Die südslawische Frage und der Weltkrieg

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Dr. Ivo Pilar, der Autor des Buches Die südslawische Frage und der Weltkrieg

Die südslawische Frage und der Weltkrieg (Nebentitel: Übersichtliche Darstellung des Gesamtproblems) ist ein Buch des kroatischen Nationalökonomen, Soziologen und Historikers Ivo Pilar. Die Erstausgabe des Werks erfolgte 1918 in Wien unter dem Autorenpseudonym L.[eo] v.[on] Südland.[1][2][3]

Das 796 Seiten umfassende Buch stellt die Geschichte der Kroaten, Serben und Bosniaken aus nationalkroatischer Sicht dar. Es enthält u. a. die Warnung vor einem Jugoslawien, da dieses nur zu einem Großserbien führen könne. Der Besitz des Buches war daher im Königreich Jugoslawien verboten. Die erste Ausgabe wurde angeblich größtenteils vom jugoslawischen Geheimdienst aufgekauft und vernichtet. Sie ist dadurch zu einer bibliographischen Rarität geworden.

Im Jahr 1933 veröffentlichte Ivo Pilar, unter dem Autorenpseudonym Florian Lichtträger, das Buch Immer wieder Serbien: Jugoslawiens Schicksalsstunde, in dem er die Missstände des Königreichs Jugoslawien anprangerte und ein föderalistisches System gegenüber der serbischen Königsdiktatur befürwortete. Kurz nach der Veröffentlichung wurde Pilar in seiner Wohnung in Zagreb erschossen aufgefunden.

Im Kriegsjahr 1944 wurde eine kommentierte zweite Auflage der Südslawischen Frage herausgegeben. Die Kommentare sind im Sinne der Politik des damals bestehenden faschistischen Unabhängigen Staates Kroatien (NDH), einem Vasallenstaat der Achsenmächte, verfasst.

Übersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1943 erfolgte die Übersetzung und Ausgabe in die kroatische Sprache. Der Übersetzer Fedor Pucek wurde 1945 von Tito-Partisanen durch Erschießen hingerichtet. Kurz vor Beginn des Kroatienkriegs im Jahr 1990 erschien ein Nachdruck der kroatischen Ausgabe, herausgegeben von einer rechtsgerichteten kroatischen Partei.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. v. Südland: Die südslawische Frage und der Weltkrieg : Übersichtliche Darstellung des Gesamt-Problems. Manzsche K.u.K Hof-, Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 1918.
  • L. v. Südland: Južnoslavensko pitanje : Prikaz cjelokupnog pitanja. Zagreb 1943 (Übersetzt und bearbeitet von Fedor Pucek).
  • L. v. Südland: Die südslawische Frage und der Weltkrieg : Übersichtliche Darstellung des Gesamt-Problems. Matica hrvatska, Zagreb 1944 (Kommentierte und bearbeitete Ausgabe).
  • L. v. Südland: Južnoslavensko pitanje : Prikaz cjelokupnog pitanja. Hrvatska Demokratska Stranka/Podružnica Varaždin, Zagreb/Varaždin 1990 (Reprint der Ausgabe von 1943).
  • Ivo Pilar: Eine Geschichte Kroatiens, Serbiens und Bosniens. Hrsg.: Arbeitskreis für Volksgruppen- und Minderheitenfragen (= Heiligenhofer Studien zu Volkstumsfragen). Heilighof-Bad Kissingen 1995, ISBN 3-926038-23-3 (Gekürzt und bearbeitet von Michael Ackermann).

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ivo Pilar: Eine Geschichte Kroatiens, Serbiens und Bosniens. Hrsg.: Arbeitskreis für Volksgruppen- und Minderheitenfragen (= Heiligenhofer Studien zu Volkstumsfragen). Heilighof-Bad Kissingen 1995, ISBN 3-926038-23-3, S. 9–15 (Gekürzt und bearbeitet von Michael Ackermann).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Schödl: Kroatische Nationalpolitik und „Jugoslavenstvo“ : Studien zu nationaler Integration und regionaler Politik in Kroatien-Dalmatien am Beginn des 20. Jahrhunderts (= Südosteuropäische Arbeiten, Band 89). Oldenbourg Verlag, 1990, ISBN 978-3-486-55301-7, S. 112.
  2. Aleksandar Jakir: Dalmatien zwischen den Weltkriegen : Agrarische und urbane Lebensform und das Scheitern der jugoslawischen Integration. Oldenbourg Verlag, 1999, ISBN 978-3-486-56447-1, S. 109 (Fußnote Nr. 6).
  3. Walter M. Markov, Fritz Klein (Professor Dr. sc. phil.), Irene Markov: Grundzüge der Balkandiplomatie : Ein Beitrag zur Geschichte der Abhängigkeitsverhältnisse. Leipziger Universitätsverlag, 1999, ISBN 978-3-933240-97-2, S. XXXI (Fußnote Nr. 50).