Dispenser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dispenser ist eine Bezeichnung für verschiedene manuelle, halbautomatische oder automatische Ausgabevorrichtungen (z. B. Verkaufsständer, Verkaufsautomat, Medikamentenausgabebehälter, Dosierpumpen usw.).

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Pheromon-Dispenser im Weinbau

In der Landwirtschaft werden Dispenser unter anderem als Pheromonmodul zur Befallsfrüherkennung und Reduktion von Schädlingspopulationen eingesetzt. Es handelt sich dabei um eine biologische Verwirrmethode. Besonders bedeutend sind Dispenser im Weinbau und Obstbau. Viele deutsche Winzer nutzen diese Methode. Mit ihnen wird vor allem der Traubenwickler, ein Falter, dessen Raupen die frühreifen Beeren anstechen und zum Faulen bringen, bekämpft. Dispenser werden unmittelbar an den Reben angebracht und sondern über Monate hinweg Pheromone mit dem Sexualduftstoff des Traubenwickler-Weibchens aus. Dies führt zur Verwirrung der Männchen, die ihre Weibchen schlicht nicht mehr finden können. Es kommt nicht zur Befruchtung und die Motte kann keine Eier legen.

Chemische Laboratoriumstechnik[Bearbeiten]

Dispenser in der chemischen Laboratoriumstechnik sind Geräte, mit denen man voreingestellte Flüssigkeitsmengen aus Flaschen dosieren kann. Die Dispenser werden dazu mittels Schraubverschluß oder Stopfen auf den Flaschen angebracht. Ähnliche Dispenser sind auch als Seifenspender für Flüssigseifen bekannt.

Luftfahrt[Bearbeiten]

In der Luftfahrt bezeichnet man jene Fahrzeuge als Dispenser, die aus einem unterirdisch verlegten Hydrantensystem Flugzeugkraftstoff in die Maschinen pumpen und über keinen eigenen Kraftstofftank verfügen.

Daneben werden in der Militärluftfahrt Ausstoßsysteme für Infrarottäuschkörper, Radartäuschkörper und verschiedene Abwurfwaffen (z.B. MW-1), die sich in oder an Luftfahrzeugen befinden, als Dispenser bezeichnet.

Drogenszene[Bearbeiten]

In der Drogenszene werden Kartuschen, welche mit Lachgas gefüllt sind und eigentlich zum Aufschäumen von Sahne benutzt werden, als Dispenser bezeichnet. Der Lachgas-Dispenser wird dafür in einen sogenannten Kapsler gespannt, der die Kartuschen öffnet, um den Inhalt zum Einatmen in einen Luftballon zu füllen.

Medizin[Bearbeiten]

Dispenser mit Tagesdosen

In der Medizin werden Medikamentendosierer so genannt. Sie sind für Patienten, die mehrere Medikamente in Tablettenform zu verschiedenen Tageszeiten einnehmen müssen sehr praktisch. Ein Dispenser ist eine Schachtel mit mehreren kleinen Fächern, in die die Medikamente einsortiert werden. Die einzelnen Fächer sind beschriftet (meist mit "morgens", "mittags", "abends", "nacht"), so dass der Patient die richtige Tablette zum richtigen Zeitpunkt einnimmt und auch eine Kontrolle darüber hat, ob er seine Medikamente alle eingenommen hat. Es gibt Dispenser für einen Tag oder auch eine ganze Woche.

Verkaufsautomaten[Bearbeiten]

Zu den Dispenser genannten Verkaufsautomaten zählt der Weindispenser.

Elektronik[Bearbeiten]

SMD-Bauteile auf einer Leiterplatte. Deutlich sind die weißen Klebepunkte zu erkennen

In der SMD-Technik werden Dispenser verwendet, um Klebstoff auf Platinen aufzutragen. Nach dem Aufsetzen der SMD-Bauteile auf diese „Klebepunkte“ wird der Kleber im Reflow-Ofen getrocknet. Danach kann man die Platine drehen und auf der Oberseite bedrahtete Bauelemente bestücken. Anschließend wird die Unterseite der Baugruppe (die Seite, auf der die SMD-Bauteile aufgeklebt sind) auf einem Schwallbad gelötet.