Detalmo Pirzio Biroli

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Detalmo Pirzio-Biroli (2000)

Detalmo Pirzio-Biroli (* 1915 in Friaul; † 30. März 2006 in Castello di Brazzà, Italien) war ein italienischer Adeliger, Offizier, Widerstandskämpfer, Autor und EU-Diplomat. Er war mit der deutschen Adeligen Fey von Hassell verheiratet, der Tochter des deutschen Kommunalpolitikers und Widerstandskämpfers Ulrich von Hassell.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detalmo Pirzio-Biroli entstammte einem alten italienischen landsässigen Adelsgeschlecht. Er wurde als Sohn der Idanna Di Brazza und deren Ehemann Giuseppe Pirzio-Biroli, Bruder des italienischen Generals Alessandro Pirzio-Biroli, geboren. Er heiratete am 8. Januar 1939 die junge deutsche Adelige Fey von Hassell[1] die aufgrund der Verstrickung ihres Vaters Ulrich von Hassell beim Staatsstreichversuch gegen das NS-Regime und Adolf Hitler am 29. Juli 1944 Sondergefangene der SS von 1944 bis 1945 war.[2]

Detalmo Pirzio-Biroli (links) und seine Ehefrau Fey von Hassell (rechts) (1947)

Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor:

Detalmo Pirzio-Biroli war von 1940 bis 1944 Kavallerieoffizier in der italienischen Armee und schloss sich dem Widerstand an. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss er sein Studium der Rechtswissenschaften in Rom ab.[5] Er ist Autor mehrerer Werke über Kulturanthropologie und Entwicklungszusammenarbeit.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detalmo Pirzio-Biroli war nach der Befreiung von Norditalien Mitglied des Kabinetts des italienischen Ministerpräsidenten Ferruccio Parri. Von 1946 bis 1949 war er mit der Verwaltung des Familiengutes in Brazza beschäftigt, ehe er 1950 bis 1954 als Berater des Fachausschusses für den Marshallplan für Italien fungierte. Von 1954 bis 1958 hatte er den Posten des obersten Sekretärs im italienischen Staatssekretariat für Außenhandel inne. Von 1959 bis 1964 arbeitete er für den italienischen Ölkonzern ENI. 1964 wurde Pirzio-Biroli als Leiter einer EG-Mission im Senegal (1964–1972) und in Mali (1976–1980). Nach seinem Ausscheiden aus der EU-Kommission wirke er als Wirtschaftsberater des Präsidenten der Republik Senegal (1981–1983) und führte Beratungsmissionen in Afrika im Auftrag des IWF und der OSZE. Er lehrt Entwicklungszusammenarbeit an der Universität Triest.[6]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Aufbau der italienischen Streitkräfte, in Schweizer Monatshefte 6 (1952/1953) S. 383 385.
  • Africa Nera, Verlag: La Terza, Bari 1979.
  • Révolution culturelle africaine, Dakar Abidjan 1983.
  • Il Sahel, sopravvivenza, autosufficienza, sviluppo, restaurazione dell'ecosistema, Verlag: Sansoni, Firenze 1986, ISBN 88-383-0029-1.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fey von Hassell: Hostage of the Third Reich. The Story of My Imprisonment and Rescue from the SS. Edited by David Forbes-Watt. Macmillan, New York 1989, ISBN 0-684-19080-X, S. 48.
  2. Sachsen Lese: Sachsen-Lese - Die grausame Odyssee der tapferen Fey von Hassell. Abgerufen am 24. November 2015.
  3. Dopo l’architettura razionale del periodo fascista c’è ancora uno stile italiano nelle grandi costruzioni? Intervista all’architetto Roberto Pirzio-Biroli - Bellunopress - Dolomiti.
  4. Vivian Pirzio-Biroli auf espl-genealogy.org.
  5. Estrelinha CIRI: L'autore.
  6. Pirzio-Biroli, Detalmo.