Dichtheit

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Dieser Artikel behandelt die Dichtheit von Stoffen. Zum Begriff der Dichtheit in der Mathematik siehe dichte Teilmenge.

Dichtheit, auch Dichtigkeit gegenüber einem Stoff, Gas, einer Flüssigkeit, Strahlung o. Ä., ist eine Eigenschaft von Materialstrukturen.

Dichtheit ist ein relativer Begriff. Absolut dichte Teile gibt es nicht. Die Forderung nach Dichtheit bezieht sich immer auf vorgegebene Rahmenbedingungen. Beispielsweise ist ein Wasserrohr wasserdicht bis zu einem gewissen Innendruck mit einer zulässigen Leckrate.

Für die Dichtheit einer Gesamtkonstruktion sind dabei immer die Materialeigenschaften des Baumaterials sowie die Qualitätseigenschaften des Aufbaus (Fugen, Risse, Lufteinschlüsse etc.) entscheidend. Die Dichtheit wird mittels einer Dichtheitsprüfung nachgewiesen.

Anwendungsbeispiele[Bearbeiten]

Allgemeine Übersichtsartikel: Luftdichtheit, Wasserdichtigkeit

  • Luftdichtheit von Wohngebäuden: Sind Wohngebäude nicht ausreichend luftdicht ausgeführt, kommt es zu erhöhtem Energieverbrauch, unerwünschten Zuglufterscheinungen, Feuchtigkeitsschäden durch Tau- und Kondenswasser und zu einer Verschlechterung des Schallschutzes.
  • Luftdichtheit von Kaminen: Überdruckkessel müssen gegenüber dem Aufstellungsraum dicht sein, damit die Verbrennungsgase nicht in den Aufstellungsraum austreten. Feuerstätten, die als Naturzugkessel nur mit Unterdruck betrieben werden, brauchen nicht vollkommen dicht zu sein. Bei Undichtheiten kann Raumluft in die Feuerstätte einströmen, Abgas aber nicht austreten.
  • Gas- und Strahlungsdichtheit von Lagerstätten: Castor-Behälter müssen beispielsweise die Dichtheit über die gesamte Transport- und Lagerdauer gewährleisten. Der Behälterkörper bildet dazu zusammen mit dem Doppeldeckel-Dichtsystem eine dichte Umschließung des radioaktiven Inhalts. Die Funktion des Doppeldeckelsystems wird während der langfristigen Zwischenlagerung ständig überwacht.
  • Dichtheit von Betonbauwerken gegenüber Gase und Flüssigkeiten: Schleusen, Talsperren, Bauwerke im Grundwasser (Weiße Wanne), Tunnel
  • Dichtheit von Versorgungsleitungen: Gasdichtheit von Gasleitungen, Wasserdichtheit von Wasserleitungen, Öldichtheit von Ölleitungen (Pipelines)
  • Dichtheit von Gehäusen: Entsprechend ihrer Schutzart (IP-Klasse) bieten Gehäuse eine gewisse Dichtheit gegenüber Partikel (Staub) und Feuchtigkeit. Je nach Anforderung müssen Gehäuse zusätzlich Gasdichtheit aufweisen (z. B. bei innenliegendem Vakuum), um ihre Schutzfunktion zu erfüllen.
  • Dichtheit von Treibstofftanks auf Auto-Tankstellen wird durch den Indikatorflüssigkeitsstands im Zwischenraum des Doppelmantels überwacht.
  • Dichtheit des Treibstofftanks eines Kraftfahrzeugs muss auch bei Erwärmung, Überschlag und Quetschung des Fahrzeugs erhalten bleiben.
  • Dichtheit von Primärzellen und Akkus ist heute üblich und wird sicherheitshalber durch Überdruckventile begrenzt.

Siehe auch[Bearbeiten]