Deutsches Institut für Erwachsenenbildung

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Kreuzbauten, Zentrale des DIE in Bonn

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) ist eine wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung mit Sitz in Bonn.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut soll zwischen Forschung und Praxis der Erwachsenenbildung vermitteln, Grundlagen für eine praxisorientierte Forschung liefern, wissenschaftliche Dienstleistungen zur Verfügung stellen und innovative Konzepte entwickeln. Ein Ziel der Forschungsarbeiten und Dienstleistungen des DIE besteht darin, die Wissenschaft von der Weiterbildung sowie die Praxis und Politik der Erwachsenenbildung in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dabei orientiert es sich an den Bedarfen und dem Nutzen der Weiterbildungsforschung und -praxis. Daher sind die Forschungsergebnisse des DIE nicht Abschluss der Arbeit, sondern ein Schritt in einem Kreislauf. Dieser umfasst das Aufspüren wichtiger und aktueller Fragen in Wissenschaft, Praxis und Politik der Weiterbildung und des Lebenslangen Lernens, die Erforschung dieser Fragen und ihr Diskurs bis hin zur Implementierung und kontinuierlichen Infrastrukturdienstleistung. Durch diese an den Bedarfen der Praxis ausgerichtete Arbeitsweise liefert das DIE Antworten auf Fragen der Weiterbildung für Wissenschaft, Praxis und Politik, stellt Lösungen bereit und begleitet deren Umsetzung in der Praxis. Die Leistungen des DIE richten sich an Forschende, Planende und Lehrende aus Wissenschaft, Praxis und Politik des Bereiches Erwachsenen- und Weiterbildung.

Das Institut vergibt alle zwei Jahre den Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut wurde 1957 als Pädagogische Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (PAS) mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Erster Direktor war Willy Strzelewicz. 1976 wurde die PAS in die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern (damals „Blaue Liste“, heute Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz) aufgenommen und 1994 in Deutsches Institut für Erwachsenenbildung umbenannt. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft lässt sich das DIE an den Exzellenzansprüchen außeruniversitärer Forschungsförderung messen. 2002 zog das Institut im Rahmen des Berlin/Bonn-Gesetzes von Frankfurt nach Bonn um.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 gliedert sich das Institut in zwei eng verbundene Organisationseinheiten, die ihrerseits in Programm- und Arbeitsbereiche unterteilt sind:

Im Daten- und Informationszentrum (DIZ) stehen dauerhafte Infrastrukturleistungen im Vordergrund der Arbeit, im Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) werden vorrangig Forschungsarbeiten durchgeführt.

Forschungs- und Entwicklungszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das FEZ ist in vier Programme aufgeteilt, die an den Handlungsebenen des Weiterbildungssystems orientiert sind:

  • Programm System und Politik
  • Programm Organisation und Management
  • Programm Programme und Beteiligung
  • Programm Lehren, Lernen, Beraten

Daten- und Informationszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Daten- und Informationszentrum (DIZ) stellt Infrastrukturen bereit, die wissenschaftliche Arbeit ermöglichen und die Forscher innerhalb wie außerhalb des DIE nutzen. Außerdem sind im DIZ Aufgaben des Wissenstransfers angesiedelt, mit denen das DIE für die zielgruppengerechte Verbreitung der erarbeiteten Ergebnisse sorgt. Es ist in fünf Arbeitsbereichen organisiert:

  • Publikationen
  • Bibliothek
  • Portale
  • Statistik
  • Servicestellen.

Die Bibliothek des DIE ist die größte wissenschaftliche Spezialbibliothek für Erwachsenenbildung. Der Bibliotheksbestand umfasst rund 88.000 Bände. Es werden 170 Zeitschriften laufend gehalten, anteilig inhaltlich ausgewertet und für die Nutzung bereitgestellt.

Publikationen des DIE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bücher, Zeitschriften und Online-Texte des DIE greifen grundlegende und aktuelle Themen der Erwachsenenbildung auf. Die Buchreihen sind auf die spezifischen Leserinteressen zugeschnitten:

  • Perspektive Praxis gibt Handlungsempfehlungen und Rezeptwissen für Praktiker in der Erwachsenenbildung
  • Die Studientexte für die Erwachsenenbildung bereiten fachliches Wissen zum Selbststudium oder als kursbegleitendes Material didaktisch auf.
  • In Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung stellen Wissenschaftler aktuelle und richtungsweisende Forschungsergebnisse vor, die ihre Wirkung auch für die Praxis entfalten.
  • In dem Format DIE Spezial erscheinen Bücher von bildungspolitischer Relevanz mit nationaler und internationaler Reichweite. Die Inhalte entspringen empirischen Forschungsvorhaben.
  • Die Länderporträts zur Weiterbildung bieten eine komprimierte Orientierung zum Weiterbildungssystem des jeweiligen Landes. Neben Strukturdaten werden die Eigenheiten des nationalen Systems dargestellt.

Hinzu kommen Einzelveröffentlichungen, die Grundlagenwissen der Erwachsenenbildung vermitteln, Ergebnisse aus DIE-Projekten oder von Fachtagungen.

Vierteljährlich erscheint die DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung. Sie informiert über aktuelle Projekte, Diskussionen und Ereignisse im Praxisfeld der Erwachsenenbildung. Mit drei Ausgaben im Jahr erscheint die Zeitschrift für Weiterbildungsforschung - Report bei Springer VS im Open-Access.

Im DIEspace erscheinen Online-Texte zur Erwachsenenbildung. Zudem werden viele der Publikationen des DIE Open Access veröffentlicht, seit 2013 auch Open Access Gold. Die ersten Titel, die zeitgleich Open Access und als Printausgaben erschienen waren zwei Titel aus der Reihe „Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung“: Zunächst wurde „Telling Lives“ von Marianne Horsdal in deutscher Übersetzung publiziert, gefolgt vom Gesamtbericht zum „Adult Education Survey“ 2012.

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]