Diskussion:Verband der Siebenbürger Sachsen

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Da ich selbst Auswanderer war (nach Australien 1961 - Rückkehr 1970)kann ich über das Thema Anpassung mitreden. Nachdem ich die Geschichte der Siebenbürger Sachsen gelesen habe, kann ich mich des Eindruckes nicht verwehren, daß diese Leute immer ein Fremdkörper in einem Land geblieben sind, daß sie eigentlich als ihre neue Heimat gewählt hatten. Also ihre Probleme vorprogrammiert waren und sind. Hätte ich mich so verhalten, hätte ich mich in Australien auch nie wohlgefühlt. Daß ich Heute wieder hier lebe habe ich einem dummen Zufall zu verdanken. Im Grunde meines Herzens bin ich aber zum Großteil Australier. Ich fühlte mich wohl, war akzeptiert und hatte und habe viele Freunde dort, aber ich habe mich angepaßt und nicht immer meiner Herkunft nachgeweint oder den Deutschen herausgekehrt. Ihre Meinung würde mich interessieren. Mit freundlichen Grüßen K.Meyer

Herr Meyer - wenn Sie etwas über die Geschichte der Siebenbürger Sachsen gelesen haben, so haben Sie anscheinend nichts darüber verstanden... Vertiefen sie sich noch einmal in den Artikel....



@ K.Meyer: - Diese hier o.g. Meinung ist ganz sicher nur Ihre Meinung H/F K.Meyer und ihr persöhnlicher Eindruck von den Siebenbürger Sachsen, der deckt sich nicht mal im weitesten Sinne und Empfinden mit diesen Siebenbürger Sachsen. - Die fühlen sich ganz bestimmt, nach der Einwanderung in die BRD, hier ZUHAUSE.! Der größte Teil dieser Landsleute haben auch ihre Freunde hier. - Ihre Probleme waren nur vorprogrammiert worden!, durch den 1. und 2. Weltkrieg der von diesem Boden der Deutschen ausgegangen war. - Wir weinen unserer Herkunft nicht nach und kehren auch den Deutschen nicht heraus,(auch wenn wir Bräuche und Tradition aus Siebenbürgen noch pflegen wollen(- zur Verwunderung manchem "Globalisiertem Deutschen"), nein wir sind im allgemeinen froh und dankbar, daß wir NACHHAUSE gefunden haben in der BRD. Mit freundlichen Grüßen, Georg Ramser

na diese ihre Meinung Herr Ramser dürfte wohl auch nicht die aller treffen, auch nicht im Entferntesten.... für die ältere Generation, sagen wir mal so alle ab 60, ist zu Hause, also die Heimat eher immernoch in Siebenbürgen. Und die Jungen wissen von Siebenbürgen nicht wirklich viel. Die Auffassung des "Nachhausekommens" finde ich recht zweifelhaft, wenn man sich die Umstände der Auswanderung genauer besieht...

KRITIK (aus Informationsartikel auf Diskussionsseite verschoben)

In der Rückschau ist die Politik des Verbandes durchaus nicht kritiklos zu betrachten. U.a. wird angeführt, daß der Verband lediglich eine Art von folkloristischer, plakativer Brauchtumspflege betreibt, die nichts mehr mit dem eigentlichen Sinn ihrer selbst zu tun hat und ein verklärtes Bild der "Alten Heimat" vermittelt. Das Inszenieren von sinnentleerten, dem eigentlichen Kontext entfremdeten Brauchtumsverantstaltungen (Trachtenumzüge, Kronenfeste) wurden mehrfach, gerade von den in Siebenbürgen Verbliebenen als regelrechter "Kostümverleih" [1] kritisiert, welcher nur um fotografiert zu werden weder Zukunft, noch Erbe der Siebenbürger Sachsen sei.

