Diastolische Herzinsuffizienz

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Klassifikation nach ICD-10
I50.1- Linksherzinsuffizienz
Diastolische Herzinsuffizienz
I50.11 Ohne Beschwerden (NYHA-Stadium I)
I50.12 Mit Beschwerden bei stärkerer Belastung (NYHA-Stadium II)
I50.13 Mit Beschwerden bei leichterer Belastung (NYHA-Stadium III)
I50.14 Mit Beschwerden in Ruhe (NYHA-Stadium IV)
I50.19 Nicht näher bezeichnet
I11.0 Hypertensive Herzkrankheit mit (kongestiver) Herzinsuffizienz

ICD-10-GM

ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Die diastolische Herzinsuffizienz, auch Herzinsuffizienz bei erhaltener systolischer Pumpfunktion (HFpEF von engl. heart failure with preserved ejection fraction) oder Herzinsuffizienz mit erhaltener systolischer Linksventrikelfunktion, ist eine Form der Linksherzinsuffizienz.[1] Wenn die Diastolische Herzinsuffizienz zusammen oder als Folge einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) auftritt, wird sie auch als Hypertensive Herzkrankheit bezeichnet.

Bei der diastolischen Herzinsuffizienz liegt eine Funktionsstörung in der Entspannungsphase des Herzens (Diastole) vor. Die Pumpfunktion des Herzens (Systole) ist nicht beeinträchtigt.[1][2]

Die asymptomatische diastolische Dysfunktion, auch isolierte diastolische Dysfunktion, ist eine Vorstufe der diastolischen Herzinsuffizienz.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

30-50 % aller Patienten, die Symptome einer Herzinsuffizienz aufweisen, leiden an einer isolierten diastolischen Funktionsstörung.[1]

Ursache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das menschliche Herz

Die diastolische Herzinsuffizienz ist definiert als erhöhter Füllungswiderstand vorwiegend der linken Herzkammer bei normaler systolischer Pumpfunktion.
Der Ventrikel (Herzkammer) hat entweder eine

oder eine

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allein anhand der Symptome ist eine diastolische Herzinsuffizienz nicht von der systolischen Herzinsuffizienz zu unterscheiden. Wenn aber deutliche Zeichen einer Herzinsuffizienz vorliegen, die Pumpfähigkeit des Herzens aber nicht verringert ist (Auswurfleistung EF > 50 %), macht das eine diastolische Herzinsuffizienz wahrscheinlich.[1][2]

Die Symptome der diastolischen Herzinsuffizienz sind in erster Linie durch das niedrige Herzzeitvolumen bei eingeschränkter Füllung des versteiften, linken Ventrikels (linke Kammer) bedingt.[2]

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diagnose der diastolischen Herzinsuffizienz ist manchmal komplex und erfordert einige ergänzende Verfahren. Zentralen Stellenwert bei der Diagnose der diastolischen Herzinsuffizienz hat die Echokardiographie.[1][2]

Bei der diastolischen Herzinsuffizienz ist der linksventrikuläre enddiastolische Druck (LVEDP) erhöht. Das linksventrikuläre enddiastolisches Volumen (LVEDV) ist normal oder erniedrigt. Die Herzfrequenz bleibt unverändert oder ist erniedrigt. Die Blutauswurfmenge (Ejektionsfraktion) ist normal oder erhöht (EF > 50 %).[1][2]

Daneben können durch die Echokardiographie für die diastolische Herzinsuffizienz sehr spezielle und deshalb diagnosesichernde Messwerte erhoben werden und es kann eine Schweregradeinteilung erfolgen unabhängig von der NYHA-Klassifikation:

  • I Normal
  • II Relaxationsstörung
  • III Pseudonormalisierung
  • IV Restriktiv
    • IVa: reversibel
    • IVb: irreversibel.[1]
Druck-Volumen-Kurve

In der Druck-Volumen-Kurve des linken Ventrikels (siehe Bild) verursacht die diastolische Herzinsuffizienz im Krankheitsverlauf eine Verschiebung nach oben und nach links, in Abhängigkeit von der zunehmend verminderten ventrikulären Compliance.[1][4]

Prognose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn durch den erhöhten linksventrikulären enddiastolischen Druck (LVEDP) ein Rückstau über den linken Vorhof und die Pulmonalvenen entsteht, kann dies zu einer kardialen Dekompensation mit Atemnot und peripheren Ödemen bis hin zum Lungenödem führen.[5]

Behandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Therapie der systolischen Herzinsuffizienz wirksamen Medikamente (ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Beta-Blocker) sind bei der diastolischen Herzinsuffizienz wirkungslos. Das Medikament Spironolacton zeigte in einer Studie eine Verbesserung der diastolischen Herzmuskelfunktion, eine Abnahme der Hypertrophie und der laborchemischen Marker für Herzinsuffizienz (NTproBNP), jedoch ohne Besserung der Symptome oder der Leistungsfähigkeit. Vor allem Menschen mit einer diastolischen Herzinsuffizienz im fortgeschrittenen Stadium haben aber in Hinblick auf Hospitalisierung und Prognose von Spironolacton profitieren können.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Burkert Pieske: Kompetenznetz Herzinsuffizienz, Wie erkenne ich eine diastolische Herzinsuffizienz? Abgerufen am 26. Juli 2016.
  2. a b c d e Irene Miekusch: Österreichische Ärztezeitung, Diastolische Herzinsuffizienz. Abgerufen am 26. Juli 2016.
  3. G. P. Aurigemma, W. H. Gaasch: Clinical practice. Diastolic heart failure. In: N Engl J Med. 2004; 351, S. 1097.
  4. D. L. Brutsaert, S. U. Sys, T. C. Gillebert: Diastolic failure: pathophysiology and therapeutic implications. In: J Am Coll Cardiol. 1993; 22, S. 318.
  5. G. P. Aurigemma: Diastolic heart failure--a common and lethal condition by any name. In: N Engl J Med. 2006; 355, S. 308.
  6. DGK, Pressetext DGK 04/2014, Erstmals medikamentöser Therapie-Erfolg: Diastolische Herzmuskelschwäche lässt sich doch beeinflussen. Abgerufen am 27. Juli 2016.
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