Discovery-System

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Discovery-Systeme sind bibliothekarische Suchsysteme, die auf Suchmaschinentechnologie beruhen. Die sind Bestandteil des Konzepts der Bibliothek 2.0 und sollen die bisherigen OPAC-Kataloge ergänzen oder gar ersetzen.

Typische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Großer Suchraum: Mit einer Suche können die Daten aus verschiedenen Datenquellen durchsucht werden (umfassender zentraler Suchmaschinenindex). So kann man z. B. einen Zeitschriftenartikel oder ein Lehrbuch direkt im Discovery-System suchen und muss dafür nicht mehr von einer speziellen Zeitschriftendatenbank zum Bibliothekskatalog wechseln.
  • Intuitive Bedienbarkeit, wie von einer Suchmaschine her bekannt. Die Suche erfolgt grundsätzlich nur noch mit einem einfachen Formular, eine erweiterte Suchfunktion wird teilweise nicht mehr bereitgestellt.
  • Ranking der Treffer nach Relevanz: Der „beste“ Treffer wird als erster angezeigt, nicht unbedingt der neuste. Ein gutes Ranking ist wichtig, da aufgrund des großen Suchraums oftmals viele Treffer gefunden werden.
  • Suchverfeinerung mit Drill-down Menüs (Facetten): Z.B. können aus den gefundenen Treffern alle diejenigen herausgefiltert werden, die online verfügbar sind.
  • Korrektur von Eingabefehlern über eine „Meinten Sie …?“-Funktion.
  • Autovervollständigen: Nach einer Eingabe in das Suchfeld erscheint eine Drop-down-Liste mit Vorschlägen.
  • Exploratives Suchen: Man findet Interessantes, nach dem man gar nicht direkt gesucht hat. So werden zum Beispiel Links zu ähnlichen Treffern, Einträgen in Fachdatenbanken oder Wikipedia-Artikeln angezeigt (Integrierbarkeit von anderen Webtechnologien).

Technischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliothekarische Suchsysteme bestehen aus der Nutzeroberfläche (Front-End) und der Datenbasis mit einem durchsuchbaren Datenbankindex im Hintergrund (Back-End). Ein Discovery-System kann eine Kombination aus Frontend und Backend sein (z. B. Primo als Oberfläche mit Primo Central als Index). Mit dem Begriff Discovery-System kann auch nur das Frontend gemeint sein (z. B. VuFind), welches in Kombination mit verschiedenen Indices genutzt werden kann.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Discovery-System-Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommerzielle Produkte:

Open Source Produkte:

Discovery-System-Bibliothekskataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basissystem Bibliothek Discovery-System
EBSCO Discovery Service UB Freiburg Katalog plus
E-LIB (Eigenentwicklung) SUUB Bremen E-LIB
Lukida (GBV) UB Magdeburg UBfind
Lukida (GBV) UB Rostock Discovery-Service
Primo (ExLibris) UB FU Berlin Bibliotheksportal Primo
Primo (ExLibris) UB HU Berlin Primus
Summon (ProQuest) UB Konstanz KonSearch
TYPO3 (Extension "finc") SLUB Dresden SLUB-Katalog
VuFind UB Ilmenau Ilmenauer Discovery Tool
VuFind Forschungszentrum Jülich Informationsportal JuLib eXtended
VuFind SUB Hamburg beluga
VuFind UB Braunschweig Katalog (beluga)
VuFind Bib. HS Ulm Bibliothekskatalog (BOSS)
VuFind UB Magdeburg ubfind

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heidrun Wiesenmüller: Informationskompetenz und Bibliothekskataloge. In: Wilfried Sühl-Strohmenger / Martina Straub (Hrsg.): Handbuch Informationskompetenz. De Gruyter Saur, Berlin 2012, S. 93–100.
  • Klaus Niedermair: Gefährden Suchmaschinen und Discovery-Systeme die informationelle Autonomie? In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen & Bibliothekare. Jg. 67, 2014, Nr. 1, S. 109–125.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SLUB Dresden: SLUB-Katalog beta. Abgerufen am 28. August 2019: „Das Content-Management-System TYPO3 und eine an der SUB Göttingen entwickelte und von uns angepasste TYPO3-Erweiterung find.“