E. Peduzzi Riva, H. Ulrich, K. Vogt

DS-600 wurde von Ueli Berger, Eleonora Peduzzi-Riva, Heinz Ulrich und Klaus Vogt entworfen. Der Autodidakt Ueli Berger (1937–2008) arbeitete seit 1962 als Maler, Bildhauer, Zeichner und Designer oft architekturbezogen. Eleonore Peduzzi Riva hat sich als Künstlerin und Designerin in der Architektur, in der Innenarchitektur und -einrichtung sowie in der Forschung und Produktion im Bereich Industriedesign engagiert. Heinz Ulrich (* 1942) war nach der Lehre als Hochbauzeichner und nach Abschluss der Fachklasse für Innenarchitektur und Produktgestaltung an der Kunstgewerbeschule Zürich Leiter des Ausstattungsbetriebes beim Schweizer Fernsehen. Klaus Vogt (* 1938) gründete nach einer Bootsbauerlehre und der Ausbildung an der Fachklasse für Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule in Zürich sein eigenes Architekturbüro. Das Sofa DS-600 ist eine Element-Garnitur, die über unbegrenzte Ausbau- und Gestaltungsmöglichkeiten verfügt. Prominente wie Will Smith, Tina Turner oder Mick Jagger sind im Besitz des Modells.[9][5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aargauer Traditionsfirma de Sede kommt schon wieder in neue Hände. In: az Aargauer Zeitung. 16. Dezember 2015 (aargauerzeitung.ch [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  2. a b c Natalie Gratwohl: «Wir standen eine Sekunde vor dem Konkurs» | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. November 2017, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 7. Februar 2018]).
  3. Aargauer Kultmarke - Von Klingnau nach Hollywood: De Sede schafft Turnaround. In: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). (srf.ch [abgerufen am 6. Februar 2018]).
  4. de Sede: Showroom in Hollywood eröffnet. In: MÖBELMARKT. (moebelmarkt.de [abgerufen am 7. Februar 2018]).
  5. a b De Sede: Sitzt! - brand eins online. Abgerufen am 7. Februar 2018.
  6. Er war der Ur-Designer der Schweiz: Ausstellung ehrt Aargauer Kurt Thut. In: az Aargauer Zeitung. 4. November 2017 (aargauerzeitung.ch [abgerufen am 7. Februar 2018]).
  7. Slow design: Alfredo Häberli. In: ArchitectureAU. (architectureau.com [abgerufen am 7. Februar 2018]).
  8. David Streiff Corti: Design & Wohnen Designstudio: Ein Kopf voller Ideen | NZZ Bellevue. In: NZZ Bellevue. (nzz.ch [abgerufen am 7. Februar 2018]).
  9. arcade. Abgerufen am 7. Februar 2018 (englisch).