Discovery-System

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Discovery-Systeme sind bibliothekarische Suchsysteme, die auf Suchmaschinentechnologie beruhen. Die sind Bestandteil des Konzepts der Bibliothek 2.0 und sollen die bisherigen OPAC-Kataloge ergänzen oder gar ersetzen.

Typische Merkmale eines Discovery-Systems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Großer Suchraum: Mit einer Suche können die Daten aus verschiedenen Datenquellen durchsucht werden (umfassender zentraler Suchmaschinenindex). So kann man z. B. einen Zeitschriftenartikel oder ein Lehrbuch direkt im Discovery-System suchen und muss dafür nicht mehr von einer speziellen Zeitschriftendatenbank zum Bibliothekskatalog wechseln.
  • Intuitive Bedienbarkeit, wie von einer Suchmaschine her bekannt. Die Suche erfolgt grundsätzlich nur noch mit einem einfachen Formular, eine erweiterte Suchfunktion wird teilweise nicht mehr bereitgestellt.
  • Ranking der Treffer nach Relevanz: Der „beste“ Treffer wird als erster angezeigt, nicht unbedingt der neuste. Ein gutes Ranking ist wichtig, da aufgrund des großen Suchraums oftmals viele Treffer gefunden werden.
  • Suchverfeinerung mit Drill-down Menüs (Facetten): Z.B. können aus den gefundenen Treffern alle diejenigen herausgefiltert werden, die online verfügbar sind.
  • Korrektur von Eingabefehlern über eine „Meinten Sie …?“-Funktion.
  • Autovervollständigen: Nach einer Eingabe in das Suchfeld erscheint eine Drop-down-Liste mit Vorschlägen.
  • Exploratives Suchen: Man findet Interessantes, nach dem man gar nicht direkt gesucht hat. So werden zum Beispiel Links zu ähnlichen Treffern, Einträgen in Fachdatenbanken oder Wikipedia-Artikeln angezeigt (Integrierbarkeit von anderen Webtechnologien).

Technischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliothekarische Suchsysteme bestehen aus der Nutzeroberfläche (Front-End) und der Datenbasis mit einem durchsuchbaren Datenbankindex im Hintergrund (Back-End). Ein Discovery-System kann eine Kombination aus Frontend und Backend sein (z. B. Primo als Oberfläche mit Primo Central als Index). Mit dem Begriff Discovery-System kann auch nur das Frontend gemeint sein (z. B. VuFind), welches in Kombination mit verschiedenen Indices genutzt werden kann.

Beispiele für Discovery-System-Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommerzielle Produkte:

Open Source Produkte:

Beispiele für Discovery-System-Bibliothekskataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basissystem Bibliothek Discovery-System
EBSCO Discovery Service UB Freiburg Katalog plus
E-LIB (Eigenentwicklung) SUUB Bremen E-LIB
Lukida (GBV) UB Magdeburg UBfind
Lukida (GBV) UB Rostock Discovery-Service
Primo (ExLibris) UB FU Berlin Bibliotheksportal Primo
Primo (ExLibris) UB HU Berlin Primus
Summon (ProQuest) UB Konstanz KonSearch
TYPO3 (Extension "finc") SLUB Dresden SLUB-Katalog
VuFind UB Ilmenau Ilmenauer Discovery Tool
VuFind Forschungszentrum Jülich Informationsportal JuLib eXtended
VuFind SUB Hamburg beluga
VuFind UB Braunschweig Katalog (beluga)
VuFind Bib. HS Ulm Bibliothekskatalog (BOSS)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heidrun Wiesenmüller: Informationskompetenz und Bibliothekskataloge. In: Wilfried Sühl-Strohmenger / Martina Straub (Hrsg.): Handbuch Informationskompetenz. De Gruyter Saur, Berlin 2012, S. 93–100.
  • Klaus Niedermair: Gefährden Suchmaschinen und Discovery-Systeme die informationelle Autonomie? In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen & Bibliothekare. Jg. 67, 2014, Nr. 1, S. 109–125.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]