Dicke Tannen

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Dicke Tannen ist ein rund 4,2 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet nahe dem Harzdorf Hohegeiß, einem Ortsteil von Braunlage. Es ist Standort der mit über 50 m Höhe und einem Stammdurchmesser von 100 bis 180 cm mächtigsten Fichten Norddeutschlands. Seit 1989 sind sie als Naturdenkmal besonders geschützt.

Die bis zu 350 Jahre alten Bäume (volksmundlich auch Rottannen genannt) wurden Ende des 18. Jahrhunderts erstmals in Forsturkunden erwähnt. Ihr Überleben verdanken die Bäume in erster Linie ihrem Standort an den steilen, windgeschützten Hängen des engen Wolfsbachtals; zweitens der Tatsache, dass ihnen wegen ihrer Größe mit den damaligen Äxten und Sägen kaum beizukommen war und sich der Abtransport des Holzes als nahezu unmöglich erwies. Nicht zuletzt deshalb wird das Gebiet seit über 200 Jahren nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt und bietet mittlerweile einen nahezu urwaldähnlichen Eindruck.

Während um 1900 noch knapp 120 Bäume gezählt wurden, um 1960 85 und 1980 58 Exemplare, sind gegenwärtig nur noch 23 gesunde und zwei abgestorbene Bäume erhalten. Neben dem Erreichen der natürlichen Altersgrenze dürften auch die veränderten Umweltbedingungen dazu beigetragen haben. Das Technische Hilfswerk musste 2001 neun der größten, abgestorbenen Riesen, die auf die Wanderwege zu stürzen drohten, mittels Sprengstoff fällen, weil der Stammdurchmesser und der Zustand der Fichten eine Fällung mit Motorsägen unmöglich machte[1].

Der alte Wanderweg durch das Kerngebiet der „Dicken Tannen“ ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Aber auch vom neuen Weg bietet sich dem Touristen ein beeindruckendes Naturschauspiel. Dicke Tannen ist als Nr. 45 in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.[2]

Einzelnachweise

  1. Baumsprengung der Dicken Tannen in Hohegeiß (THW Clausthal-Zellerfeld) auf www.thw-clausthal.de
  2. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 45 – Dicke Tannen auf harzer-wandernadel.de

Koordinaten: 51° 39′ 24″ N, 10° 39′ 6″ O