Ebenso ist eine Teilverantwortung für die Massenauswanderung der Siebenbürger Sachsen, dem gezielten Beeinflussen der bundesdeutschen Politik seit den 1970er Jahren, seitens des Verbandes eben dort zu suchen. Die Entwicklung wurde vom Verband, wenn nicht alleine herbeigeführt, so doch begünstigt und mit initiiert[2]. Auch die vom Verband propagierte Integration der Siebenbürger Sachen in die bundesdeutsche Gesellschaft kann durchaus differenziert betrachtet werden, da sich die Frage stellt, wie eine solche bei einer deutsch sprechenden Gruppe, mit deutschen Namen und angepasstem Verhalten überhaupt vonstatten hätte gehen sollen und ob es dessen bedurft hätte. Ob eine solche sogenannte Integration nicht direkt einer Assimilation und völligem Aufgehen in der autochthonen Bevölkerung gleichkommt, läßt sich besonders anhand der jungen Generation der unter 40-Jährigen Siebenbürger Sachsen, die teilweise schon 20 Jahre oder noch länger in Deutschland leben oder schon in Deutschland geboren wurden, hinterfragen. Diesbezüglich hätten die Ziele des Verbandes eigentlich eine Selbstauflösung der Gruppe der Siebenbürger Sachsen zur Folge, da nicht zu erwarten ist, daß sich Unterschiede zwischen den Siebenbürger Sachsen und der alteingesessenen Bevölkerung längerfristig konstituieren lassen.


Gegenposition: (nicht signierter Beitrag von 91.12.148.88 (Diskussion) 13:15, 17. Jun. 2010 (CEST)) Ich empfehle den Absatz "Kritik" zu streichen. Es handelt sich um eine irreführende Mindermeinung mit subjektivem Inhalt, die in einer Enzyklopädie sicher fehl am Platz ist.

Im ersten Absatz verwechselt der Autor, dass der zitierte Artikel NICHT den Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland sondern eine Veranstaltung des Demokratischen Forums der Deutschen in RUMÄNIEN betrifft. Dort hatte Prof. Dr. Paul Philippi die nach Auswanderung der Deutschen in Rumänien nur noch von Rumänen getragene Trachten der Siebenbürger Sachsen eben dort (in Rumänien) als "Verkleidung" kritisiert. Mit der Kulturpflege der heute mehrheitlich in Deutschland lebenden und ihre eigene Tracht als Anknüpfungspunkt eigener Identität tragenden Siebenbürger Sachsen hat die Kritik gar nichts zu tun. Es würde auch niemand einem Bayern, der seine Lederhosen oder einem Sudetendeutschen, der seine Tracht trägt, ernsthaft vorwerfen, es betreibe Kostümball zum Fotografieren. Ernsthafte Medien sehen zum Beipsiel auch im Sudentendeutschen Tag und dem dortigen Tragen der Trachten eindeutig Kulturpflege, deren Förderung sogar gem. Art. 96 BVFG als "gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern" als Staatsaufgabe deffiniert wurde. Solche Wertungen mögen allenfalls auf die sich mit siebenbürgisch-sächsischen Trachten verkleidenden Rumänen in Rumänien zutreffen, nicht aber auf die eine EIGENE Tracht tragenden Siebenbürger Sachsen in Deutschland und auch nicht auf die Kulturarbeit des Verbandes dieser Personengruppe.

Der als Kritik geäusserte Vorwurf einer "Beeinflussung deutscher Politik" mag zutreffen, Beeinflussung der Politik ist Interessenvertretung und Aufgabe von Verbänden. Unzutreffend ist allerdings die damit verbundene subjektive Wertung, die ebenfalls nur die (bekannte) singulären Minderposition des bald 90-jährigen Festredners darstellt, dessen aktive Zeit bereits in den 80-er JAhren des letzten Jahrhunderts beendet wurde und der seinen eigenen Wertungen aus dieser Zeit unkritisch und ohne Beachtung der Entwicklungen der letzten 30 Jahre verhaftet ist. Dieser bedauert aus übertriebenem völkischem Gedankengut den Fall des eisernen Vorhangs, den er sinngemäß als "Schutz des Deutschtums in Rumänien" gewertet wissen will. Zweck des "Eisernen Vorhanges" hätte nach dessen Meinung sein sollen, die freie und selbstbestimmte Ausreise der Deutschen aus Rumänien nach Deutschland zu verhindert, um den Bestand der deutschen Volksgruppe dort (mit Zwang und unter Duldung der Repressionen des Machtapparates Ceausescus, der eben diesen ansonsten mit seiner Familie in Heidelberg in Wohlstand lebenden Kritiker mit einem Diplomatenpass und uneingeschränkten Reiseprivilegien versehen hatte) zu sichern. Die Öffnung des eisernen Vorhanges nicht nur für die Deutschen aus Rumänien sondern für alle die Freizügigkeit und die eigenverantwortliche Lebensgestaltung liebenden Menschen in der ehemaligen DDR, in Ungarn und allen anderen Ländern hinter dem eisernen Vorhang war jedoch berechtigtes Ziel deutscher und europäischer Politik, deren Richtigkeit sich heute historisch bestätigt sieht und die selbstverständlich auch von dem Verband der Siebenbürger Sachsen (damals Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.) unterstützt wurde.

