Diu

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Diu (Begriffsklärung) aufgeführt.

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Diu
Gewässer Indischer Ozean
Geographische Lage 20° 42′ 54″ N, 70° 59′ 4″ O20.71499722222270.984358333333Koordinaten: 20° 42′ 54″ N, 70° 59′ 4″ O
Diu (Indien)
Diu
Fläche 38,8 km²
Einwohner 44.110 (2001)
1137 Einw./km²
Hauptort Diu

Diu (Gujarati: દીવ Dīv) ist eine Insel südlich der Küste des indischen Bundesstaates Gujarat. Gemeinsam mit dem kleinen Dorf Ghoghla auf dem Festland bildet sie einen der beiden Distrikte des Unionsterritoriums Daman und Diu. Die 38,8 km² große Insel wird vom Festland durch einen Priel getrennt. Die Einwohnerzahl Dius liegt bei 44.110 (Stand: 2001). Die indische Luftwaffe unterhält einen Militärflugplatz auf der Insel.

Die Stadt Diu mit 21.500 Einwohnern liegt auf der Ostseite der Insel und ist für ihre Festung und ihre alte portugiesische Kathedrale bekannt. Sie ist mit dem ihr auf dem Festland gegenüberliegenden Dorf Ghoghla über eine Brücke verbunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 3. Februar 1509 gelang es Francisco de Almeida mit 23 portugiesischen Schiffen in der Seeschlacht von Diu, eine vereinigte ägyptisch-arabisch-indische Flotte vernichtend zu schlagen. Diese Seeschlacht war in ihren Auswirkungen eine der wichtigsten Schlachten der Weltgeschichte, da der Sieg der Portugiesen deren Vorherrschaft im Indischen Ozean einleitete, wesentliche Waren- und Finanzströme auf neue Handelswege nach Europa umleitete, den Aufschwung von Lissabon und Antwerpen als Welthandelsplätze begründete und die Voraussetzungen schuf, dass asiatische Waren (nicht nur Gewürze) den Europäern auf direktem Wege zugänglich wurden.

Mit dem Bau eines Forts an der Ostspitze der Insel wurde durch Nuno da Cunha die Insel 1535 in das portugiesische Kolonialreich eingegliedert. Der Sultan von Gujarat versuchte zwischen 1537 und 1546 erfolglos die Insel zurückzuerobern, nachdem er anfänglich mit Portugal ein Bündnis geschlossen hatte. Die dabei zerstörte Festung wurde von João de Castro wieder errichtet und kann noch heute besichtigt werden.

Diu war nach Goa und Ormuz die wichtigste Zollstätte der Portugiesen in Asien.[1] Vorübergehend besaß auch Diu ein Selbstverwaltungsrecht nach portugiesischem Muster.[2]

Am 19. Dezember 1961 wurde Diu im Rahmen eines 36-stündigen Krieges von Indien besetzt. Der Krieg kostete 22 Inder und 30 Portugiesen das Leben.[3] Die Souveränität Indiens über die Insel wurde von Portugal erst 1974 nach der Nelkenrevolution anerkannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Feldbauer: Die Portugiesen in Asien. 1498–1620. Überarbeitete Neuauflage. Magnus-Verlag, Essen 2005, ISBN 3-88400-435-2, S. 129.
  2. Peter Feldbauer: Die Portugiesen in Asien. 1498–1620. Überarbeitete Neuauflage. Magnus-Verlag, Essen 2005, ISBN 3-88400-435-2, S. 89.
  3. K. C. Praval: Indian army after Independence. Lancer, New Delhi u. a. 2009, ISBN 978-1-935501-10-7, S. 214 ff.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Diu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien