Deutscher Apothekerverband

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Deutscher Apothekerverband
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Rechtsform eingetragener Verein
Sitz Berlin
Gründung 1872
Website www.abda.de/abda/organisation/dav/

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) e. V. mit Sitz in Berlin ist der Zusammenschluss der Landesapothekerverbände auf Bundesebene. Mitglieder der Landesapothekerverbände können selbständige Apotheker mit eigener Apotheke in der Bundesrepublik Deutschland werden. Ca. 90 Prozent der selbständig tätigen Apotheker sind Mitglied in einem der 17 Landesapothekerverbände.[1] Verbandslogo ist das bekannte rote „Apotheken-A“.

Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes ist seit 2009 Fritz Becker. Dieser ist seit 1998 Präsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg e. V. Insgesamt gibt es 17 Landesapothekerverbände/-vereine, da Nordrhein-Westfalen in zwei Bezirke (NR und WL) aufgeteilt ist.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptaufgabe der Apothekerverbände ist die Verhandlung und der Abschluss von Arzneilieferungsverträgen, die die Grundaufgabe der öffentlichen Apotheke zur ordnungsgemäßen Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln insbesondere für gesetzliche Krankenkassen nach dem Fünften Sozialgesetzbuch konkretisieren. Da die gleichmäßige, gleichberechtigte und diskriminierungsfreie Arzneimittelversorgung ein Gut von höchstem gesellschaftlichem Wert ist, hat der Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch den „maßgeblichen Spitzenorganisationen der Apothekerschaft auf Landes- oder Bundesebene“ die Monopolstellung zum Abschluss von Lieferverträgen mit gesetzlichen Krankenkassen eingeräumt.[1] Dieses Monopol unterstreicht den Willen des Gesetzgebers, eine gleichmäßige, gleichberechtigte und diskriminierungsfreie Arzneimittelversorgung der Bevölkerung im Rechtsverhältnis mit gesetzlichen Krankenkassen zu sichern.

Diese Absicht des Gesetzgebers wird auch dadurch deutlich, dass Nichtmitglieder Lieferverträge, die der jeweilige Landesapothekerverband mit gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelt hat, uneingeschränkt gegen sich gelten lassen müssen, wollen sie an der Arzneimittelversorgung von Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen teilnehmen.

Daneben treten die Landesapothekerverbände und ihre Dachorganisation auf Bundesebene für die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der durch sie vertretenen Mitglieder ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1872 wurde der Deutsche Apothekerverein gegründet, der sich 1953 neu registrieren ließ und seit 1992 Deutscher Apothekerverband (DAV) heißt. 1950 wurde die Arbeitsgemeinschaft der Berufsvertretungen Deutscher Apotheker (ABDA) gegründet, die sich seit 1982 als Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände bezeichnet. Seit 1956 gibt es die Bundesapothekerkammer (BAK). In der DDR wurde das Apothekenwesen verstaatlicht und zentralisiert organisiert. Dort gab es keine vergleichbare Organisation.

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Apothekerverband ist heute in die folgenden regionalen Verbände und Vereine gegliedert:

  • Apothekerverband Brandenburg e. V.
  • Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.
  • Apothekerverband Nordrhein e. V.
  • Apothekerverband Rheinland-Pfalz e. V.
  • Apothekerverband Westfalen-Lippe e. V.
  • Apothekerverein Schleswig-Holstein e. V.
  • Bayerischer Apothekerverband e. V.
  • Berliner Apotheker-Verein. Apotheker-Verband Berlin (BAV) e. V.
  • Bremer Apothekerverband e. V.
  • Hamburger Apothekerverein e. V.
  • Hessischer Apothekerverband e. V.
  • Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V.
  • Landesapothekerverband Niedersachsen e. V.
  • Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e. V.
  • Saarländischer Apothekerverein e. V.
  • Sächsischer Apothekerverband e. V.
  • Thüringer Apothekerverband e. V.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Braasch: Das Gesundheitswesen in Deutschland: Struktur, Leistungen, Weiterentwicklung. Deutscher Ärzteverlag, 2007. ISBN 9783769132205. S. 331
  • Christoph Friedrich: Die Geschichte der ABDA von 1950-2000. GOVI, 2000. ISBN 9783774108134.
  • Jörg Heinsohn: Erfolgskonstellationen im Apothekenmarkt: Empirische Analyse und Gestaltungsempfehlungen. Springer, 2012. ISBN 9783658012182. S. 248
  • Jochen Taupitz: Die Standesordnungen der freien Berufe: Geschichtliche Entwicklung, Funktionen, Stellung im Rechtssystem. Walter de Gruyter, 1991. ISBN 9783110123760. S. 332ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jan Carels, Olaf Pirk: Springer Wörterbuch Gesundheitswesen: Public Health von A–Z. Springer, 2006. ISBN 9783540267867. S. 53.