Es sollte nicht sein, dass die singuläre und subjektive Meinung einzelner (bekannter) Vertreter der Theorie "hätte man die Siebenbürger Sachsen im Rumänien Ceausescus weiter eingesperrt, wären sie heute noch dort" nun als "Kritik" in Wikipedia veröffentlich wird, ohne an gleicher Stelle zumindest eine Klarstellung dagegen zu setzen.

Letztlich ist die Vermengung des Begriffes Integration mit Assimilation irrig und unprofessionell. Es ist unstreitig, dass § 96 BVFG und die daraus resultierende Kulturpflege als Staatsaufgabe von Bund und Ländern eine Integration der Deutschen aus dem Osten, also auch der Siebenbürger Sachsen, unter Beibehaltung eigener kultureller Prägung und eben nicht eine Assimilation zum Ergebnis hat. Alleine aus der deutschen Sprache, den deutschen Namen und "angepasstem Verhalten" - was immer damit gemeint sein mag - auf Assimilation zu schließen ist sehr abwegig. Auch die Bayern (um nur ein plakatives Beispiel zu nennen) sind trotz deutscher Sprache und Namen sicherlich Träger eigener Kultur und nicht etwa "assimiliert". Gleiches dürfen auch die Siebenbürger Sachsen, die Banater Schwaben oder andere (südostdeutsche) Volksgruppen für sich reklamieren. Beispiele lebendiger siebenbürgisch-sächsischer Kultur in Deutschland sind vielzählig auf www.siebenbuerger.de zu finden.

Ich rege also dringend eine Korrektur an.

Danke --BernhardSchreiber 10:55, 15. Jun. 2010 (CEST)


Kritik deplatziert und verfehlt

Tendenziöser Meinungsbeitrag: Vorneweg ist festzustellen, dass es sich bei dieser Kritik nicht um einen Informationsartikel handelt, der Sachverhalte objektiv nachprüfbar vermitteln würde. Dieser (tendenziöse) Meinungsbeitrag beschränkt sich auf ein schlichtes Referieren von einigen verbandskritischen Aussagen, die Prof. Dr. Paul Philippi, Ehrenvorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, in seiner Festrede beim 17. Sachsentreffen am 15. September 2007 in Hermannstadt getätigt hat. Über die hier zum Tragen kommende politische Positionierung von Paul Philippi wird nichts ausgesagt. Die Kenntnis seiner Motivlage ist aber unabdingbar erforderlich für ein tieferes Verständnis und ein differenziertes Einordnen der Kritik. Das gilt insbesondere für all jene Wikipedia-Leser, die die Hintergründe dieses (rückwärtsgewandten und überholten) Disputes über die moralische Statthaftigkeit der Aussiedlung der deutschen Minderheit aus ihrer „alten Heimat“ Siebenbürgen in ihre „neue Heimat“ Deutschland nicht kennen. Die Publikation der Kritik auf Wikipedia erscheint höchst deplatziert, handelt es sich eben gerade nicht um gesichertes Wissen, sondern um eine tendenziöse Meinungsäußerung, die in eine Online-Enzyklopädie nicht Eingang finden sollte.

Historischer Hintergrund: Seit den siebziger Jahren und besonders mit dem Sturz des Ceauşescu-Regimes in Rumänien begann der Massenexodus der Siebenbürger Sachsen. Über 220 000 Siebenbürger Sachsen leben heute in der Bundesrepublik Deutschland – dagegen knapp 15.000 in Siebenbürgen. Einer von ihnen ist der bald neunzigjährige Paul Philippi, der die Aussiedlung seiner Landsleute, welcher er selbst mit seiner gesamten Familie gefolgt ist, bis heute ungemindert hart verurteilt. Philippi wirft dem Verband der Siebenbürger Sachsen eine „Teilverantwortung für die Massenauswanderung der Siebenbürger Sachsen“ vor. Er verkennt dabei jedoch, dass die Siebenbürger Sachsen ihre Heimat schweren Herzens verlassen haben aufgrund der für die deutsche Minderheit in Rumänien unerträglichen politischen Verhältnisse, als Opfer der Diktatur des Ceauşescu-Regimes, bzw. infolge der grundsätzlich fehlenden Perspektive. Dies hat auch Rumäniens Innenminister Vasile Blaga am 23. Mai 2010 in seiner Rede am Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl mit tiefem Bedauern eingeräumt (siehe Artikel in der Siebenbürgischen Zeitung: „Vasile Blaga: Siebenbürger Sachsen litten in Rumänien unter ‚unmenschlicher Diktatur’“ (http://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/verband/10026-vasile-blaga-siebenbuerger-sachsen.html).

