Dienstgipfelhöhe

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Die Dienstgipfelhöhe bezeichnet in der Luftfahrt die Höhe, bei der die maximale Steiggeschwindigkeit eines Luftfahrzeugs bei maximaler Dauerleistung des Motors und maximal zulässiger Gesamtmasse bei Propeller-Flugzeugen noch 100 Fuß[1] pro Minute (0,5 m/s), bei Strahlflugzeugen noch 500 Fuß[1] pro Minute (2,5 m/s) beträgt und bei mehrmotorigen Flugzeugen noch 50 Fuß pro Minute nach Ausfall eines Motors. Starrflügelflugzeugen ist es beim Erreichen dieser Höhe noch möglich, Standard-Kurven (25–30° Neigung) ohne Höhenverlust zu fliegen.[2]

Die Wetterbedingungen beeinflussen die Steiggeschwindigkeit eines Luftfahrzeugs. Die Dienstgipfelhöhe bezieht sich immer auf die ICAO-Normatmosphäre, daraus lässt sich die zu erwartende Leistung für die tatsächlich vorherrschenden Bedingungen errechnen.

Für Hubschrauber bezieht sich die Dienstgipfelhöhe auf den Vorwärtsflug. Im Schwebeflug fehlt der von der Vorwärtsbewegung zusätzlich gelieferte dynamische Auftrieb, so dass die Schwebehöhe normalerweise deutlich unterhalb der Dienstgipfelhöhe liegt. Die erzielbare Höhe, in der noch ein Schwebeflug möglich ist, nennt man auch „statische Gipfelhöhe“. Ein Beispiel: Die Dienstgipfelhöhe des Hubschraubers EC 145 liegt bei 5.300 Metern, die Schwebehöhe bei 3.400 Metern.

Die Dienstgipfelhöhe liegt bei modernen einmotorigen Leichtflugzeugen mit Kolbenmotor ohne Turboaufladung bei ca. 4.000 Metern, bei Verkehrsflugzeugen bei ca. 12.000 Metern.

Im Zweiten Weltkrieg gab es Jagdflugzeuge mit Kolbenmotor, die durch Kompressoren oder Turbolader den Leistungsverlust in großen Höhen so weit ausgleichen konnten, dass Dienstgipfelhöhen von teilweise über 14 km erreicht wurden, wie beispielsweise vom deutschen Flugzeug Ta 152 oder der sowjetischen Jak-9PD.

Das Spionageflugzeug Lockheed SR-71 hat eine Dienstgipfelhöhe von 24.385 Metern.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Service ceiling. Aviationglossary.com, abgerufen am 5. Februar 2013 (englisch).
  2. Wilfried Kopenhagen: transpress Lexikon Luftfahrt. Transpress, Berlin 1979, S. 144