Dittersbach (Frauenstein)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dittersbach
Koordinaten: 50° 47′ 32″ N, 13° 29′ 11″ O
Höhe: 542 (500–600) m
Fläche: 7,62 km²
Einwohner: 260 (9. Mai 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 09623
Vorwahl: 037326
Dittersbach (Sachsen)
Dittersbach

Lage von Dittersbach in Sachsen

Dittersbach ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Frauenstein im Landkreis Mittelsachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldhufendorf Dittersbach liegt etwa vier Kilometer westlich von Frauenstein im Erzgebirge. Nordwestlich des Ortes liegt die Talsperre Lichtenberg. Durch den Ort führt die Staatsstraße 208 NaundorfBienenmühle.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichtenberg Burkersdorf Kleinbobritzsch
Mulda Nachbargemeinden Frauenstein
Dorfchemnitz Clausnitz Nassau

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dittersbach wurde im 12. Jahrhundert als Waldhufendorf gegründet. In der ersten urkundlichen Erwähnung von 1335 liest man Dytherichsbach. 1446 schrieb man schon Dittersbach. Der Name geht auf den Personennamen Dietrich zurück, vielleicht nannte sich der Dorfgründer so. [2][3] August Schumann nennt 1814 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Dittersbach betreffend u. a.:

„Es hat 67 Häuser und 521 Einwohner mit 37 Magazin- und Spann- und 39 3/8 Marschhufen; eine Mühle an der Gimniz mit 2 Gängen, […]. Hier ist ein ansehnliches, mit schöner Waldung versehenes Erbgericht, welches das wichtigste Gut im Amte ist, und ehedem, nebst den übrigen Amtserbgerichten, ein Mannlehngut war. […] Ein hiesiger Bauer hat auch eine Ziegelei. Sowohl in älteren Zeiten als neuerdings hat man hier den Bergbau versucht, hat ihn aber nie mit Erfolg betreiben können.“[4]

Albert Schiffner ergänzt 1828 u. a.:

„[…] hat gegen 650 Bewohner, 36 Güter, mehrere abgesondert liegende Brechhäuser wegen seines starken Flachsbaues, und mehrere Schneller (kleine Kalköfen), worin man hermdorfer Stein zu Düngekalk brennt. […] Als im 30jähr. Kriege sowohl Dittersbach, als Mulda, halb verödet geworden, schlug man (1634) beide Parochien zusammen, und trennte sie erst 1679 wieder. […] Sonst wohnt hier ein Förster; noch sind hier 2 Müller und 1 Schmidt.“[5]

Für den Bau der Talsperre Lichtenberg 1966–1974 wurden im Stauraum befindliche bzw. nahe liegende Gebäude abgebrochen, dadurch verringerte sich die Einwohnerzahl.[6]

Zum 1. Januar 1994 wurde Dittersbach nach Frauenstein eingemeindet.[7]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchlich war es seit Beginn an Pfarrkirche und behielt diesen Status auch nach der Reformation.

Das Entstehungsjahr der Kirche ist mangels ausreichender Quellen nicht belegbar. Die jetzige Gestaltung als Saalkirche mit barocker Ausstattung stammt aus der Zeit nach 1648. Die zweimanualige Orgel wurde 1865 von Christian Friedrich Göthel erbaut. Nach der Beschlagnahme von jeweils zwei Bronze-Glocken für Rüstungszwecke im Ersten und im Zweiten Weltkrieg – 1922 wurde das Geläut zwischenzeitlich erneuert – besaß die Kirche ein Mischgeläut aus Bronze- und Eisenhartgussglocken. Finanziert durch Spenden und die sächsische Landeskirche wurden letztere 2005 durch neue Bronzeglocken ersetzt.[8]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[2]
1551 34 besessene Mann, 108 Inwohner
1764 34 besessene Mann, 1 Gärtner, 21 Häusler, 37 Hufen
1834 634
1871 670
1890 639
Jahr Einwohnerzahl
1910 603
1925 584
1939 608
1946 791
1950 776
Jahr Einwohnerzahl
1964 555
1990 299
1993 221

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2005 fanden in hiesiger Kirche Dreharbeiten für den Film „Maria am Wasser“ unter der Regie von Thomas Wendrich (Hauptdarsteller: Alexander Beyer) statt.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Dittersbach. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 25.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Frauenstein, Stadt. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 30. Januar 2015 (PDF; 0,23 MB).
  2. a b vgl. Dittersbach im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band I, Seite 185.
  4. Dittersbach bei Frauenstein. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band. Schumann, Zwickau 1814, S. 695.
  5. vgl. Dittersbach bei Frauenstein. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 15. Band. Schumann, Zwickau 1828, S. 171.
  6. Geschichte von Dittersbach, abgerufen am 30. März 2011.
  7. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen, S. 3 (PDF; 64 kB), abgerufen am 30. März 2011.
  8. a b Kirche Dittersbach, abgerufen am 30. März 2011.