Identitätsfrage: Paul Philippi vertritt den Standpunkt, dass die Identität der Siebenbürger Sachsen gebunden ist an ihre Existenz bzw. Präsenz in Siebenbürgen. Mit dem Verlassen ihrer Heimat Siebenbürgen sind sie ihrer siebenbürgisch-sächsischen Identität verlustig gegangen. Philippi, verbittert über den Exodus der Siebenbürger Sachsen, wendet sich dagegen, dass Landsleute ihr Brauchtum außerhalb Siebenbürgens pflegen; das sei „sinnentleert“. Philippi erkennt nicht (an), dass diese Brauchtumspflege einem starken Bedürfnis der Siebenbürger Sachsen erwächst, ihr von Generation zu Generation vermitteltes Traditionsbewusstsein lebendig zu erhalten, darüber hinaus Gemeinschaft im Hier und Jetzt zu leben, Gemeinschaft, die in der einander verbindenden Herkunft und Prägung verankert ist. Diese sehr wohl identitätstiftende Verhaltensweise charakterisiert keineswegs nur die Siebenbürger Sachsen. Es ist keine ausschließliche Eigentümlichkeit von Heimatvertriebenen oder Aussiedlern. Demgegenüber offenbart sich ein fragwürdiges Kulturverständnis in einem Identitätsbegriff, der das Kriterium der Ortsfestigkeit derart exklusiv gebraucht. Eine Selbstprofilierung als echter Siebenbürger Sachse (da angeblich heimattreu im Lande verblieben) im Gegensatz zu den Landsleuten, die in der bundesdeutschen Gesellschaft einen Assimilierungsprozess vollzögen, mutet überdies reichlich aristokratisch an. Zudem ist diese Position unter Beachtung der eigenen Lebensumstände des Kritikers fragwürdig (vgl. Paul Philippi). Die beanstandete Entfremdung basiert auf einer einseitigen Bewertung durch den Kritiker, die seinem exklusiven Standpunkt geschuldet ist. Schließlich ist vielfach dokumentiert, dass die gesellschaftliche Integrationsleistung der Siebenbürger Sachsen gerade bei Wahrung ihrer Identität allseitig hoch anerkannt ist.

Perspektiven: Von einer in der Kritik heraufbeschworenen „Selbstauflösung der Gruppe der Siebenbürger Sachsen“ kann bis zum heutigen Tage keine Rede sein. Zumal sich das Wirken des Verbandes der Siebenbürger Sachsen mitnichten nur in Brauchtumspflege erschöpft. Gemäß seinen in der Satzung definierten Zielen und Aufgaben (http://www.siebenbuerger.de/verband/aufgaben/ziele/) engagiert sich der Verband der Siebenbürger Sachsen, dem rund 24 000 Familien als Mitglieder angehören, kontinuierlich stark. Sein Handeln, seine Einrichtungen und Projekte stoßen seit Jahrzehnten auf positive Resonanz in der öffentlichen Wahrnehmung. Der alljährlich in Dinkelsbühl veranstaltete Heimattag der Siebenbürger Sachsen findet anhaltend großen Zuspruch. Das grenzüberschreitend wirksame soziale und kulturelle Engagement des Verbandes, seine vielfältig erfüllte Brückenfunktion, insbesondere auch seine erfolgreiche Jugendarbeit und die weltweite Vernetzung der Föderation der Siebenbürger Sachsen sind Garanten dafür, dass - Unkenrufen zum Trotz - die Identität der Siebenbürger Sachsen auch außerhalb Siebenbürgens gute Perspektiven besitzt. (nicht signierter Beitrag von 91.12.148.88 (Diskussion) 13:15, 17. Jun. 2010 (CEST))

Was zu den historischen internen Meinungsverschiedenheiten findet man sehr sachlich formuliert im Nachruf auf Dr. Wilhelm Bruckner, Bundesvorsitzender des Verbands von 1977-83. --El bes 02:26, 12. Aug. 2010 (CEST)

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