Deutsches Tapetenmuseum

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Seit der Gründung 1923 befand sich das Museum im Roten Palais, von dem seit der Zerstörung 1943 nur noch der Portikus erhalten ist
Das Gebäude des Hessischen Landesmuseums, in dem die Sammlung bis 2008 zu sehen war

Das Deutsche Tapetenmuseum ist ein Museum in Kassel, das zur Museumslandschaft Hessen Kassel gehört. Es spiegelt die Geschichte der Wandbekleidung wider.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1920 wurde in Kassel auf Initiative des Tapetenhändlers Gustav Iven der Verein Deutsches Tapetenmuseum gegründet.[1] Der ebenfalls in diesem Jahr gegründete Trägerverein des Museums ist seitdem der Hauptfinanzier, ihm gehören verschiedene Tapetenhersteller und -händler an. Mitte der 1980er Jahre trat die Stadt Kassel dem Verein bei.[2]

Das Tapetenmuseum wurde 1923 als private Einrichtung eröffnet. Es hatte seinen Sitz zunächst im Roten Palais am Friedrichsplatz. Die Sammlung, zu der Tapetenfabrikanten und -händler beitrugen, wuchs bis 1934 auf 9000 Tapeten. Die Ausstellung wurde im selben Jahr auf das Weiße Palais ausgeweitet. Das Rote Palais wurde während des Zweiten Weltkriegs bis auf den Portikus, das Weiße Palais vollständig zerstört.

Ab 1948 befand sich das Museum im Schloss Wilhelmshöhe, dort wurden im Weißensteinflügel jedoch nur Teile der Sammlung gezeigt. 1976 wurde das Tapetenmuseum im Hessischen Landesmuseum untergebracht und die Objekte auf 1000 Quadratmeter Fläche gezeigt. Das Museum ging 1993 in die Trägerschaft des Landes Hessen über, die Sammlung blieb weiterhin im Eigentum des Vereins Deutsches Tapetenmuseum.

Die mittlerweile auf etwa 23.000 Tapeten angewachsene Sammlung umfasst Goldledertapeten aus dem 16. Jahrhundert bis zu Designertapeten der Gegenwart, chinesische Tapeten, Panoramatapeten sowie Tapeten aus Materialien wie Buntpapier und Wachstuch.[3][4] Auf diese Weise wurden im Landesmuseum etwa 10.000 komplette oder fragmentierte Dekors aus den letzten 300 Jahren ausgestellt, 600 davon in einer reichen Schauausstellung und 20 kontrastvollen Räumen.

Seit 2008 ist das Museum wegen Umbauarbeiten des Landesmuseums geschlossen, jedoch werden Teile der Sammlung im Rahmen wechselnder Sonderausstellungen gezeigt.[5] Das Museum soll künftig an einem neuen Standort präsentiert werden, nach derzeitigem Stand (2016) in einem Neubau am Standort des heutigen Hessischen Verwaltungsgerichtshof am Brüder-Grimm-Platz gegenüber dem Landesmuseum. Mit einer Eröffnung ist jedoch nicht vor 2019/2020 zu rechnen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verein Deutsches Tapetenmuseum e.V. auf der Seite museum-kassel.de
  2. Ernst Wolfgang Mick: Das Deutsche Tapetenmuseum in Kassel. In: Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland – Stadt und Landkreis Kassel. Band 7, 1986, S. 64.
  3. Das neue Tapetenmuseum auf dem Kasseler Weinberg soll 2013 fertig sein In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 26. Februar 2010
  4. Deutsches Tapetenmuseum (Memento vom 6. September 2010 im Internet Archive) auf der Seite webmuseen.de
  5. Wandlust – Schaufenster Deutsches Tapetenmuseum abgerufen am 29. Juni 2014
  6. Zukunft des Tapetenmuseums weiter offen In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 12. August 2013

Koordinaten: 51° 18′ 39″ N, 9° 29′ 24″ O