Paul Philippi

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Paul Philippi (2012)

Paul Philippi (* 21. November 1923 in Kronstadt) ist ein rumänischer Praktischer Theologe und Politiker. Er ist seit 1998 Ehrenvorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR).

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philippi legte 1942 am Johannes Honterus Gymnasium in Kronstadt seine Reifeprüfung ab. 1943 trat er in die Waffen-SS ein.[1] Nach Freilassung aus der Kriegsgefangenschaft studierte er von 1947 bis 1952 Theologie an der Universität Erlangen. Bis in die späten 1970er-Jahre lebte Philippi hauptsächlich in der Bundesrepublik Deutschland, wo er seit 1954 am Diakoniewissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg tätig war. 1957 wurde er bei Paul Althaus mit der Arbeit „Abendmahlsfeier und Wirklichkeit der Gemeinde“ promoviert und 1963 an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit zum Thema „Die Vorstufen des modernen Diakonissenamtes (1789–1848) als Elemente für dessen Verständnis und Kritik eine motivgeschichtliche Untersuchung zum Wesen der Mutterhausdiakonie“ für Praktische Theologie habilitiert.[2] Philippi arbeitete mit der Schwesternschule der Universität Heidelberg und deren Schulleitungen Olga von Lersner sowie Antje Grauhan zusammen. Gemeinsame Exkursionen auf den Spuren Johann Friedrich Oberlins führten nach Straßburg und Waldersbach. Von 1971 bis 1986 leitete Paul Philippi, in Nachfolge von Herbert Krimm, als ordentlicher Professor der Universität Heidelberg das Diakoniewissenschaftliche Institut. Sein Nachfolger in dieser Position wurde Theodor Strohm.[3]

1974 wurde ihm vom „Vereinigten Protestantisch-Theologischen Institut Klausenburg“ die Ehrendoktorwürde verliehen. Von 1979 bis 1981 fungierte Philippi erst als Gastprofessor, von 1983 bis zur Emeritierung 1994 schließlich als ordentlicher Professor in Hermannstadt.

Von 1992 bis 1998 war er Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR), das er Ende 1989 mitbegründet hatte. Mit der ihm wohl bekannten Heidelberger Neurobiologin Hannah Monyer, die ursprünglich aus Großlasseln in Siebenbürgen stammt, unterhält sich Philippi im siebenbürgischen Dialekt. Die Diakonie in Hermannstadt betreibt heute (2016) eine Pfarramtsapotheke, die Medikamente an Bedürftige austeilt.[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor

  • Die Kirchengemeinde als Lebensform. Eine siebenbürgisch-sächsische Besinnung. Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen, München 1959.
  • Siebenbürgisch-sächsischer Gustav-Adolf-Geist? Ein Vortrag. Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen, München 1962.
  • Die Kirche in der Hamburgischen Sozialgeschichte bis zum Ende des Reformationsjahrhunderts. Typoskript, Heidelberg 1970.
  • Diakonie zwischen Pfarrei und Gemeinde, Tonbandabschrift eines Vortrages Diakonisches Werk Pfälzische Landeskirche 14. April 1970 in Kirchheimbolanden, Speyer 1970.
  • Ce însemna acum 700 de ani noțiunea se spital? In: Sibiul Medical, Jahrgang. 3, Heft 2, 1992, S. 13-16.
  • Ansprachen - Grußworte - Gedanken - Briefe - Stellungnahmen, in: Zugänge. Forum des Ev. Freundeskreises Siebenbürgen, 19/20, Sibiu (Hermannstadt) 1996.
  • Kirche und Politik. Siebenbürgische Anamnesen und Diagnosen aus fünf Jahrzehnten. Band 1: Zwischen 1956 und 1991; Bd. 2: Zwischen 1992 und 2005. Hora, Hermannstadt 2006. (Band. 1 ISBN 978-973-8226-54-8, Band. 2 ISBN 978-973-8226-55-5.)
  • Erinnertes Weißkirch, in: Deutsches Jahrbuch für Rumänien (mit Unterstützung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien DFDR), Honterus, Hermannstadt/Sibiu 2014, S. 158–163.
  • Transylvania. Short history of the region: the Hungarian and German minorities. Schiller Publishing House; Sibiu, Bonn 2016. ISBN 978-3-944529-80-6.

Als Herausgeber

  • mit Theodor Strohm: Theologie der Diakonie. Lernprozesse im Spannungsfeld von lutherischer Überlieferung und gesellschaftlich-politischen Umbrüchen; ein euorpäischer Forschungsaustausch, Veröffentlichungen Diakoiewissenschaft. Institut Heidelberg, Band 1, Heidelberger Verlagsanstalt, Heidelberg 1989, ISBN 978-3-920431-99-4.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Schober (Hrsg.): Grenzüberschreitende Diakonie, Paul Philippi zum 60. Geburtstag. Festschrift Paul Philippi, Werk der Diakonie, Stuttgart 1984, ISBN 978-3-923110-15-5.
  • Diakonisches Werk der EKD (Hrsg.): Ein Grenzgänger. Paul Philippi zum 65. Geburtstag. Festschrift Paul Philippi, Diakonisches Werk der EKD, Stuttgart 1988.
  • Hermann Pitters (Hrsg.): Denken und Dienen. Theologische und historische Aufsätze als Freundesgabe für Prof. Dr. Paul Philippi zum 65. Geburtstag. Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, 2. Auflage, Hora, Hermannstadt und Heidelberg 2003, ISBN 978-973-8226-27-2.[5]
  • Richard Schuller: Der siebenbürgisch-sächsische Pfarrer, eine Kulturgeschichte; als Festgabe für Paul Philippi zum 80. Geburtstag. Nachdruck der Ausgabe Schäßburg 1930. Böhlau; Köln, Weimar, Wien 2003. ISBN 978-3-412-10203-6.
  • Jürgen Albert (Hrsg.): Begriff und Gestalt. Zu Grund–Sätzen der Diakonie. Vorträge beim Symposium zum 90. Geburtstag von Paul Philippi, Veröffentlichungen des Diakoniewissenschaftlichen Instituts an der Universität Heidelberg, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2017.
  • Seit 1998 Ehrenvorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Milata: Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu. Rumäniendeutsche in der Waffen-SS. 2., durchgesehene Auflage. Böhlau, Köln 2009, S. 340 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Paul Philippi: Die Vorstufen des modernen Diakonissenamtes (1789-1848) als Elemente für dessen Verständnis und Kritik. Eine motivgeschichtliche Untersuchung zum Wesen der Mutterhausdiakonie, Neukirchener Verlag Neukirchen-Vluyn 1966. Philippi: Vorstufen Diakonissenamt
  3. Rhein Neckar WIKI: Theodor Strohm
  4. Pfarramtsapotheke Hermannstadt (Sibiu): Hermannstädter Gemeindebrief 2012, S. 20.
  5. Inhaltsverzeichnis: Denken und Dienen.