Disarmed Enemy Forces

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Disarmed Enemy Forces (DEF, „entwaffnete feindliche Streitkräfte“) ist eine amerikanische Bezeichnung für die große Masse der Angehörigen von Wehrmacht und Waffen-SS, die erst nach der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 in Gefangenschaft kam. Auf sie wurde die Genfer Konvention über die Behandlung von Kriegsgefangenen zunächst nicht angewandt, weil sie per definitionem keine Kriegsgefangenen waren.

Das entsprechende britische Begriff lautete Surrendered Enemy Personnel (SEP).

Entstehung des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im März 1943 bestand in den USA die Befürchtung, nach einem Sieg die deutschen Kriegsgefangenen nicht ernähren zu können. Deshalb wurde im Stab des Oberbefehlshabers Dwight D. Eisenhower beschlossen, die Gefangenen nicht als Kriegsgefangene einzustufen, sondern als Disarmed Enemy Forces, als arrestierte ehemalige Soldaten eines nicht mehr existenten Staatsapparates. Damit waren sie in Bezug auf Ernährung und medizinische Versorgung nicht gemäß der Genfer Konvention den Garnisonstruppen der US-Armee gleichgestellt, sondern den Displaced Persons und der deutschen Zivilbevölkerung.

Einen ähnlichen neuen Begriff hatte die deutsche Wehrmacht im September 1943 für die gefangenen italienischen Soldaten geschaffen: Militärinternierte. Diese galten ebenfalls nicht als Kriegsgefangene und wurden zur Zwangsarbeit verwendet.[1]

Schicksal der Disarmed Enemy Forces[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Masse der Disarmed Enemy Forces wurde schon bald entlassen, vor allem die Angehörigen des Volkssturms und der Hitler-Jugend sowie Verwundete und Kranke.

Deutsche Militär-Einheiten wurden intakt gehalten, um als Hilfskräfte für die US-Streitkräfte eingesetzt werden zu können - zum Teil wurden sie in verschiedenen alliierten Dienstgruppen eingesetzt.[2] Gefangene wurden von der US-Armee auch an Frankreich übergeben, wo diese zur Zwangsarbeit (z. B. Minenräumung) eingesetzt wurden. Ein Großteil der Betroffenen wurde in den sogenannten Rheinwiesenlagern sowie in ehemaligen Konzentrations- und Zwangsarbeiterlagern festgehalten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rüdiger Overmans: Die Rheinwiesenlager 1945. In: Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Ende des Dritten Reiches – Ende des Zweiten Weltkrieges. Eine perspektivische Rückschau. Herausgegeben im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. München 1995. ISBN 3-492-12056-3, S. 277.
  2. Heinz-Ludger Borgert, Walter Stürm, Norbert Wiggershaus: Dienstgruppen und westdeutscher Verteidigungsbeitrag – Vorüberlegungen zur Bewaffnung der Bundesrepublik Deutschland. Boppard am Rhein, 1982, ISBN 3-7646-1807-8